Störche überstanden die Hitze gut

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Laut des NABU Thüringen war das Jahr 2018 ein gutes Storchenjahr. Die Zahl der brütenden
Weißstorchenpaare erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 50 auf 61. Allerdings hat der
Weißstorch im Freistaat im Gegensatz zu allen anderen deutschen Bundesländern eine geringere
Siedlungsdichte.

Jena – Viele der heimischen Tiere hatten 2018 unter den ungewöhnlich hohen Temperaturen
und der langanhaltenden Trockenheit zu leiden. Die Weißstörche in Thüringen schienen mit
diesen Bedingungen jedoch gut zurechtzukommen, denn sie sind bei ihrer Nahrungssuche
nicht sehr wählerisch und können auf verschiedene Nahrungstiere ausweichen. „Uns liegen
fast alle Brutergebnisse aus diesem Jahr vor und wir können sagen, es war ein erfolgreiches
Storchenjahr“, freut sich Klaus Schmidt, Storchenexperte beim NABU in Thüringen. „Die Zahl
der Brutpaare erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 50 auf 61, den höchsten Wert seit es
Aufzeichnungen über Störche gibt.“
Nahrungsuntersuchungen von unverdauten Nahrungsresten, sogenannten Gewöllen, zeigten
nach ersten Analysen in 2018, dass die Störche sich in der Werraniederung überwiegend von
Laufkäfern und Heuschrecken ernährt hatten. Grasfrösche, die einst die Hauptnahrung
darstellten, gibt es auf den weiträumigen Wirtschaftswiesen leider kaum noch.
Laut NABU Thüringen hat sich der Weißstorchbestand in Thüringen in den letzten 9 Jahren
verdoppelt. Während sich in der Werraaue in Südwestthüringen der Bestand von 26 auf 31
erhöhte, gab es in Ostthüringen kaum eine Zunahme. Erfreut zeigt sich Klaus Schmidt über das
gute Brutergebnis aus dem Kyffhäuserkeis. Dort haben 7 Paare insgesamt 21 Junge aufzogen.
„Dies entspricht einem Durchschnitt von 3 Jungen je Nest. Im Vergleich zur Werraaue mit nur 2
Jungen ist dies sehr gut.“

Trotz dieses guten Ergebnisses geben die Naturschützer aber keine Entwarnung. „Der
Weißstorch hat in unserem Freistaat die geringste Siedlungsdichte aller deutschen
Bundesländer. Die höchste Dichte besitzt das Land Brandenburg mit rund 1.400
Storchenpaaren. Thüringen besitzt von seiner Naturausstattung nur in wenigen Flussauen für
Störche ideale Lebensräume“, erklärt Klaus Schmidt.

Mit der Zunahme der Störche mehrten sich aber auch deren Unfälle und Verluste. Mehrere
Bruten sind gescheitert, weil ein Partner ausfiel. Horstkämpfe führten oft zu schweren
Verletzungen oder Todesfällen. „In Mechterstädt wurde bei Kämpfen mit fremden Störchen
beispielswiese ein Jungstorch so stark verletzt, dass er in menschliche Pflege genommen
werden musste“, berichtet der Storchenexperte. „Dank ehrenamtlichen Helfern und der
Feuerwehr konnte der flügge Jungstorch nach seinem Heilungsprozess in ein geeignetes
anderes Nest mit Pflegeeltern eingesetzt werden.“

Hintergrund
Für den Fortbestand einer Population spielen die Anzahl der erbrüteten Jungvögel sowie ihre
Überlebensrate während der Nestlingszeit und nach dem Ausfliegen eine große Rolle. Dabei
kann der Bruterfolg von Jahr zu Jahr deutlich schwanken oder auch naturräumlich sehr
unterschiedlich ausfallen. Ganz entscheidend sind dabei die Witterung zur Nestlingszeit sowie
die erreichbare tierische Nahrungsmenge in den Wiesen, Weiden und Feuchtgebieten.
Ackerflächen spielen heute leider eine untergeordnete Rolle, da großflächige Raps-, Mais- und
Getreidefelder im Sommerhalbjahr kaum für die Nahrungssuche geeignet sind. Ein
Schwerpunkt des Weißstorchschutzes ist deshalb der Erhalt und die ökologische Aufwertung
des Grünlandes. Der Naturschutzbund NABU und mehrere Storchenfreunde haben in den
letzten Jahren durch die Neuschaffung von zahlreichen Nisthilfen die Ansiedlung der Adebare
gefördert.

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