Viele Schäfer geben ihre Betriebe wegen einer verfehlten EU- und Bundesagrarpolitik auf und nicht wegen des Wolfes

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NABU Thüringen:

Jena – Der Wolf wird viel zu schnell zum Sündenbock gemacht. Er soll unter anderem auch ein Hauptgrund dafür sein, dass viele Schäfer ihre Betriebe aufgeben. „Die Not vieler Schäfer und extensiver Weidetierbetriebe ist in erster Linie das Resultat einer verfehlten EU- und Bundesagrarpolitik und nicht der Ergebnis der Rückkehr der Wölfe“, sagt Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim NABU Thüringen. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Schafe in Thüringen um etwa gut das Dreifache reduziert. Zu dieser Zeit gab es laut NABU Thüringen noch gar keine Wölfe im Freistaat. Viele Betriebe haben aufgegeben, weil sich die wertvolle Arbeit für den Naturschutz finanziell nicht mehr lohnt. Die Agrarförderung begünstigt bislang immer noch zu sehr Großflächenbetriebe und Massentierhaltung. Diese muss sich endlich ändern. Thüringen ist in Punkto Fördermöglichkeiten aber jetzt schon gut aufgestellt. Schäfer sollen zukünftig mit einer Weidetierprämie unterstützt werden. Zudem sollen Weidetierhalter bei entsprechenden Voraussetzungen künftig eine bis zu hundertprozentige Förderung für den Ausbau ihres Herdenschutzes bekommen können. Bislang liegt die Fördermöglichkeit bei 80 Prozent. „Zusammen mit der geplanten Ausweitung des Wolfgebietes auf ganz Thüringen sind das wirksame Maßnahmen, die wir ausdrücklich unterstützen. Wenn alle Schäfer diese Förderungen annehmen, könnten wirtschaftliche Ausfälle und Schäden minimiert oder sogar vermieden werden“, sagt Silvester Tamás. „Schäfer und extensive Weidetierhalter sind unsere wichtigsten Partner im Naturschutz. Die Betriebe müssen aber die Fördermöglichkeiten auch in Anspruch nehmen, um gut aufgestellt zu sein.“

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