Workshop Sprayen – Graffiti einmal legal

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1 x Sprayen, bitte – aber immer legal!

Wer kennt sie nicht, die ungenehmigten Graffitis an Häusern und Mauern, die die meisten Menschen als öffentliches Ärgernis, Schmiererei oder gar Vandalismus wahrnehmen.
Auch in Nordhausen kennt man dieses Problem. Aber Graffiti ist in unserer heutigen Zeit auch als künstlerische Ausdrucksform von Street Art Künstlern längst angekommen, so dass hier ein andauernder Konflikt zwischen „Ist das Kunst? – Oder kann das weg?“ herrscht.
Dieses Problems hat sich unsere Streetworkerin Sonja Schneider im Vereinshaus Jojo angenommen und den Profisprayer the.lovr eingeladen. Gemeinsam mit Kinder und Jugendlichen wurde ein Graffiti Workshop veranstaltet, der auch das Thema: „Was ist erlaubt und was nicht!“ zum Inhalt hatte. Die Kinder und Jugendlichen wurden außerdem in die Grundlagen der Gestaltung von Buchstaben, Charakteren, Figuren und Bildmotiven und in die verschiedenen Sprühtechniken eingeführt. Um sich auszuprobieren wurde die Seitenwand eines Gartencontainers zur Verfügung gestellt…und das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Als die Teilnehmer bei Pizza gemütlich den Tag ausklingen ließen, waren sich alle einig, dass „Sprayen“ nicht nur unerlaubt im Dunkeln Spaß macht und dass es einen zweiten Teil des gemeinsamen Projektes geben wird. Dafür wurden schon Pläne geschmiedet, aber die bleiben noch geheim.

Foto:S.Schneider

2 x Sprayen, bitte – aber immer legal!

Nachdem unser erster Tag des Graffitiworkshops ein voller Erfolg war, ist es der zweite Tag am 17.10. auch gewesen. Das JoJo begrüßt Euch mit einer neuen und bunten Fassade. Neben der Containergestaltung an Tag 1 wurde zusammen mit den Kindern und Jugendlichen ein Konzeptentwurf für die Fassade gestaltet. Dieser hat einen klaren bildungspolitischen Hintergrund und beschäftigt sich mit der Thematik der Umweltverschmutzung unserer Meere. Die Kinder und Jugendlichen gaben der Fassade folgendes Motto: „Wir verschmutzen, die Fische putzen“! Die Ideensammlung zur Fassadengestaltung ging über Ruinen, Riffe, alte Schuhe, jegliche Arten von Müll wie zum Beispiel Coladosen, Plastik, gefangene Tiere im Müll bis hin zu einem Hai der sich ein Zuhause in einem alten Wagon gesucht hat. Während der kreativen Erarbeitungsphase wurden viele erschreckende Fakten transparent gemacht: im Schnitt nehmen wir Menschen pro Woche Mikroplastik in Größe einer EC-Karte zu uns. Mehr als 10 Tonnen Abfälle landen jährlich in unseren Ozeanen. 1.000.000 Tiere sterben jährlich an Plastikmüll – der Müll verstopft ihre Mägen oder sie ersticken in Sechserpackträgern. Das ist die traurige Wahrheit der Unterwasserwelt. Dieses Thema ziert nun die Fassade des JoJo´s. Während des Workshops spielte das Wetter leider nicht so wie erwünscht mit: es regnete. Also reagierten wir kreativ und bespannten unser Fußballtor mit Folie, um hier wenigstens im Trockenen Sprühen zu können und gestalteten Leinwände. Die Sprayer aus Erfurt trotzten dem Regen und gestalteten die Fassade mit Unterstützung der Kinder und Jugendlichen weiter. Die Pausen waren zum Aufwärmen bei Tee, Kuchen oder Pizza da. Insgesamt war auch der zweite Tag ein voller Erfolg und ein Ergebnis, welches sich sehen lässt. Zudem steht das JoJo für uns sowie für die Kinder und Jugendlichen für Vielfalt. Dieser Schriftzug befindet sich auf dem Wagon, der durch die Unterwasserwelt fährt.
Wir können alle darauf achten, weniger Müll zu produzieren und plastikfrei(er) einzukaufen. Unser Ziel ist es, mit dieser Fassade stets einen Impuls zu geben, über diesen Umstand nachzudenken.

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