Thüringer HC qualifiziert sich für Gruppenphase

0

Der Thüringer HC gewinnt das Rückspiel gegen H.C. Astrakhanochka 30:25 (16:12) und qualifiziert sich für die Gruppenphase im EHF Cup.
Zu ungewohnt später Stunde standen sich in der Nordhäuser Wiedigsburghalle der Thüringer HC und Astrakhanochka aus Russland im Rückspiel der 3. Runde des EHF Cup gegenüber. Mit einer überragenden Marie Davidsen im Tor und einer geschlossenen Abwehrleistung machte der deutsche Vizemeister vor heimischem Publikum den Sieg perfekt. Beste Werferin aufseiten des Thüringer HC war Iveta Koresova mit acht Treffern, im Team der Gäste aus Astrachan waren Anna Kochetova und Karina Sabirova sechs Mal erfolgreich.

Der THC hatte Anwurf und Lydia Jakubisova erzielte das erste Tor aus der für sie ungewohnten Rückraumposition. Nach dem Ausgleich der Gäste (2:2) verwandelte Iveta Koresova zwei Strafwürfe in Folge zum 4:2. Karina Sabirova machte es ihr nach und erzielte den Anschlusstreffer zum 4:3, nachdem Emily Bölk die erste Zeitstrafe der Gastgeberinnen kassierte. Auf der Gegenseite gab es die erste Zeitstrafe für Daria Bogdanova. Iveta Koresova verwandelte ihren dritten Strafwurf sicher zum 5:3 (9. Minute). Mehrfach zeichnete sich Marie Davidsen im THC-Tor aus, ihre Vorderleute dankten es ihr mit dem 7:3 nach zehn Minuten. Jetzt war der Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt und der Trainer der Gäste, Vlatko Djonovic sah sich zum ersten Time Out gezwungen. Beide Mannschaften hatten Fahrt aufgenommen, auf den Treffer des THC folgte jeweils das Gegentor der Gäste. Mitte der ersten Halbzeit zog Alicia Stolle sehenswert aus dem Rückraum ab und erzielte aus zehn Metern das 9:5. Dank starker Paraden von Marie Davidsen kam Astrakhanochka nicht näher heran. Herbert Müller hatte in der 20. Minute Gesprächsbedarf, da im Angriff zu viele Chancen liegen gelassen wurden. In der 22. Minute musste Emily Bölk bereits ihre zweite Zeitstrafe auf der Bank absitzen. Es häuften sich die Fehler in Unterzahl und die Russinnen trafen sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff zum 11:11 Ausgleich ins leere Tor der Gastgeberinnen. Das Spiel ohne Torhüterin brachte keinen Erfolg. Iveta Koresova brachte den Thüringer HC mit ihrem fünften Treffer zwei Tore vor (13:11). Anna Kochetova verlor nach 27 Minuten das Duell von der Strafwurflinie gegen Marie Davidsen. Eine Minute später kassierte Lydia Jakubisova eine Zeitstrafe, den fälligen Strafwurf verwandelte Karina Sabirova sicher. Sekunden vor der Halbzeitpause bekam Daria Bogdanova, nach einem groben Foul an Iveta Koresova, die Rote Karte. In die Halbzeit ging es mit 16:12 für den Thüringer HC.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Zeitstrafe gegen Meike Schmelzer, somit agierten beide Mannschaften mit einer Spielerin weniger – Karina Sabirova verwandelte den Strafwurf zum 16:13. Sieben Minuten waren nach dem Wiederanpfiff gespielt, da erzielte Iveta Koresove den ersten fünf Tore Vorsprung im Spiel (19:14). Die Gäste kämpften druckvoll im Angriff und offensiv in der Abwehr, der Vorsprung aus dem Hinspiel vor einer Woche war nun nichts mehr Wert. Alicia Stolle ließ in der 43. Minute, mit zwei Treffern in Folge, das 22:16 auf der Anzeigetafel aufleuchten.
Vlatko Djonovic zog nach Lydia Jakubisovas 23:26 Torerfolg ins leere Tor seiner Mannschaft die Notbremse und legte die Grüne Karte auf den Tisch des Kampfgerichts (46. Minute). Noch neun Minuten waren zu spielen, als Meike Schmelzer mit einem schönen Dreher einen Tempogegenstoß abschloss und zum 27:19 erhöhte. Marie Davidsen war weiterhin der starke Rückhalt im THC Gehäuse, bis zur 50. Minute zeigte sie 18 Paraden. Zudem entschärfte sie gegen Karina Sabirova den zweiten Strafwurf dieser Partie, so blieb es beim acht Tore Vorsprung. Fünf Minuten vor Spielende, erzielte Meike Schmelzer mit ihren fünften Treffer das 28:19, damit schien die Vorentscheidung gefallen. Die Gäste gaben weiterhin alles und spielten in ständiger Überzahl ohne Torhüterin. In der 58. Minute verkleinerten sie den THC-Vorsprung auf sechs Tore (29:23). 60 Sekunden vor Schluss nahm Herbert Müller eine letzte Auszeit. Der von ihm geforderte Spielzug, Iveta Koresova sollte bedient werden und mit Kempatrick einnetzen, wurde in der Schlussminute durch die russischen Gäste vereitelt. Die Partie endete mit einem 30:25 Erfolg für den Thüringer HC, der sich somit für die Gruppenphase des EHF Cups qualifizieren konnte.

