Whisky – Genuss- oder Wertobjekt? (Teil 2)

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Genau wie die Endlichkeit des Lebens, werden Abfüllungen nur für einen begrenzten Zeitraum oder limitiert auf den Markt gebracht. Jede neue Abfüllung wird mit perfekt durchgestylten Marketingkampagnen eingeführt. Dabei wird kaum etwas dem Zufall überlassen, insbesondere nicht die Preisgestaltung. Die Hersteller wissen genau, dass durch ihre Marketinganstrengungen die Abfüllungen kurzzeitig bei der Zielgruppe volle Aufmerksamkeit genießen. Folglich geht mit der Markteinführung meist auch eine Preiserhöhung oder (was fieser ist) eine Reduzierung des Alkoholgehalts einher. Letztlich ist dies das Gleiche, nur versteckt.
Teilweise werden neue Abfüllungen stark limitiert in den Markt eingeführt. Geschehen beispielweise beim Ardbeg Wee Beastie 5 Years. Obwohl von der Destillerie im März 2020 als unlimitiert angekündigt, war er bereits nach wenigen Tagen bei den bekannten Online-Händlern vergriffen. Ende August kam die nächste Charge in den Handel. Irritierend ist dabei die Preisgestaltung. Zunächst für etwa 37 € eingeführt, kam zwei Monate später die nächste Charge der Abfüllung für etwa 40 € auf den Markt. Die 5-jährige Abfüllung erreicht damit fast das Preisniveau der 10-jährigen.
Ein weiteres Beispiel ist der bereits in „Whisky – Genuss- oder Wertobjekt? (Teil 1)“ erwähnte Laphroaig 2020 – 10 Years / Batch 12 / Cask Strength. Am 29. Mai 2020 für etwa 72 € eingeführt, wenige Tage später vergriffen, wurde Anfang September 2020 die nächste Charge für 94 € angeboten. Nach Adam Riese ein Preissprung mehr als 30 %! Ein Schelm, der ein System dahinter vermutet und Glück für den, der sich eine Flasche der ersten Charge sichern konnte.
Letztlich relativiert sich diese Preisgestaltung, wenn man den Whisky weniger als Genussmittel, sondern vielmehr als Wertanlage betrachtet. Denn in etwa 10 Jahren, wird diese spezielle „Corona-Abfüllung“ von Laphroaig für etwa 300 € gehandelt werden. Wichtig dabei, der sammelnde Genießer darf nicht der Versuchung erliegen, diese zu trinken.
L. E.

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