Wiederholter Luchsnachweis bei Nordhausen

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Jena – In den zurückliegenden Wochen wurden dem NABU Thüringen aus der Bevölkerung immer wieder Luchssichtung aus den Waldgebieten um Nordhausen gemeldet. Bereits im Oktober erhielten die Naturschützer, von dem ortsansässigen Waldbesitzer Maik Engelhardt, eine Aufnahme eines umherstreifenden Luchses zugesandt. Mittlerweile wurde das Video durch das Kompetenzzentrum Wolf/Biber/Luchs beim Thüringer Umweltministerium als sogenannter C1-Nachweis bestätigt und gilt damit als eindeutiger Nachweis. Ein weiteres Video mit einem Luchs, auch von Maik Engelhardt, vom 23.12.2021, wird derzeit noch überprüft.
„Auf dem aktuellen Video, das kurz vor Weihnachten aufgenommen wurde, ist ebenfalls eindeutig ein Luchs zu sehen. Vermutlich handelt es sich dabei um ein relativ junges Weibchen“, sagt Silvester Tamás, Koordinator des NABU-Luchsprojektes „PLAN P wie Pinselohr“ beim NABU Thüringen. „Zukünftig wollen wir mehr vergleichbare Daten aus der Bevölkerung nutzen, um uns ein umfassendes Bild von den Luchsvorkommen in Thüringen zu machen. Nur so können wir die Tiere besser schützen. Bislang ist der Flickenteppich von wenigen Luchsnachweisen und die Erkenntnislage zu den Lebensumständen von Luchsen im Grünen Herzen Deutschlands zu dürftig.“
Bei der Datenerhebung setzt der NABU Thüringen auf das Prinzip des Citizen-Science – Forschung an der sich jeder beteiligen kann. „Waldbesitzer, Jäger und Naturfreunde können uns aktiv dabei unterstützen, die Erkenntnislage über das Vorkommen und Lebensumstände der schönen Pinselohren zu verbessern, indem sie uns ihre Beobachtungen zu Luchsen melden“, so Silvester Tamás. „Bei Nordhausen wäre es jetzt interessant zu wissen, ob noch ein weiterer Luchs als möglicher Verpaarungspartner in der Region unterwegs ist und eventuell sogar die Möglichkeit von baldigen Luchsnachwuchs in Aussicht steht“, sagt Tamás.
Außer an Meldungen zu Luchsen, liegt dem NABU viel am Lebensraumschutz für das seltene Pinselohr. Mit der Aktion LuchsWald möchte der Verband ausgewählte Wälder in Thüringen symbolisch auszeichnen, in denen sich Waldbesitzer in besonders vorbildlicher Weise für den Waldnatur- und Lebensraumschutz in ihren Wäldern einsetzen. „Solche Waldgebiete können Luchsen zum Beispiel als potentielle Rückzugsräume und Wurfplätze dienen. Eine erste Auszeichnung ist für die kommenden Wochen geplant“, berichtet der Koordinator des Luchsprojektes. „Zudem müssen wir weiterhin dafür sorgen, dass der Luchs in Thüringen noch deutlich mehr Akzeptanz gewinnt. Einen weiteren illegal abgeschossenen Luchs, wie aktuell bei Buttstädt im Landkreis Sömmerda, kann sich Thüringen nicht leisten.“

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