Vertreterversammlung bei der WBG

0

Am Donnerstagabend begrüßte die Vorsitzende des Aufsichtsrates der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG), Simone Rappe, 59 der 73 gewählten Vertreter zur diesjährigen ordentlichen Vertreterversammlung im Konferenzraum des Service-Centers der WBG. Dabei standen für das höchste Gremium der Genossenschaft die Auswertung und Beschlussfassung über den Jahresabschluss zum 31.12.2018, die Arbeit des Vorstandes und des Aufsichtsrates im vergangenen Jahr sowie der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr im Mittelpunkt der Zusammenkunft.

WBG-Vorstand Steffen Loup, verantwortlich für den Bereich Finanzen, stellte zu Beginn seiner Ausführungen die Bevölkerungsentwicklung in Thüringen und besonders im Landkreis Nordhausen vor. Zwar habe die Schrumpfung der Einwohner nicht an Dynamik gewonnen, dennoch habe beispielsweise die Stadt Nordhausen, trotz der Eingemeindung von Buchholz (rund 200 Einwohner), aufgrund vieler Sterbefälle insgesamt mehr als 300 Einwohner verloren. Der strukturelle Leerstand wird in den nächsten Jahren zunehmen, so Steffen Loup, da in den vergangenen Jahren und aktuell weiterhin sehr viele neue Wohnungen, gerade in der Kreisstadt, gebaut wurden und zur Vermietung an den Markt kommen.

Steffen Loup konstatierte vor den gewählten Vertretern, dass trotz der in den vergangenen zwei Jahren vorgenommenen Erhöhung vieler Mieten, bei der WBG Südharz mit einem Durchschnitt von 5,13 Euro je Quadratmeter ca. 50 Cent bis 1,50 Euro weniger als aktuell für den sozialen Wohnungsbau gezahlt werden. Und das würde für den überwiegenden Teil der mehr als 7.000 WBG-Wohnungen zutreffen.

In einem weiteren Punkt ging der Finanzvorstand auf die Investitionstätigkeit ein. Loup: „In den zurückliegenden 25 Jahren hat unsere Genossenschaft rund 300 Millionen Euro in die Instandhaltung, die Modernisierung und den Neubau von Wohnungen investiert.“ Es gäbe allerdings auch eine nicht so erfreuliche Seite in Bezug auf diese Investitionen – das sind die enorm gestiegenen Baupreise. So musste die Genossenschaft im vergangenen Jahr wieder rund 20 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für Instandhaltungsarbeiten ausgeben. Das allein entspricht einem Betrag in Höhe von rund 6,8 Mio. Euro.

Zum Abschluss seiner Ausführungen berichtete der Vorstand Finanzen über den vollzogenen Rückkauf von 757 Wohnungen, die im Jahr 1999 als Auflage des Altschuldenhilfegesetzes verkauft und dann für die WBG-Mitglieder von der Tochterfirma der WBG Südharz, der WVG Nordhausen mbH, zurückgeleast wurden. Diese Wohnungen im Wohngebiet der Bochumer Straße bis zur Straße An der Bleiche, in der Hardenbergstraße, der Ostrower Straße und der Albert-Träger-Straße wurden nun für rund 17,1 Millionen Euro zurückgekauft. Ab dem 1. Oktober 2019 befinden sich diese Wohnungen dann wieder im genossenschaftlichen Eigentum. Die dafür notwendige Finanzierung konnte im Rahmen einer umfangreichen Angebotseinholung zu äußerst günstigen Konditionen realisiert werden.

Die Mitarbeiter der Wohnungsverwaltungsgesellschaft Nordhausen mbH werden sich in Zukunft verstärkt um die Verwaltung der mehr als 1.200 Wohneinheiten für Dritte konzentrieren. Außerdem ist der Ausbau weiterer wohnbegleitender Dienstleistungen geplant – ganz im Sinne der WBG-Philosophie „Wohnen mit Service“.

