Schluss mit der „Lohn-Diät“ bei Nordbrand Nordhausen

0

Mehr Geld für die „Durstlöscher und Sattmacher“ – und auch für die, die den „Echten Nordhäuser“ brennen: Die rund 145 Beschäftigten, die bei Nordbrand Nordhausen vom Rum und Cocktail bis zum Eier- und Kräuterlikör Spirituosen produzieren, sollen ein Lohn-Plus bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Die NGG will bei Tarifverhandlungen für die Ernährungsindustrie am kommenden Dienstag (Hinweis f. d. Red.: 26. November) „die Thüringer Löhne Richtung Westniveau hieven“ – und einen Plan vereinbaren, um die Ost-West-Lohnlücke zu schließen. Zudem soll es einen unteren Lohnsockel geben: „Ziel ist es, dass keiner, der Lebensmittel herstellt, künftig weniger als 12 Euro pro Stunde verdient. Im Moment werden selbst Fachkräfte mit Stundenlöhnen von unter 10 Euro abgespeist“, sagt Olaf Klenke von der NGG. Das müsse sich dringend ändern. In ganz Thüringen würden bei einem Tarifabschluss mehrere Hundert Beschäftigte der Lebensmittelindustrie von einer Lohnerhöhung profitieren.

„Wer Spirituosen produziert, Getränke abfüllt oder Wurst verarbeitet, macht einen harten Job – oft nachts oder an Sonn- und Feiertagen. Wer für die Ernährung sorgt, sollte aber selbst nicht gezwungen sein, seit Jahren den Gürtel enger schnallen zu müssen“, so Olaf Klenke. Der Landessekretär für den NGG-Bezirk Ost übt heftige Kritik am „Lohn-Tal Thüringen“: „Die Ernährungswirtschaft setzt ihre Beschäftigten in Thüringen regelrecht auf ‚Lohn-Diät‘. Nordbrand Nordhausen ist dafür ein Paradebeispiel: Ein Facharbeiter dort hätte im Westen über 500 Euro mehr auf dem Lohnzettel – und das für die gleiche Arbeit. Kein Wunder, dass der Frust in Nordhausen groß ist – vom Lebensmitteltechniker über die Büroangestellte bis zum Anlagen- und Maschinenführer.“

Es sei höchste Zeit, dass dreißig Jahre nach dem Mauerfall nun auch „die Ost-West-Lohnmauer kippt“. Ziel der NGG sei es, die Löhne „armutsfest“ zu machen. „Die Beschäftigten der Lebensmittelbranche in Thüringen sind entschlossen, sich nicht länger die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Mit niedrigen Löhnen in die Rente zu gehen, bedeutet Armut im Alter. Das schluckt keiner mehr – auch nicht bei Nordbrand Nordhausen“, macht Klenke deutlich.

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Olaf Klenke

Share.

Leave A Reply

*