THC tut sich schwer gegen den VfL Oldenburg

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Der Thüringer HC schließt das Doppelspielwochenende mit einem 27:22 (14:11) Erfolg über den VfL Oldenburg ab. Der THC tat sich gegen das junge Team der Gäste schwer und brauchte lange, um einen komfortablen Vorsprung herauszuspielen. Beide Mannschaften zeigten deutliche Schwächen im Abschluss und so blieben die Thüringerinnen trotz des Sieges hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Beste Werferin für den THC war mit sieben Toren Marketa Jerabkova. Sechs Treffer erzielte Merle Carstensen für den VfL.

Nach der enttäuschenden Niederlage gegen die HSG Blomberg-Lippe sollten beide Punkte in der Salza-Halle bleiben. Nur einen Tag nach ihrem 31. Geburtstag absolvierte Beate Scheffknecht ihr 100. Bundesligaspiel von insgesamt 161 Spielen für den Thüringer HC. Es wäre also das perfekte nachträgliche Geburtstagsgeschenk der Mannschaft.

Heute spielten die beiden unberechenbarsten Mannschaften der Liga gegeneinander. Die Leistungen beider Teams waren in der laufenden Saison so unvorhersehbar, dass man nie wusste, was am Ende rauskam. Von Beginn an im Tor, zeichnete sich Laura Kuske mit schönen Paraden aus. Im Angriff klemmte es auf beiden Seiten, sodass nach knapp zehn Minuten ein 4:4 auf der Anzeigetafel stand. Einzig die Torhüterinnen zeigten mit ihren Klasse Paraden eine gute Leistung. Den ersten Strafwurf verwandelte Merle Carstensen nach 13 Minuten für die Gäste sicher zum 4:5. Der THC kam nun besser ins Spiel und übernahm die Führung. Mitte der ersten Halbzeit traf Emma Ekenman-Fernis zur ersten Zweitoreführung zum 7:5. Eine Minute später setzte sich Kerstin Kündig im Eins-gegen-eins durch und netzte zum 8:5 ein. Die Gäste ließen sich davon nur wenig beeindrucken und spielten auf Augenhöhe mit. Dem THC gelang es nicht, sich deutlicher abzusetzen. Im Angriff wurden einfach zu viele Fehler produziert, durch Abspielfehler die guten Ansätze zunichtegemacht. Der VfL nutzte die Unsicherheiten und verkürzte nach 20 Minuten auf ein Tor – 9:8. Das ließ Herbert Müller keine andere Wahl, als die grüne Karte zu legen. Deutlich war zu erkennen, dass er mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft nicht zufrieden war. Einzig Einzelaktionen brachten beim Gastgeber die Torerfolge, auf die der VfL die richtigen Antworten fand. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff brachte folgerichtig Merle Carstensen den Ball zum 11:11-Ausgleich im THC-Tor unter. Nach der ersten Zeitstrafe gegen Marloes Hoitzing verwandelte Emma Ekenman-Fernis den Strafwurf sicher zum 13:11. Die zwei Minuten Überzahl ließen die Gastgeberinnen ungenutzt und schafften es nicht, die Führung auszubauen. Erst als auch noch Merle Carstensen auf die Bank musste, erzielte Beate Scheffknecht in der letzten Minute vor der Pause den Dreitorevorsprung zum 14:11-Halbzeitstand.

