Trotz leichten Anstiegs des Luchsbestandes gibt es keine Entspannung

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NABU äußert sich zu den aktuellen Zahlen des BfN zum Luchsmonitoringjahr 2019/2020

Jena – Die aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zu Luchsvorkommen für Deutschland im Monitoringjahr 2019/2020 zeigen, dass es mehr Luchse gibt als im vorangegangenen Erfassungszeitraum. Trotz des leichten Anstieges der nachgewiesenen Luchse sieht der NABU (Naturschutzbund) die Ausbreitung des Luchses immer noch gefährdet. Laut BfN gab es zum Ende des Monitoringjahres insgesamt 125 bis 135 selbstständige Luchse in Deutschland. Das ist nur ein leichter Anstieg zum vorangegangenen Monitoringjahr 2018/2019, da zählte das BfN noch 84 bis 88 selbstständige Luchse und 27 Weibchen mit Nachwuchs.

„Aus den aktuellen Zahlen wird deutlich, dass noch viel zu wenige Luchse durch Thüringen schleichen. Über dauerhaft anwesende Luchse oder reproduzierende Luchse, die kontinuierlich für Nachwuchs sorgen, ist so gut wie gar nichts bekannt“, sagt Silvester Tamás, der Projektkoordinator NABU-Luchsprojektes „Plan P wie Pinselohr“ in Thüringen. „Aus den vorliegenden Zahlen wird deutlich, dass es noch sehr viel für die Luchse in Deutschland und in Thüringen zu tun gibt. Gerade Thüringen bietet aufgrund seiner zentralen Lage, zwischen dem Harz und dem Bayerischen Wald, eigentlich gute Bedingungen für die Pinselohren. Dennoch scheint es den Luchsen hier noch schwer zu fallen, sich dauerhaft niederzulassen und auch kontinuierlich für Nachwuchs zu sorgen.“

Woran dies genau liegt, muss laut NABU durch eine noch bessere Datenerfassung und den Ausbau des Monitorings im Freistaat untersucht werden. Aber jetzt schon können limitierende Faktoren benannt werden, die den Aufbau einer stabilen Luchspopulation in Deutschland verhindern. Luchse leiden unter den Verlusten durch die illegale Bejagung und den Straßenverkehr. „Aus vorliegenden Studien wissen wir, dass diese Verluste unter den Luchsen kaum durch die noch sehr fragile Reproduktion ausgeglichen werden können“, sagt Silvester Tamás vom NABU-Luchsprojekt. „Hier braucht es deutlich mehr Anstrengungen und Konzepte für die Konfliktentschärfung. Ein konkreter Managementplan für den Luchs in Thüringen, aber auch für ganz Deutschland wäre notwendig. Dort muss eine klare Strategie für die Akzeptanzförderung und Wiederansiedlung der Pinselohren formuliert werden.“ Langfristig wird das Überleben der Luchse in Deutschland nur dadurch abgesichert werden können, wenn die illegale Jagd auf die Pinselohren aufhört und Unfälle, zum Beispiel an geeigneten Stellen im Verkehr, durch Querungshilfen minimiert werden.

Der NABU Thüringen macht sich stark für das Pinselohr und möchte über die seltene Katze aufklären und diese besser schützen. Mit seinem Luchsprojekt „PLAN P wie Pinselohr – Luchse in die Mitte bitte – dem Luchs gemeinsam auf die Sprünge helfen“, sammeln die Naturschützer Daten und Hinweise, informieren mit Vorträgen und Exkursionen und setzen sich nachhaltig für den Schutz und eine bessere Vernetzung der Luchslebensräume ein. Hinweise und Meldungen zum Luchs nimmt der NABU Thüringen dankend entgegen. Mehr Informationen: www.NABU-Thueringen.de/Luchs

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