Sechs von zehn erwachsenen Thüringern sind übergewichtig

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Thüringen ist das Bundesland mit dem zweithöchsten Body-Mass-Index
Im Rahmen des Mikrozensus zeigt sich im Durchschnitt des Jahres 2017, dass 60 Prozent der Thüringer Bevölkerung ab 18 Jahren1) einen Body-Mass-Index2) (BMI) ab 25 aufweisen und somit als übergewich- tig gelten. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik weiter mitteilt, hat jeder fünfte einen BMI von 30 und mehr und gilt als stark übergewichtig. Der durchschnittliche BMI liegt bei den Männern mit 27,2 höher als bei den Frauen mit 26,0.
Im Mikrozensus, der jährlichen repräsentativen Haushaltsbefragung, wird rund ein Prozent der Bevöl- kerung befragt. Alle vier Jahre werden auf freiwilliger Basis Fragen zur Gesundheit, darunter auch zu Körpergröße und -gewicht, gestellt. Die Fragen beantworteten 74 Prozent der Auskunftspflichtigen.
Der Durchschnittsthüringer ist 1,71 m groß und 78,2 kg schwer und somit 1 cm kleiner und 1,2 kg schwerer als der Durchschnittsdeutsche. Dementsprechend liegt Thüringen 2017 mit einem durch- schnittlichen BMI von 26,7 über dem Bundesdurchschnitt von 26,0. Damit ist der Freistaat zusammen mit Sachsen-Anhalt das Bundesland mit dem zweithöchsten Index. Einen höheren durchschnittlichen BMI hat nur die Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns mit 26,8.
Eine Ursache hierfür ist in der Altersstruktur der Bundesländer zu sehen, da sich ein starker Zusam- menhang zwischen dem Alter und der Höhe des durchschnittlichen BMI nachweisen lässt. Besonders Bundesländer mit einem relativ hohen Anteil älterer Bevölkerung haben einen entsprechend höheren BMI. Thüringen ist 2017 mit 24,0 Prozent das Bundesland mit dem dritthöchsten Seniorenanteil ab 65 Jahren. Werden alle Altersgruppen betrachtet, liegen allerdings auch die durchschnittlichen BMI der jüngeren Thüringer Bevölkerungsgruppen jeweils über dem Bundesdurchschnitt. So ist zum Beispiel der durchschnittliche BMI der 18- bis unter 20-jährigen Thüringer mit 23,2 um 0,6 kg/m2 höher als im gesamtdeutschen Durchschnitt mit 22,6.
Auffällig ist weiterhin, dass die durchschnittlichen BMI in ländlich geprägten Ländern höher sind als in städtisch geprägten. Beispielsweise haben Berlin und Hamburg mit jeweils 25,3 die niedrigsten BMI im Bundesgebiet; der Anteil der übergewichtigen Bevölkerung (BMI >25) an der Gesamtbevölkerung liegt
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hier bei 46,1 und 46,0 Prozent. Auch der Freistaat Sachsen ist siedlungsstrukturell eher städtisch ge- prägt. Trotz des zweithöchsten Anteils der Bevölkerung ab 65 Jahren von 24,9 Prozent, hat Sachsens Bevölkerung einen durchschnittlichen BMI von 26,3 – den niedrigsten Wert im Vergleich mit den ande- ren ostdeutschen Bundesländern. Die genannte These stützen auch Daten aus Thüringen: Bewohner von Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern haben durchschnittlich einen höheren BMI (27,0) als die Bevölkerung in Städten ab 10 000 Einwohnern (26,4).
Innerhalb Thüringens lässt sich ebenfalls der Zusammenhang zwischen Alter und BMI gut erkennen. Jüngere Thüringer haben 2017 einen niedrigeren BMI als ältere. So liegt bspw. der durchschnittliche BMI bei den 18- bis unter 20-Jährigen bei 23,2 (Frauen: 22,8; Männer: 23,4), bei den 65- bis unter 70-Jährigen als höchster Wert aller Altersklassen bei 28,2 (Frauen: 27,7; Männer: 28,6). Auch der Ver- gleich der stärker zusammengefassten Altersgruppen zeigt diesen Zusammenhang.
Im Mittel haben in Thüringen Erwerbslose mit 26,8 einen höheren BMI als Erwerbstätige mit 26,1. Ledige weisen mit 25,5 einen niedrigeren BMI als Verheiratete mit 27,0 auf. Ferner haben Mitglieder von kleinen 1- und 2-Personen-Haushalten einen höheren BMI (26,9) als die der größeren Haushalte mit 3 und mehr Personen (26,1).
Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2013 hat sich der durchschnittliche BMI in Thüringen um 0,4 kg/m2 erhöht. Insgesamt lag der Wert 2013 bei 26,3 und differenziert nach Geschlecht bei den Frauen mit 25,7 niedriger als bei den Männern mit 26,8.

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