Taschenspielertrick für Golfplatz

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Erfurt/ Jena/ Mechterstädt.

Die Naturschutzverbände Arbeitskreis Heimischer Orchideen (AHO), BUND und NABU bezeichnen die Argumentation von Oberhofs Bürgermeister Schulz in Bezug auf die Planungen für ein „Golfareal Schuderbachswiese“ (Freies Wort vom 31.03.20) als Taschenspielertrick. Bürgermeister Schulz möchte den Bau des Freizeitzentrums von AWO Sano gemeinsam mit dem Golfplatzbau und der Wiederbelebung des Golfhotels abwickeln. Alle drei Vorhaben sollen aus seiner Sicht vom gleichen Bebauungsplan geregelt werden.

 

Der ursprüngliche Plan von AWO Sano, sein Freizeitzentrum auf dem Areal des zwar denkmalgeschützten, aber total maroden Golfhotels erweitern zu können, wurde 2017 vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft nicht gebilligt. Anstatt damals diese Pläne zu fördern, wurden die Investoren mit Rücksicht auf eine mögliche Reaktivierung des Golfplatzes bis heute hingehalten. Seit Gründung des „Herzoglichen Golfclubs Oberhof“ 2006 sind eine ganze Reihe von Planungen für die Nutzung der Schuderbachswiese als Golfplatz vorgelegt worden. Sie alle waren aus naturschutz- und wasserschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigungsfähig. Kein Wunder, handelt es sich bei dieser Wiese um ein überregional bedeutsames Schutzgebiet mit europarechtlich besonders geschützten Lebensräumen. Nun soll offenbar der Golfplatz im Schatten der AWO-Sano-Erweiterung durchgesetzt werden.

 

Für die Naturschutzverbände ist es nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet jetzt mitten in der globalen Krise eine Entscheidung herbeigeführt werden soll. Sie fordern für die Erweiterung des Freizeitzentrums von AWO Sano einen eigenen Bebauungsplan – eine Chance, dass hier zügig gebaut werden könnte. Zudem ist nicht zu erwarten, dass die Abwägung aller naturschutzfachlichen und wasserrechtlichen Aspekte in dem komplexen Bauleitplan, von dem bisher nur ein Vorentwurf vorliegt, bis zu einem im Herbst anvisierten Neubau für AWO Sano erfolgen kann.

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