Tourismus wichtiger Wirtschaftsfaktor

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Die Corona-Pandemie und die Auswirkungen des erneuten Lockdowns waren ein wesentliches Thema der diesjährigen Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Südharz Kyffhäuser e.V. Aufgrund des Infektionsgeschehens und der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie fand die Mitgliederversammlung gestern digital statt. Gerade die Tourismus-, Gastronomie-, Freizeit- und Veranstaltungsbranche war und ist von den einschränkenden Maßnahmen betroffen. „Es ist nach wie vor eine äußerst schwierige Situation für unsere Leistungsträger“, so Matthias Deichstetter, Vorstand des Tourismusverbandes. „Zwar zeigen die Gäste- und Besucherzahlen gerade in den Sommermonaten eine hohe Nachfrage bei unseren touristischen Angeboten, allerdings sind die Verluste aus dem Lockdown nicht mehr aufzuholen.“ Die statistisch erfassten Übernachtungen und Gästeankünfte sind durch die Beherbergungsverbote in den ersten acht Monaten das Jahres um nahezu die Hälfte eingebrochen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weitreichend. Dies belegt auch eine aktuelle Studie des Instituts dwif GmbH München, die im Auftrag des Harzer Tourismusverbandes für die gesamte Region Harz wie auch für die einzelnen Regionen in Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erstellt wurde. „Nicht nur die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen die weitreichenden positiven Effekte, die die Tourismuswirtschaft innerhalb der Destination Harz erzielt. Dabei handelt es sich nicht nur um die wirtschaftlichen Auswirkungen in der direkten Tourismusbranche, sondern auch um die in flankierenden Bereichen wie dem Einzelhandel und dem Dienstleistungssektor. In der Corona-Krise wurden diese Abhängigkeiten besonders deutlich. Hinzu kommen die positiven Auswirkungen auf die Lebensqualität der Einheimischen, die auf ein Freizeit- und Kulturspektrum zugreifen können, welches in ländlichen Gebieten sonst kaum vorgehalten werden kann. Daher ist es von großer Bedeutung, den Tourismus in Deutschland und im Harz in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen und Perspektiven aufzuzeigen“, mahnt Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes.

In konkreten Zahlen zeigt die Studie für den Thüringer Bereich, dass der Tourismus als Wirtschaftsfaktor eine wichtige Rolle im Südharz Kyffhäuser spielt. Laut der Analyse kamen im Jahr 2019 rund 6,4 Mio. Tagesgäste in die Region. Zudem gab es rund 0,85 Mio. Übernachtungen – über alle Beherbergungsbereiche hinweg, von gewerblichen Betrieben über Camping und Wohnmobilisten sowie Ferienwohnungen und Privatquartiere unter 10 Betten. Mit den Tages- und Übernachtungsgästen wird ein Jahresumsatz von gut 202 Mio. Euro generiert. Davon entfallen rund 61 % auf den Bereich der Tagesreisen, etwa 29 % auf gewerbliche Übernachtungsbetriebe und 8 % auf Privatquartiere. Neben dem Gastgewerbe (ca. 94 Mio. Euro) profitieren auch der Dienstleistungsbereich (knapp 47 Mio. Euro) und der Einzelhandel (rund 61 Mio. Euro). Gerade der Tagestourismus fällt im Südharz Kyffhäuser ins Gewicht. Während 7,5 % aller Übernachtungen im Harz auf diese Region entfallen, sind es 15,5 % aller Tagesausflüge. „Dies belegt, dass insbesondere unsere attraktiven Ausflugsziele ein Magnet für Besucher sind“, freut sich Jessica Piper, ebenfalls Vorstand im Tourismusverband. „Aufgrund dieser positiven Auswirkungen sowohl auf die Wirtschaft als auch die Lebensqualität begrüßen wir Investitionen in die touristische Infrastruktur, durch die öffentliche Hand wie private Investoren.“

Die Analyse des dwif ergab zudem, dass in der Region Südharz Kyffhäuser rund 5.260 Einwohner mit Tourismus ihr Geld verdienen, weil sie entweder in der Tourismusbranche beschäftigt oder indirekt beteiligt sind und anteilig vom Tourismus leben, wie beispielsweise Beschäftigte im Einzelhandel und der Gastronomie. Auch zum allgemeinen Steueraufkommen trägt die Tourismusbranche mit rund 19 Mio. Euro im Jahr bei. „Die Studie hat noch einmal belegt, dass der Tourismus eine Querschnittsbranche ist, der viele Bereiche berührt – von Gastronomie über Kultureinrichtungen und Einzelhandel bis hin zu Erzeugern regionaler Produkte“, so Jessica Piper. „Deshalb ist es wichtig, dass die Branche im kommenden Jahr wieder zeitnah zu möglichst normalen Arbeits- und Betätigungsmöglichkeiten zurückkehren kann“, ergänzt Matthias Deichstetter. „Denn die wochenlange Schließung von Unternehmen führt zu einem weitreichenden wirtschaftlichen Schaden und gefährdet Arbeitsplätze in unserer Region.“

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