Welt-AIDS-Tag 2017: „positiv zusammen leben“

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Auch zum diesjährigen Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember organisiert die AIDS-Beratung im Gesundheitsamt des Landratsamtes Nordhausen gemeinsam mit einigen Schulen und Einrichtungen verschiedene Aktionen und Veranstaltungen. So sind an zwei Tagen Gesprächsrunden mit einem HIV betroffenen Mann geplant, die eine sehr persönliche und intensive Auseinandersetzung mit der Problematik HIV und AIDS, aber auch mit Themen wie Liebe, der Umgang miteinander, Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber ermöglichen.

Außerdem werden in vielen Schulen Spendenaktionen zugunsten der Aidshilfe Thüringen zur Unterstützung HIV-positiver Menschen durchgeführt.

„Aufeinander zugehen, miteinander reden, sich gegenseitig zuhören und verstehen: so funktioniert ‚positiv zusammen leben‘“, sagt Katrin Wollf, Beraterin im Gesundheitsamt, zum Motto des Welt-AIDS-Tages. „Im Bekanntenkreis, in der Familie, im Arbeitsleben und in der Freizeit – wir alle können unseren Beitrag gegen Diskriminierung leisten. Die Kampagne ‚Positiv zusammen leben‘ bringt viele Menschen zusammen, die sich für Respekt, Toleranz und Unterstützung engagieren.“

Weltweit leben rund 36,7 Millionen Menschen mit HIV. 2016 kam es zu ca. 1,8 Millionen Neuinfektionen, davon 160.000 bei Kindern. Mehr als die Hälfte der Betroffenen haben bislang keinen Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten. Seit Anfang der 80er Jahre haben sich gut 76 Millionen Menschen mit HIV infiziert, 35 Millionen Menschen sind bereits daran gestorben.

In Deutschland leben heute rund 87.000 Menschen mit HIV. Etwa 30.000 sind hier bisher an den Folgen gestorben. In den letzten Jahren gab es jährlich etwa 3.000 Neuinfektionen.

Wird HIV rechtzeitig festgestellt und behandelt, ist eine AIDS-Erkrankung vermeidbar. Durch moderne Medikamente haben HIV positive Menschen hierzulande eine nahezu normale Lebenserwartung und können in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Dank der Schutzwirkung der HIV-Medikamente können HIV-Positive und ihre Partner ohne Angst Sexualität genießen, auf natürlichem Wege Kinder zeugen und zur Welt bringen.

Dennoch sterben jedes Jahr in Deutschland immer noch Menschen an AIDS. Rund 1.200 Menschen erfahren jedes Jahr erst von ihrer HIV-Infektion, wenn sie bereits das Vollbild der Erkrankung beziehungsweise einen schweren Immundefekt haben. Oft gehen Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, bei einer entsprechenden Diagnose von anderen ausgegrenzt zu werden. Es gibt Zurückweisungen im Gesundheitswesen, Nachteile am Arbeitsplatz oder Schuldzuweisungen in der Familie. Gegen solche Vorbehalte engagiert sich die Kampagne „positiv zusammen leben“. Die gemeinsame Kampagne zielt deshalb darauf ab, mit bundesweiten Plakaten und Informationsangeboten Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV als Ursache von Diskriminierung abzubauen. Die AIDS-Beratung des Gesundheitsamtes organisiert auch jenseits des Welt-AIDS-Tages regelmäßig Angebote zur HIV/AIDS-Prävention in Schulen und weiteren Einrichtungen und bietet jede Woche HIV/AIDS-Beratung mit kostenlosem HIV-Test an. Erreichbar ist die AIDS-Beratung im Landratsamt Nordhausen, Behringstraße 3, telefonisch unter 03631 911-186.

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