Zwei Punkte liegen lassen

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Der Thüringer HC musste sich in einem bis zur letzten Minute spannenden Auswärtsspiel gegen die TuSsies Metzingen mit 32:34 (14:13) geschlagen geben. Über die gesamte Spielzeit gelang es keiner Mannschaft einen entscheidenden Vorteil zu erspielen, man begegnete sich auf Augenhöhe. Erst in den letzten Spielminuten vergab der THC die entscheidenden Chancen, die Metzingen zu ihren Gunsten und somit knappen Sieg nutzen konnten. Beste Werferinnen für das gastgebende Team waren Marlene Zapf und Bo van Wetering mit je acht Toren. Mit 14 Treffern besserte Marketa Jerabkova ihre Torekonto auf.

Schnell brachte Marketa Jerabkova den THC in Führung. Auf der Gegenseite parierte Marie Skurtveit Davidsen den ersten Wurf auf ihr Tor. Auffällig in der Startphase war die kompakt stehende Abwehr der Thüringerinnen. Bereits zu Beginn der vierten Spielminute führte der Gast mit 4:1 nach einem erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstoß von Ina Großmann. Im Tor der Gastgeberinnen verhinderte Madita Kohorst den nächsten Treffer des THC, dafür verkürzte Bo van Wetering für die TuSsies zum 3:4. Eine knappe Minute später netzte Anika Niederwieser zum 4:4-Ausgleich gegen ihren ehemaligen Klub ein. Damit war das Spiel offen und es baute sich die erwartete Spannung auf. Nach zehn gespielten Minuten verwarf Silje Bröns Petersen den ersten Strafwurf für ihr Team. Die Thüringer Damen bauten die Führung auf vier Tore zum 4:8 aus. Das veranlasste Edina Rott schon nach 12 Minuten die grüne Karte zum Team Timeout zu ziehen. Direkt nach Wiederanpfiff nutzte Ina Großmann einen technischen Fehler der Gastgeberinnen und schloss den nächsten Tempogegenstoß erfolgreich ab. Der THC versuchte nicht mit aller Macht sein Tempospiel durchzusetzen. Konzentriert bauten die Thüringerinnen ihr Spiel auf und suchten geduldig ihre Chancen. Fehlerfrei war das jedoch nicht und Metzingen verkürzte in der 17. Minute auf 7:10. Herbert Müller bat seine Mannschaft zum Gespräch an die Seitenlinie. Die Abwehrreihe der TuSsies war jetzt besser auf die Gäste eingestellt und verhinderte erfolgreich eine höhere Führung des Thüringer HC. Zudem schlichen sich einfache Fehler und Ballverluste in das Angriffsspiel der Frauen des THC. Auf der Gegenseite konnte Marie Skurtveit Davidsen weitere Treffer nicht verhindern und so stand es fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff 10:12. Metzingen erhöhte den Druck, um die Abwehr zu überwinden. Emma Ekenman-Fernis musste zu Beginn der 29. Spielminute auf die Bank. In Unterzahl gelang dem THC kein Tor, auf der Gegenseite verkürzten die Metzingerinnen zum Halbzeitstand von 13:14.