Laura Kuske blieb in der zweiten Halbzeit im Tor und knüpfte an die guten Leistungen aus der ersten Hälfte an. Emma Ekenman-Fernis schaffte per Strafwurf den Torerfolg zum 15:12. Das Überzahlspiel aufgrund einer Zeitstrafe gegen Kerstin Kündig nutzen die Gäste, um auf 16:14 heranzukommen. Der Thüringer HC schaffte es nicht, eine Vorentscheidung zu erringen. Zu viele glasklare Chancen blieben liegen oder wurden leichte Beute für Julia Renner. Nach 40 gespielten Minuten erzielte Toni-Luisa Reinemann den Treffer zum 19:17 und der VfL war dem Anschlusstreffer in dieser Phase näher als der THC einer Dreitoreführung. Herbert Müller reagierte und wechselte im Tor – Marie-Skurtveit-Davidsen kam für Laura Kuske zwischen die Pfosten. In der 46. Minute bat er außerdem die ganze Mannschaft an die Seitenlinie, um deutliche Worte zu finden und seine Unzufriedenheit über die vielen Fehler auszudrücken. Seine Ansprache zeigte Wirkung. In die Schlussphase ging es beim Stand von 22:19. Nun nahm VfL-Trainer Niels Bötel seine zweite Auszeit, weil er mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft nicht zufrieden war.
Der THC nutzte sich ergebende Lücken und Lydia Jakubisova erzielte ein sehenswertes Tor zum 23:19, der THC lag nun mit vier Toren vorn. Der VfL Oldenburg steckte nicht auf und wehrte sich, doch den guten Reaktionen der THC-Torhüterin Marie Skurtveit Davidsen war es zu verdanken, dass die Gastgeberinnen die Führung halten konnten. Den Vorsprung deutlicher auszubauen, gelang dem THC nicht, zu viele Bälle fanden nicht den Weg ins gegnerische Tor. Am Ende gewann der THC gegen ein gut spielendes, junges Team aus Oldenburg mit 27:22.

Bericht: Martin Holzheier/Bernd Hohnstein

Stimmen:
Niels Bötel (VfL): Wir haben zu viel liegen gelassen und gegen Ende der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Der Thüringer HC hat die leichten Tore bekommen. So auch in der zweiten Halbzeit. Wir liegen dann zwei-drei Tore hinten und kommen den Schritt einfach nicht ran. Nichtsdestotrotz haben wir heute eine gute Leistung abrufen können. Der THC hat es über 60 Minuten besser gemacht. Das Ergebnis mit fünf Toren geht so in Ordnung. Wir hatten natürlich gehofft, etwas länger dran zu bleiben. Aber Thüringen so lange zu Ärgern ist ganz gut.

Herbert Müller (THC): Wenn ich von Handball spreche, kann ich mit unserer Leistung heute absolut nicht zufrieden sein. Man erwartet eine Leistung auf einem bestimmten Level und dieses Level haben wir heute nicht erreicht. Der Schlüssel lag beim 9:6 für uns, aber ich weiß, das Oldenburg nicht aufgibt und ich habe den Mädels das auch im letzten Timeout gesagt. Ich weiß, dass sie nie was hergeben und da gehen sie volles Risiko. Kompliment an Oldenburg, die versucht haben, uns 60 Minuten an den Karren zu fahren. Bis zum 9:6 war alles in Ordnung, dann hatten wir vier-fünf technische einfachste Fehler, wo wir den Ball einfach wegspielen. Das ist ärgerlich und darf einfach so nicht passieren. Das hat mit Bundesliga nichts zu tun. Das wir mit 14:11 in die Halbzeit kommen, war in Ordnung. Diesen Dreiervorsprung zu durchbrechen, das haben wir bis zur 45. Minute nicht geschafft. Irgendwann diese vier, dann wird es laufen. Diese einfachsten Fehler, dieses sich selbst ein Bein stellen, ärgert mich extrem. Im Endeffekt war es ein reines Kampfspiel, nichts für Handballästheten.

Statistik:
Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 3/2, Beate Scheffknecht 2, Asli Iskit 1, Arwen Rühl 1, Kerstin Kündig 5, Lydia Jakubisova 1, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 1, Marketa Jerabkova 7, Josefine Huber 6.

VfL Oldenburg: Julia Renner; Nele Reese; Lisa-Marie Fragge 1, Lana Teiken 3, Toni-Luisa Reinemann 5, Natacha Buhl, Marloes Hoitzing 2, Jane Martens, Marie Steffen 2, Merle Carstensen 6, Jenny Behrend 2, Luisa Knippert 1.

Strafwürfe: 2/2 – 2/2.

Zeitstrafen: 2 – 3.

Schiedsrichter: Colin Hartmann/Stefan Schneider.

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