Thüringer Kulturmodellregionen in Berlin

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In der Thüringer Landesvertretung in Berlin sind gestern Abend die Kulturentwicklungskonzepte in den beiden Thüringer Modellregionen vorgestellt worden. Der Kyffhäuserkreis und der Landkreis Nordhausen bildete eine dieser Modellregionen. Im Fokus stehen in Nordthüringen die kulturelle Bildung, der Kulturtourismus und kooperative Projekte. „Die Diskussion in Berlin hat erneut gezeigt, dass es die Ideen des Konzepts und der breite Diskussionsprozess, der dorthin geführt hat, wert sind, nicht in der Schublade zu verschwinden“, so Landrat Matthias Jendricke. „Im Kulturtourismus haben wir bereits die erste Handlungsempfehlung umgesetzt und einen gemeinsamen, kreisübergreifenden Tourismusverband gegründet, der in der touristischen Vermarktung auf den Bereich Kultur einen besonderen Schwerpunkt setzen wird.“ Ab kommenden Jahr wird ein Koordinator, den das Land finanziert, die Arbeit des Kulturkonzepts fortsetzen, so Landrat Jendricke und Matthias Deichstetter vom Kyffhäuserkreis, die die Nordthüringer Region vertraten.

Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei eröffnete die Präsentation in Berlin: „Die Vielgestaltigkeit unserer Kulturlandschaft spiegelt den Reichtum und die Komplexität unseres Lebens. Die dezentrale Kulturlandschaft Thüringens zu stärken gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben der Kulturpolitik.“ Die Kleinteiligkeit der Gebietsstrukturen bedeute auch eine Herausforderung für kulturelle Angebote. Hier zeige der Ansatz einer überregionalen Kulturentwicklungskonzeption, welche Chancen größere Strukturen auch für den Kulturbetrieb bieten. Die nun vorgestellte Broschüre dokumentiere Qualitäten wie Strukturprobleme der Modellregionen sowie Strategien regionaler Kulturpolitik, so der Minister. Dabei sprach Prof. Hoff auch die aktuelle Diskussion der Theaterlandschaft im Freistaat an, bei der auch die Rolle von Stadttheatern neu betrachtet werden. „Die Bedeutung unseres Theaters als kultureller Anker für das gesamte Umfeld wurde auch wieder in der Konzeption beschrieben und es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die bestehende Struktur und Finanzierung des Hauses zukunfts- und tragfähig zu gestalten“, so Jendricke.

Die Gespräche zu den erarbeiteten Kulturentwicklungskonzepten der Modellregionen werden auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Denn auch für die Landesebene habe der Prozess viele Anregungen geboten. So bestehe beispielsweise die Idee von Regionalfonds, über deren Verteilung die Akteure vor Ort entscheiden können, so Elke Harjes-Ecker von der Thüringer Staatskanzlei und Vorsitzende des Landesbeirats beider Kulturkonzepte. Hintergrund der beiden regionalen Kulturentwicklungskonzepte, die der Freistaat finanziert hat, ist das Landeskulturkonzept aus 2012. In einem beteiligungsintensiven Prozess mit zahlreichen Kulturschaffenden vor Ort wurden Ansätze für die Veränderung der regionalen kulturellen Projekte und Infrastrukturen erarbeitet. Die Broschüre ist online unter www.thueringen.de/apps/publikationen/?filterhaus=2&s=6scctshdx47-thy84db0zc1et-√oy abrufbar. Mehr zur Modellregion Nord auch unter www.kulturkonzept-kyf-ndh.de.

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