Volles Haus für Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie

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Fulminanter Auftakt der Patientenakademie in der Helios Klinik Bleicherode

Am Dienstag startete die diesjährige Patientenakademie in der Helios Klinik Bleicherode. Für den Auftakt stellte sich der Leiter des neu gegründeten Helios Wirbelsäulenzentrums, Chefarzt Dr. med. Ali Ezzati, vor. Das Interesse war groß und die Resonanz nach der Veranstaltung positiv.

Sie warteten geduldig fast eine Stunde vor Beginn der ersten Auftaktveranstaltung im neuen Jahr, um sich einen Platz zu sichern. Aus gutem Grund, wie sich herausstellte, denn die erste Patientenakademie im neuen Jahr war in der Bleicheröder Fachklinik für Orthopädie bis auf den letzten Platz besetzt. Und obwohl der Referent, Dr. med. Ali Ezzati, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie im Helios Klinikum Erfurt und Leiter des Helios Wirbelsäulenzentrums Erfurt-Bleicherode, erst seit wenigen Monaten in der Helios Klinik Bleicherode Patienten empfängt und operiert, begrüßte er bereits zahlreiche Besucher mit Handschlag und erkundigte sich nach Ihrem Befinden.

Der Ruf des erfahrenen Wirbelsäulenspezialisten eilt ihm Voraus. Bereits vor seiner Zeit in Bleicherode, behandelte er eine große Zahl an Patienten aus dem Landkreis Nordhausen in seiner Klinik für Wirbelsäulenchirurgie in Erfurt. Und er kennt die Mehrzahl seiner Patienten mit Gesicht. „Ich behandle nicht nach Bildern, sondern ausschließlich nach persönlichem Kontakt mit meinen Patienten“, stellt er in seinem Vortrag klar. Aufgrund vorhandener bildgebender Diagnostiken, stelle er keine operative Indikation. Diese könne er ruhigen Gewissens nur nach eigener Untersuchung ausstellen.

In seinem Vortrag am gestrigen Abend sprach Dr. Ezzati über die Ursachen von Gehstreckenreduzierung im Alter. „Rücken- und Beinschmerzen gehören zu den Hauptursachen für die verminderte physische Leistungsfähigkeit“, erklärt der Chefarzt. „Hinzu kommen jedoch noch weitere Faktoren, wie etwa eine Arthrose der großen Gelenke oder arterielle Verschlusskrankheiten.“ Schlussendlich steckt hinter einer Vielzahl der Ursachen eine Verengung des Spinalkanals in der Wirbelsäule. Eine Gehstreckenreduzierung ist also das Ergebnis einer Vielzahl von Ursachen.

Ausführlich informierte Dr. Ezzati das Publikum über den Bandscheibenverschleiß im Alter, der durch die Reduzierung des Wassergehalts und Kalkablagerungen hervorgerufen wird. Die schrumpfende unelastische Bandscheibe führt zu einem geringeren Abstand der einzelnen Wirbel. Die Lockerung der Bänder und die Instabilität der Wirbelsäule lässt eine Verschiebung der Wirbel und Gelenke zu, die Schmerzen verursachen können.

Wird der Wirbelkanal durch Kalkablagerung oder knöcherne Anbauten bzw. verdickte Bänder verengt, werden Nerven eingeklemmt. Ein zusätzliches Wirbelgleiten kann das Krankheitsbild verschärfen. Betroffene leiden unter Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen und eine Kraftlosigkeit der Extremitäten verursachen. Besteht ein Wirbelgleiten, nehmen die Rückenschmerzen im Laufe des Tages zu und Betroffene leiden unter belastungsabhängigen Rückenschmerzen.

Während der ersten 12 Wochen sind nicht-operative Methoden zur Schmerzlinderung die erste Wahl. Physiotherapie, Ultraschall und Wärme können Linderung verschaffen. Zusätzlich erzielt eine Infiltration, also eine lokale Anspritzung der betroffenen Gelenke mit Schmerzmitteln rasche Erleichterung. „Grundsätzlich ist es in unserem Interesse, eine Operation zu vermeiden, da diese immer auch Risiken birgt“, sagt Dr. Ezzati. Ist das Spektrum konservativer Behandlungsmethoden jedoch erschöpft und das Leiden der Patienten groß bzw. die Lebensqualität deutlich eingeschränkt, wird in Absprache mit den Patienten das operative Verfahren besprochen. „Hier rate ich Ihnen, sich an Spezialisten zu wenden, die über ein breites Spektrum operativer Methoden verfügen“, so der Wirbelsäulenchirurg. So könne es unter einer Operation durchaus vorkommen, dass ein anderes OP-Verfahren durchgeführt werden müsse, als ursprünglich geplant und dann gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren.

In seinem Vortrag erläuterte Dr. Ezzati ausführlich die verschiedenen operativen Methoden, Voraussetzungen, Vorteile und Heilungschancen. „Wichtig ist immer, den Patienten ehrlich und direkt über die Risiken und zu erwartenden Heilungschancen aufzuklären“, sagt er. Ist die Erkrankung zu sehr fortgeschritten, kann der Patient keine Schmerzfreiheit, sondern lediglich eine deutliche Linderung und Schmerzreduktion erwarten. Das Alter spiele im Übrigen dank dem heutigen Stand der Medizintechnik und dank moderner Narkoseverfahren, keine ausschlaggebende Rolle dafür, ob eine Operation in Frage kommt. „Für mich zählt der Mensch. Ein 80jähriger Patient ist heute meist fitter und mobiler, als noch vor 25 Jahren“, sagt Ezzati. Für ihn zählen die Erwartungen, die Selbständigkeit und die Lebensqualität der Patienten. Habe er das Gefühl, die Lebensqualität zu verbessern, entscheidet er sich auch für Eingriffe hoch betagter Patienten.

Dr. med. Ali Ezzati ist seit 2012 in der Wirbelsäulenchirurgie des Helios Klinikums Erfurt tätig und damit Chefarzt im größten Wirbelsäulenzentrum der insgesamt 86 Helios Kliniken in Deutschland. Im Herbst letzten Jahres gründeten die Helios Kliniken Erfurt und Bleicherode ein gemeinsames Zentrum mit Sitz in Bleicherode für Patienten mit herausfordernden Wirbelsäulenerkrankungen. Ein Expertenteam, bestehend aus Orthopäden und Neurochirurgen der Helios Kliniken Erfurt und Bleicherode gewährleistet dort die patientennahe Versorgung im Landkreis Nordhausen und über seine Grenzen hinaus.

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