Bericht: Martin Holzheier/Bernd Hohnstein

Stimmen nach dem Spiel:

Vlatko Djonovic (Astrakhanochka): Wir haben heute sehr viele Fehler gemacht und in der Abwehr Probleme mit dem Thüringer Angriff gehabt. Das bessere Team hat somit gewonnen. Ich wünsche dem THC alles Gute für die Gruppenphase und mit einer Leistung wie heute kann sogar das Endspiel möglich sein. Was ich noch sagen muss, ich war ja schon mal mit Buducnost hier, die Stimmung in der Halle ist wahnsinnig gut.

Herbert Müller (THC): Wir wollten heute ab der ersten Minute kämpferisch stark sein und in der Abwehr zupacken. Ich denke, das haben wie 60 Minuten lang auch gezeigt. Ich muss meiner Mannschaft heute ein Riesenkompliment machen, nach den letzten schweren Wochen noch mal so eine Leistung zu zeigen. Knackpunkt im Spiel war für mich, dass wir nach dem 11:11 vor der Pause noch mal auf vier Tore davon ziehen konnten. Wir freuen uns auch für die Fans, dass wir auch im nächsten Jahr hier international spielen können.

Statistik:

Thüringer HC: Marie Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich, Mariana Ferreira Lopes, Beate Scheffknecht, Alexandra Mazzucco, Almudena Rodriguez 1, Jovana Sazdovska 3, Meike Schmelzer 6, Alicia Stolle 6, Iveta Koresova 8, Emily Bölk 4, Ina Großmann, Mia Biltoft, Mikaela Mässing, Lydia Jakubisova 2.

H.C. Astrakhanochka: Anastasiia Riabtseva, Kira Trusova; Anna Kochetova 6, Deborah Hannah Pontes Nunes, Irina Antonova 4, Karina Sabirova 6, Ekatarina Zelenkova, Daria Bogdanova. Elizaveta Malashenko 3, Sofiia Ignatovich, Viktoriia Shichkina, Karyna Yezhykava 1, Anna Kainarova 1, Maria Gafonova 1, Kristina Tarasova 3.

Strafwürfe: 4/4 – 8/6.
Zeitstrafen: 5 – 2.
Disqualifikation: Daria Bogdanova (30. Minute).
Zuschauer: 1100.
Schiedsrichter: Nichlas Nygaard/Nicklas Mark Pedersen (DEN).
EHF-Delegierter: Marek Zabczynski (POL).

Share.

Leave A Reply

*