Traditionen, Rituale und Bräuche bewahren – Palmsonntagsprozession wurde Immaterielles Kulturerbe

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Die UNESCO hat weitere schützenswerte Traditionen in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Dazu gehört nun auch die Heiligenstädter Palmsonntagsprozession, bei der mit lebensgroßen Figuren in sechs Szenen an den Leidensweg Jesus erinnert wird und zu einer der größten Prozessionen am Palmsonntag in Deutschland zählt. Sie soll die Christen auf die bevorstehende Karwoche einstimmen und findet am Palmsonntag, eine Woche vor Ostern, in unserer Stadt statt.

Am Montagabend (29.05.2017) fand die feierliche Übergabe der Urkunden an alle Vereine und Initiativen, die Träger des Immateriellen Kulturerbes sind, statt. Insgesamt wurden 36 verschiedene und sehr unterschiedliche Traditionen und Bräuche in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Auszeichnung fand in der Landesvertretung Mecklenburg/Vorpommern in Berlin statt.

Staatssekretärin Dr. Pirco Kristin Zinnow nahm die Begrüßung aller Gäste vor und bestätigte, wie fassettenreich das Immaterielle Kulturerbe ist. Dem schlossen sich Grußworte an. Für Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, ist es wichtig, dass Bräuche und Traditionen bewahrt werden, um sie so für nachfolgende Generationen zu erhalten. Und sie ist sich sicher, dass Brauchtum und Traditionen das Gefühl von Heimat prägen, die unser tägliches Leben bereichern und verraten, was uns wichtig ist. Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, sagte, dass seit 2003 das Immaterielle Kulturerbe die verschiedenen lebendigen Kulturformen schützt. „Lebendigkeit ist das, was das Immaterielle Kulturerbe ausmacht. Traditionen sind nicht nur Festkultur, sondern ein Ausdruck von Lebensfreude, an der alle teilhaben sollen“, so Dr. Münch.

Die Urkunden wurden übereicht von Prof. Monika Grütters, Dr. Martina Münch und Prof. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission und Vorsitzender des Expertenkomitees Immaterielles Kulturerbe.

Für unsere Stadt nahm die Erste Beigeordnete Ute Althaus die Urkunde entgegen. Sie berichtete von der Bedeutung der Leidensprozession, die tausende Gläubige und Gäste jedes Jahr in unsere Stadt zieht.

Mit der Übergabe der Urkunde am Abend in Berlin stehen künftig 68 Bräuche und Traditionen auf der bundesweiten Schutzliste. Hinzu gekommen sind u. a. der Eisenacher Sommergewinn, das Altenburger Skatspiel, die ostfriesische Teekultur, die Meisterwerkstatt der Porzellanmalerei Berlin, der Einbecker Blaudruck, das Hebammenwesen Berlin oder der Innerstädtische Erwerbsgartenbau Bamberg. Zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland gehört künftig auch das Barther Kinderfest sowie die traditionelle Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein in der Nähe von Bonn.

Das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes soll von Jahr zu Jahr wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen.

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