Wollen uns so teuer wie möglich verkaufen

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Am Samstag, den 19.03.2022 reist der Thüringer HC zum ungeschlagenen Tabellenführer SG BBM Bietigheim. Anwurf in der MHP Arena in Ludwigsburg ist 19 Uhr. Rückblick: „Als katastrophal und beschämend” bezeichnete Herbert Müller die Niederlage gegen den Buxtehuder SV am gestrigen Mittwoch. Nicht nur weil seine Mannschaft damit nicht am Buxtehuder SV vorbeiziehen konnte und die Ausgangslage vor den nächsten Herausforderungen etwas einfacher gewesen wären, sondern auch, weil er mit der Art und Weise des Auftretens seiner Mannschaft mehr als unzufrieden war.

Ausreden, drumherum Gerede, all das findet man beim Rückblick des Trainers nicht. Große Enttäuschung schon und trotzdem stellt er sich vor seine Mannschaft und übernimmt Verantwortung und nutzt “die Gelegenheit, um sich bei allen Fans und treuen Anhängern, denen wir ein besseres Spiel bieten wollten, zu entschuldigen. Der Trainer ist immer verantwortlich für das was passiert!” Deutliche Schwierigkeiten hatte der THC im Spielaufbau gegen die offensive 5-1-Abwehr der Gäste. Schon ohne “richtige Spielmacherin” angetreten, nahm die vorgezogene Abwehr des BSV jede Spielerin, die diese Verantwortung übernehmen wollte, effektiv aus dem Spiel. Da halfen selbst die schon fast beschwörerischen Ansagen des Trainers von der Seitenlinie wenig. Dazu kamen viele technische Fehler, die man so nicht erwartete. Einfache Ballverluste, zu viele leichtfertig verworfene Bälle und die großen Lücken in den eigenen Abwehrreihen, das war zu viel des Guten. Es fehlte schlichtweg eine erfahrene Regisseurin im Angriff und in der Abwehr auf dem Feld.

Mit Josefine Huber fehlt diese Abwehrchefin. Die typische Spielmacherin, die einen Angriff einleitet, der das Team folgt, die für ihre Mitspielerinnen berechenbar ist und vorangehen kann, fehlt einfach. Auch wenn sich Lamprini Tsakalou oder Asli Iskit in dieser Rolle versuchten, versuchen mussten. Ein Sieg gestern hätte die Positionskämpfe um die Tabellenplätze drei und vier für den THC vereinfacht. Nun sitzt man hinter dem BSV auf Platz fünf mit zwei Punkten weniger fest. Zum Spiel: “Wir haben gestern eine Riesenchance liegen lassen, um im Kampf um den dritten-vierten Platz, um die internationalen Plätze mitzukämpfen. Das tut besonders weh, wenn man weiß, dass man in Bietigheim eine große Außenseiterrolle hat!”, beginnt Herbert Müller mit seinen Ausblick auf das Spiel. Gegen die SG BBM Bietigheim wird man wenig reißen können, darüber ist man sich einig. Aber der THC will sich so teuer wie möglich verkaufen und das sollte unser Ziel sein.

Das wäre auch Wiedergutmachung für die gestrige Leistung. Dass die Schwäbinnen einen glatten Durchmarsch ohne Niederlage in der Bundesliga schaffen können, ist in der jetzigen Konstellation möglich. Da ist keine Mannschaft, die die SG an einem normalen Tag schlagen kann. Das Team ist stark besetzt, steht gegen den Thüringer HC im Halbfinale des OLYMP Final4 und in der EHF European League ist noch vieles möglich. Noch liegt der THC in der Statistik über die letzten Begegnungen vorn. Dreizehn Siege gegen neun Niederlagen und drei Unentschieden stehen da auf dem Papier. Viel hat sich in den letzten Jahren getan und die Favoritenrolle liegt ganz eindeutig bei den Gastgeberinnen am kommenden Samstag. Aufgeben wird sich der THC jedenfalls nicht. Herbert Müller betont, dass seine „Mannschaft in der Lage ist, sich stärkeren Gegnern anzupassen. Das uns wir in Spielen, wo der Gegner in der Favoritenrolle war, leichter getan haben, dort mitzuhalten, als in Spielen, wo wir selber die Last der Favoritenrolle hatten.“, und da liegt die Herausforderung. Die Herausforderung eine Leistung abzurufen, die bei der SG BBM Bietigheim zumindest Erstaunen hervorrufen sollte und die Schwaben fordern muss. Der Trainer appelliert an seine Mannschaft: “Ich hoffe, dass wir anders auftreten, uns kämpferischer zeigen.” Der THC hat nichts zu verschenken, da greift man nach jedem Strohhalm. Bietigheim kommt mit einer Mannschaft daher, die alleine schon das Niveau einer sehr guten Nationalmannschaft hat. Erfahrene Spielerinnen wie Luisa Schulze, Xenia Smiths Antje Lauenroth stehen im Aufgebot des DHB, Karolina Kudlacz-Glock oder Danick Snelder sind feste Stützen ihrer Nationalmannschaften. Da sind Spielerinnen wie Kim Naidzinavicius noch gar nicht eingerechnet. Man schafft es gar nicht, alle Spielerinnen zu benennen und deren Einzelqualitäten hervorzuheben.

Zum Kader: Personell wird es zum letzten Spiel keine Veränderungen geben.

Bericht: Bernd Hohnstein

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