Thüringer Denkmalpreis für die SWG in Nordhausen

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Freistaat zeichnet Sanierung und Bestandserhalt des Torhauses in der Domstraße 12 aus. SWG-Chefin Klaan: „Schöner Schlusspunkt für schwierige Bauaufgabe.“
Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) in Nordhausen ist mit dem diesjährigen Thüringer Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke) hat die Sanierung und den Erhalt des historischen Bestandes des Torhauses in der Domstraße 12 heute in Erfurt mit einem Einzelpreis prämiert. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis. Er ist Anerkennung für alle Kollegen der SWG und ein schöner Schlusspunkt dieser doch schwierigen Bauaufgabe“, sagte Inge Klaan, Geschäftsführerin der SWG, nach der Preisverleihung im Erfurter Angermuseum.
Die Sanierung der Domstraße 12, dem ältesten Gebäudeensemble der Rolandstadt, sei für die SWG eine besondere Herausforderung gewesen. Der Zustand des Gebäudes war äußerst desolat, es gab unter anderem Schwammbefall. „Im Bau folgte eine Überraschung der anderen, die immer wieder neues Denken erforderte“, berichtete die SWG-Chefin. Da die Auflagen des Denkmalschutzes keine großen Veränderungen an der Grundstruktur des Objektes zuließen, musste die anfängliche Idee verworfen werden, dass hier die Jugendkunstschule einzieht. Die geplanten Eingriffe in die historische Substanz wären in diesem Fall zu groß gewesen. Klaan bezeichnet es im Nachhinein als eine glückliche Fügung, weil die Orientierung des Sanierungskonzeptes ausschließlich am historischen Bestand erfolgte: Die Domstraße 12 wurde als das saniert, was es immer war, ein Wohnhaus.
Heute ist der zum Teil über 700 Jahre alte Gebäudekomplex das Zuhause der Nordhäuser Gästeführergilde und der Restauratorin Suzy Hesse. Der mittlere Gebäudeteil stammt aus dem Jahr 1303 und ist damit eines der ältesten Objekte in Thüringen. Der südliche Gebäudeteil ist auf das Jahr 1327 datiert, mit einem geschätzten Baujahr von 1565 ist das Torhaus mit Bohlenstube der jüngste Teil der Drei-Häuser-Reihe.
Seit Sanierungsbeginn im Jahr 2009 sind rund 680 000 Euro in die Wiederherstellung des historischen Gebäudekomplexes geflossen; rund 60 000 Euro steuerte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie bei. Aktuell laufen noch letzte Arbeiten an den Außenanlagen.
Neben der Nordhäuser SWG wurden sechs weitere Preisträger geehrt.

Die Bohlenstube befindet im Torhaus mit der markanten Außenfassade und den Renaissancefenstern. Foto: SWG

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