Wertvolle Buchenwälder dürfen nicht dem Tagebau geopfert werden

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NABU spricht sich gegen die geplante Erweiterung des Kalksteintagebaus bei Deuna aus

Jena – In Stellungnahmen sprechen sich die Naturschutzverbände NABU Obereichsfeld und NABU Kyffhäuserkreis gegen die geplante Erweiterung des Kalksteintagebaus bei Deuna aus. „Der Tagebau gräbt sich bereits jetzt schon tief in den Boden des dortigen Waldes. Das hat erhebliche Folgen für den Wasserhaushalt sowie für das Lokal- und Mikroklima des umliegenden Waldgebietes“, bedauert Johannes Hager der Vorsitzende des NABU Obereichsfeld. „Wir erwarten durch die Ausdehnung des Tagebaus eine erhebliche Verschlechterung der Situation. In Zeiten des Klimawandels und Wasserknappheit können wir uns es nicht leisten, großflächig wertvolle Buchenwälder, zugunsten einer klimaschädlichen Zementproduktion, zu roden.“

Nach den Plänen der Firma Dyckerhoff GmbH soll das Tagebaugelände von bisher 144 Hektar um 78 Hektar erweitert werden. Das Gebiet liegt auf dem Waldhöhenzug Dün, am nördlichen Rand des Thüringer Beckens. „In unmittelbarer Nähe der geplanten Tagebauerweiterung grenzt das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) und Naturschutzgebiet „NSG-Keulaer Wald“ an. Uns sind mindestens 11 Fledermausarten bekannt, die dieses Waldgebiet als Lebensraum und Wochenstube nutzen. Eine erhebliche Beeinträchtigung des FFH-Gebietes und der Fledermausvorkommen ist zu erwarten“, sagt Karsten Nent der Vorsitzende des NABU Kyffhäuserkreises. Eine weitere Gefahr sehen die Naturschützer für wandernde Tierarten wie Luchs und Wildkatze, die den Dün als einen überregional bedeutsamen Wanderkorridor und Trittstein nutzen.

Der NABU fordert, dass mit Auslaufen der Bergbaukonzessionen im Jahr 2025 der Tagebaubetrieb eingestellt wird und keine weiteren Abbauflächen in den wertvollen Buchenmischwäldern für den Kalksteinabbau genehmigt werden. Dazu muss mit politischen Verantwortungsträgern ein sozialverträglicher Maßnahmenplan entwickelt werden. Ebenso fordern die Naturschützer eine vollständige Renaturierung der bereits vom Tagebau betroffenen Flächen.

Hintergrund

Die Firma Dyckerhoff GmbH betreibt den Abbau und die Verarbeitung von Kalkstein innerhalb ihres Bergwerkseigentums mit einer Fläche von insgesamt 910,80 ha. Bei Deuna umfasst das aktuelle Abbaugebiet eine Fläche von 144 ha in einem Waldgebiet des Dün und dort unmittelbar westlich des FFH-Gebietes „NSG Keulaer Wald“. Die Konzessionen für den Kalksteinabbau bei Deuna enden am 31. Dezember 2025. In einem aktuellen Planfeststellungsverfahren plant Dyckerhoff den Kalksteinabbau am Standort Deuna nach 2025 zu erweitern. Hierfür hat Dyckerhoff die flächenhafte Erweiterung des Tagebaus in südliche Richtung um ca. 77,66 ha beantragt.

Der Tagebau nebst Erweiterungsfläche erstreckt sich über die drei Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis und Kyffhäuserkreis mit den Gemarkungen Deuna, Rüdigershagen, Keula, Zaunröden und Kleinkeula.

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