Mit dem Vorteil des Anwurfs zur zweiten Halbzeit glichen die Gäste sofort zum 14:14 aus. Nach einer Parade von Nicole Roth netzte Silje Bröns Petersen zur ersten Führung der Gastgeberinnen ein – 15:14. Die TuSsies kamen deutlich offensiver im Angriff aus den Kabinen. Emma Ekenman-Fernis glich sechs Minuten nach Beginn der zweiten Spielhälfte zum 17:17 aus. Beide Teams spielten auf Augenhöhe und schenkten sich gegenseitig nichts. Auf jedes Tor des Gegners fand man die passende Antwort und die Führung wechselte hin und her. In zehn Minuten trafen die Gastgeberinnen acht Mal und führten so mit 21:19. Diese Zweitoreführung verteidigte Metzingen in dieser Phase nach jedem Treffer des Thüringer HC. Marie Skurtveit verhinderte mit ihrer achten Parade Schlimmeres. Sichtlich unzufrieden mit dem Verlauf nach der Pause reagierte Herbert Müller und nahm eine weitere Auszeit. Auf das Tor von Asli Iskit reagierten die TuSies, Mitte der zweiten Spielhälfte mit einem Tempogegenstoß zum 24:22. Mit ihrem dritten Strafwurf verkürzte Marketa Jerabkova zum 24:23 und erzielte im nächsten Angriff den Ausgleich. Die Gastgeberinnen legten vor, das Thüringer Team glich aus. Zehn Minuten vor dem Ende stand nach Treffern von Anika Niederwieser und Kerstin Kündig ein 27:27-Unentschieden auf der Anzeigetafel in der Öschhalle. Glück für den THC – Marlene Zapf verwarf in der 53. Minute einen Strafwurf, Josefine Huber nutzte die Chance und brachte den THC in Führung. Edina Rott holte daraufhin ihre Mannschaft zum Gespräch. Eine Zeitstrafe gegen Lena Degenhardt brachte dem THC einen Überzahlvorteil, Emma Ekenman-Fernis traf zum 29:31 und erarbeitete damit einen kleinen Vorteil für die Schlussphase. Das Tor für Metzingen und ein technischer Fehler aufseiten des THC, schon war der Vorsprung nach einem weiteren Treffer von Maren Weigel dahin – 31:31. Vorn vergab der THC seine Chance zur Führung, auf der Gegenseite machten es die TuSies besser und legten in der 59. Minute zum 32:31 vor. Auf die Zweitoreführung der Metzingerinnen (33:31) reagierte Herbert Müller 34 Sekunden vor Schluss mit seiner letzten Auszeit. Aus dem Angriff holten die Gäste einen Strafwurf heraus, den Marketa Jerabkova sicher verwandelte. Edina Rott zieht 11 Sekunden vor dem Schlusspfiff die grüne Karte. Im letzten Angriff sucht Metzingen den schnellen Abschluss und gewinnt das Spiel mit 34:32.

Bericht: Bernd Hohnstein

Stimmen nach dem Spiel:

Edina Rott (TuS): Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass wir die zwei Punkte hierbehalten haben. Das Spiel war spannend bis zum Schluss. Wir haben gekämpft und nicht aufgegeben. Wir haben uns in den Zweikämpfen schwergetan und mussten so schnelle, einfache Tore machen.

Herbert Müller (THC): Man muss Nerven haben, um so ein Spiel zu entscheiden, das hat der TuS heute gehabt. Wir haben es verpasst, vorentscheidend davon zu ziehen. Metzingen hat uns zu oft ins passive Spiel gezwungen. Das war Konzentrationssache und die hat uns zum Ende gefehlt. So ein Spiel hätte keinen Sieger verdient. Wir müssen noch cleverer werden.

Statistik:

TuS Metzingen: Madita Kohorst, Nicole Roth; Marlene Zapf 8/2, Katarina Pandza 2, Laetitia Quist, Bo van Wetering 8, Lena Sophie Degenhardt, Anika Niederwieser 3, Maren Weigel 5, Britt van der Baan, Silje Brons Petersen 5, Tamara Haggerty 3, Rebecca Rott, Dorina Korsós.

Thüringer HC: Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Mariana Lopes Ferreira, Emma Ekenman-Fernis 2, Beate Scheffknecht 2, Asli Iskit 2, Ina Großmann 4, Arwen Rühl, Kerstin Kündig 4, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 1, Marketa Jerabkova 14/4, Josefine Huber 3.

Strafwürfe: 2/4 – 4/4.

Zeitstrafe: 1 – 1.

Schiedsrichter: Julian Köppl/Denis Regner.

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