Welt-AIDS-Tag 2021 – Leben mit HIV. Anders als du denkst

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Zum diesjährigen Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember macht das Gesundheitsamt des Landkreises Nordhausen inZusammenarbeit mit einigen Schulen und Einrichtungen mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen auf die Thematik aufmerksam. Neben den regelmäßigen Angeboten zur HIV/AIDS-Prävention in Schulen und anderen Einrichtungen sowie der HIV/AIDS-Beratung mit kostenlosem HIV-Test organisiert das im Gesundheitsamt zum Welt-AIDS-Tag an zwei Tagen in sechs Veranstaltungen mit einem HIV betroffenen Mann unter dem Titel „Endlich mal was Positives“. Authentisch und glaubwürdig, mit einem Augenzwinkern in lockerer und manchmal provokativer Art begeistert dieser seine Zuhörerinnen und Zuhörer und bringt sie gleichzeitig zum Nachdenken. Unterschiede und Gemeinsamkeiten bzw. gewisse Parallelen zum aktuellen Thema „Corona“ werden dabei sicher eine Rolle spielen. Begleitend zu den Veranstaltungen werden auch wieder Spendenaktionen durchgeführt. Die gesammelten Gelder bekommt dann die Aidshilfe in Thüringen zur Unterstützung HIV-positiver Menschen in Thüringen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes lebten Ende 2019 in Deutschland rund 90.700 Menschen mit HIV/AIDS, weltweit waren es ca. 37,7 Millionen. Wird HIV rechtzeitig festgestellt und behandelt, ist eine AIDS-Erkrankung vermeidbar. Dank moderner Medikamente haben inzwischen HIV-positive Menschen in Deutschland eine fast normale Lebenserwartung. Sie können in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Dank der Schutzwirkung der HIV-Medikamente können HIV-Positive und ihre Partnerinnen und Partner ohne Angst Sexualität genießen und sogar auf natürlichem Wege Kinder zeugen und zur Welt bringen.

Dennoch starben im letzten Jahr in Deutschland immer noch Menschen an AIDS. Oft gehen Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, bei einer entsprechenden Diagnose von anderen ausgegrenzt zu werden. Es gibt Zurückweisungen im Gesundheitswesen, Nachteile am Arbeitsplatz oder Schuldzuweisungen in der Familie. Laut eines Forschungsprojekt der Deutschen Aidshilfe „positive stimmen“, in dem HIV-positive Menschen befragt wurden, haben 95% Diskriminierungserfahrungen in den letzten 12 Monaten erlebt und 52% fühlen sich durch Vorurteile beeinträchtigt. Die Corona-Pandemie beansprucht sehr viel Aufmerksamkeit, so dass Themen wie HIV/AIDS sehr viel weniger beachtet wurden und werden. Die Kampagne zum Welt-Aids-Tag zielt deshalb darauf ab, mit bundesweiten Plakaten und Informationsangeboten dieses Thema wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken und Ängste sowie Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV als Ursache von Diskriminierung abzubauen. Aufeinander zugehen, miteinander reden, sich gegenseitig zuhören und verstehen: So funktioniert „positiv zusammen leben“. Im Bekanntenkreis, in der Familie, im Arbeitsleben und in der Freizeit – wir alle können unseren Beitrag gegen Diskriminierung leisten. Die Kampagne bringt viele Menschen zusammen, die sich für Respekt, Toleranz und Unterstützung engagieren.

Die HIV-Beraterin des Gesundheitsamtes Kathrin Wolff ist telefonisch unter 03631 911-5402 oder per E-Mail unter gesundheitsfoerderung@lrandh.thueringen.de erreichbar.

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