Welt-AIDS-Tag 2015 – Kampagne „positiv zusammen leben“ gegen Diskriminierung

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„Was macht ihr, wenn euer Stürmer HIV hat?“ – „Hoffentlich viele Tore!“ Diese und weitere Fragen bilden den Auftakt für die Kampagne zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember. Über das Frage-Antwort-Spiel wollen die Plakatmotive zum Nachdenken anregen: Wie reagierst du, wenn die Erzieherin deines Kindes in der Kita HIV-positiv ist? Wie ist es, wenn du dich in einen HIV-positiven Menschen verliebt hast oder wenn dein bester Freund HIV hat? „Die Kampagne spricht auf diese Weise unbegründete Ängste vor einer HIV-Übertragung an“, so Kathrin Wolff von der Aidsberatung im Gesundheitsamt des Landratsamtes. „Aufeinander zugehen, miteinander reden, sich gegenseitig zuhören und verstehen: So funktioniert ‚positiv zusammen leben‘! Im Bekanntenkreis, in der Familie, im Arbeitsleben und in der Freizeit – wir alle können unseren Beitrag gegen Diskriminierung leisten.“ Denn mit HIV leben könne man, aber mit Diskriminierung nicht. Die Kampagne „Positiv zusammen leben“ bringe viele Menschen zusammen, die sich für Respekt, Toleranz und Unterstützung engagieren.

Auch im Landkreis Nordhausen organisiert die Aidsberatung des Gesundheitsamtes regelmäßig Angebote zur Aidsprävention in Schulen und anderen Einrichtungen und bietet Aidsberatungstunden im Landratsamt an, wo auch ein kostenloser HIV-Test möglich ist. Zum Welt-AIDS-Tag wird es wieder zusätzliche Aktionen in Zusammenarbeit mit einigen Schulen und Einrichtungen geben. So sind an fünf Tagen insgesamt zwölf Gesprächsrunden mit einem HIV betroffenen Mann geplant, welche eine sehr persönliche und intensive Auseinandersetzung mit der Problematik HIV und AIDS, aber auch mit Themen wie Liebe, der Umgang miteinander, Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber ermöglichen. Außerdem werden in vielen Schulen Spendenaktionen gestartet. Die gesammelten Gelder bekommt dann die Aidshilfe in Thüringen zur Unterstützung HIV-positiver Menschen im Freistaat. Des Weiteren sind alle Mitarbeiter des Landratsamtes aufgerufen, sich an einer Aktion zu beteiligen, die unter dem Motto steht: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes Nordhausen zeigen Schleife“. Die rote Aidsschleife ist das weltweit bekannte Symbol für Solidarität mit HIV-Positiven und an Aids Erkrankten, aber auch für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit.

In Deutschland lebten 2014 laut Schätzung des Robert-Koch-Institutes etwa 83.400 HIV-positive Menschen, davon ca. 640 Menschen in Thüringen. Im vergangenen Jahr gab es 3.200 Neuinfektionen. Über 90 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland werden auf sexuellem Weg übertragen. Beim Sex lässt sich das Risiko einer Ansteckung fast auf null senken durch die richtige Anwendung von Kondomen und eine erfolgreiche HIV-Therapie mit Medikamenten. Deutschland liegt im weltweiten und auch westeuropäischen Vergleich auf einem relativ niedrigen Niveau, nicht zuletzt aufgrund sehr guter Präventionsarbeit in den letzten drei Jahrzehnten. Wird HIV rechtzeitig festgestellt und behandelt, ist eine Aidserkrankung vermeidbar. Dank moderner Medikamente können Menschen mit HIV in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit wie andere auch gestalten. Aber die noch immer vorkommende Diskriminierung wiegt oft schwerer als die gesundheitlichen Folgen einer Infektion.

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