Im Anschluss an diese Informationen berichtete der Vorstand Wohnen der Genossenschaft, Sven Dörmann, über die Vermietungssituation im vergangenen Jahr. Die WBG Südharz kann eine Vermietungsquote von rund 96 Prozent vorweisen. Der Thüringer Durchschnitt liegt bei 92 Prozent. Rechnet man da die Hotspots Jena, Erfurt und Weimar mal heraus, dann liegt die Landes-Quote sogar nur noch bei 89 Prozent. Die sehr gute Vermietungsquote hat laut Sven Dörmann viele Gründe: „Unsere Wohnungen haben nach einem Mieterwechsel einen qualitativ hohen Standard und wir sind damit oft besser als andere Anbieter. Außerdem arbeiten unsere Mitarbeiter, besonders die Objektmanager in den Wohngebieten, permanent an der Steigerung der Zufriedenheit unserer WBG-Mitglieder.“
Konkret hatten im vergangenen Jahr mehr als 1.700 Interessenten bei der WBG Südharz nach einer Wohnung angefragt. Daraus resultierten rund 1.200 Besichtigungen mit Mitarbeitern des WBG-Vermieter-Teams. Hieraus wiederum ergaben sich fast 860 neue Mietverträge. So wurde die Mitgliederzahl der Genossenschaft mit 7.091 sehr stabil gehalten, wenn man bedenkt, dass im vergangenen Jahr leider 131 Genossenschaftler verstarben.

Ein weiterer Punkt der Ausführungen von Sven Dörmann war der Bereich des Marketings. Unter dem Motto „Wir gestalten die Region“ stellte die Genossenschaft auch im vergangenen Jahr rund 200.000 Euro als Marketingbudget zur Verfügung. Sehr viele sportliche und kulturelle Veranstaltungen wurden wieder von der WBG Südharz unterstützt. Vom Rolandfest über das Campusfest in Nordhausen oder das Bergmannsfest in Bleicherode bis ICAN-Triathlon, Harztorlauf oder Familienwandertag – vieles davon macht Nordhausen und den Landkreis lebenswerter und erhöht den Wohnwert unserer Region.

Im Bereich der Technik konkretisierte Sven Dörmann noch einmal die Entwicklung der gestiegenen Baupreise. So mussten verschiedene Einheitspreis-Verträge mit den mehr als 70 vertraglich gebundenen Handwerkerpartnern der WBG überarbeitet und angepasst werden. Die daraus resultierenden Mehrausgaben bei laufender Instandhaltung und Modernisierung konnten durch die gestiegenen Einnahmen aus den Mieten kompensiert werden. Alle Bauprojekte des Jahres 2018 sowie rund 900 Wohnungsherrichtungen zur Neuvermietung konnten meist fristgerecht abgeschlossen und die geplanten Budgets eingehalten werden. In der heutigen Zeit längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Derzeit laufen größere Baumaßnahmen in Nordhausen, beispielsweise mit der Sanierung der Fassade (mit Balkonanbau) in der Weberstraße 4 und von Dächern und Fassaden im Ensemble des Bochumer Hofes. Noch in diesem Jahr soll mit dem Neubau des Projektes „WBG-GREENOne“ in der Stolberger Straße 18 begonnen werden. Im kommenden Jahr wird der zweite Bauabschnitt des Projektes „SENIORENWOHNEN am Aueblick“ im Fokus der Arbeit stehen. Hier sollen 120 Wohnungen barrierearm umgebaut und modernisiert werden. Auch hierfür sind die Vorbereitungen bereits in vollem Gang.

Steffen Loup stellte danach den gewählten Vertretern den positiven Jahresabschluss 2018 vor, der vom Prüfungsverband der Thüringer Wohnungswirtschaft bestätigt wurde. Fazit: Die Steigerung der Mieteinnahmen sowie gesunkene Zinsaufwendungen stabilisierten weiter die Wirtschaftskraft der Genossenschaft und machten auch im vergangenen Jahr eine weitere Entschuldung der Genossenschaft möglich.

Beschlossen wurden zudem die Neufassung der Satzung der WBG Südharz, die aufgrund novellierter Gesetze, Normen und Richtlinien notwendig wurde. Die neue Satzung und der Jahresabschluss wurden ebenso einstimmig beschlossen, wie Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Mit Mike Szybalski, Gunther Hebestreit und André Vollmer wurden drei Mitglieder des Aufsichtsrates für weitere drei Jahre einstimmig bestätigt.

Abschließend bedankte sich die Aufsichtsratsvorsitzende der WBG Südharz, Simone Rappe, bei Vorstand und Mitarbeitern für die ausgezeichnete Arbeit im Interesse der WBG-Mitglieder im vergangenen Jahr. Im Dezember wird man sich zum Vertreterforum wiedersehen. Dann wird ein erstes Fazit zum Verlauf des Geschäftsjahres 2019 gezogen werden können.

Share.

Leave A Reply

*