Samtpfötchen auf leisen Sohlen

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NABU führt Wildkatzennachweisprojekt im Mittleren Saaletal weiter
Der Naturschutzbund (NABU) führt sein Wildkatzenprojekt im Mittleren Saaletal weiter. Nach
erfolgreichen Nachweisen in der Region des Mittleren Saaletals konnten immer wieder auch
Störungen durch eine unsensible Forstwirtschaft festgestellt werden. Das
Wildkatzennachweisprojekt will für die Bedürfnisse der Wildkatze in ihren Lebensräumen
sensibilisieren und aufklären.
Jena – Unbemerkt und leise schleicht sie durch unsere Wälder und Fluren – die Europäische
Wildkatze oder auch Felis silvestris, wie ihr wissenschaftlicher Name lautet. „Vor einigen
Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass sie überhaupt in unserer unmittelbaren
Nachbarschaft leben. 2014 gelangen uns die ersten Nachweise zur Wildkatze in den
Waldgebieten um Jena. 2015 konnten wir sogar den ersten Wildkatzenachwuchs
dokumentieren“, erklärt Silvester Tamás, Projektleiter des NABU Saale-Holzland-Kreis für
das Wildkatzennachweisprojekt im Mittleren Saaletal. „Für uns war dies Ansporn genug,
unser erfolgreiches Wildkatzenprojekt auch 2018 und 2019 fortzuführen“.
Seit 2014 gelingen den Naturschützern in der Region des Saale-Holzland-Kreises immer
wieder neue Nachweise zu Wildkatzenvorkommen. Dieses Jahr erstmalig auch bei Kunitz
und bei Rothenstein. „Das ist ein gutes Zeichen“, so Tamás. „Dennoch bereiten uns die
rabiaten Eingriffe der Forstwirtschaft immer wieder Sorgen.“ Als Beispiele nennt der
Projektleiter des Wildkatzenprojektes die Waldschutzgebiete bei Vollradisroda und im
Tautenburger Forst. „Das sind ausgewiesene Naturschutz- beziehungsweise FFH-Gebiete.
Nicht immer sehen wir dort die notwendige Sensibilität, die im Umgang mit den
schutzbefohlenen Waldlebensräumen angewendet werden sollte“, so Tamás. In beiden
Gebieten wurden Strukturen von Lebensräumen dermaßen nachteilig beeinflusst, dass sich
dort keine Wildkatzen nachweisen lassen. „Aus diesem Grund werden wir unser
Wildkatzennachweisprojekt in diesem Winter mit erhöhter Intensität in den
Waldschutzgebieten der Region fortsetzten. Unterstützt werden wir dabei von vielen
ehrenamtlichen Naturfreunden, die helfen Lockstöcke und Kamerafallen aufzustellen und
diese auch regelmäßig zu kontrollieren“, berichtet Silvester Tamás. Dem NABU geht es
darum, zu wissen, wie und wo Wildkatzen bei uns leben können und wo sie Probleme haben.
„Wir wollen den scheuen und wilden Samtpfoten dabei helfen, unbeschwert von
Südthüringen über den Saale-Korridor weiter nach Norden zu wandern. Sie sollen auch in
der mittleren Saaleregion ungestört leben und sich hier verpaaren können.“
Träger des Bundesumweltpreises
Goldene Natur 2001

Naturschutzbund Deutschland NABU Bankverbindung und Spendenkonto: Spenden sind steuerlich absetzbar
Kreisverband Saale-Holzland-Kreis e.V. Volksbank Saaletal eG Anerkannter Naturschutzverein
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07743 Jena BLZ: 830 944 54
Tel.: (03641)221441
Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe sichert in der Region bereits einige bedeutende
Lebensräume als Refugien für bedrohte und geschützte Arten. Hierzu zählen unter anderem
die ehemals militärisch genutzten Truppenübungsplätze bei Rothenstein und der
Windknollen bei Jena sowie der Dorlberg bei Großlöbichau. Diese Lebensräume eignen sich
auch für die Wildkatze. „Wildkatzen mögen störungsarme und strukturreiche
Waldlebensräume mit Anschluss an Wiesen und Feldfluren, die ausreichend Nahrung in
Form von Mäusen und Feldhasen bieten“ sagt Silvester Tamás. Das
Wildkatzennachweisprojekt will insbesondere auch die Forstwirtschaft und Landnutzer für die
Bedürfnisse der Wildkatze sensibilisieren. “Wenn wir die Lebensräume für die Wildkatzen
besser schützen und mit einander vernetzen, dann profitieren auch andere gefährdete
Lebensformen davon“ so Tamás. Wer möchte, kann eigene Beobachtungen zu
Wildkatzenvorkommen gerne an den NABU Saale-Holzland-Kreis mitteilen und auch aktiv
bei der Suche mithelfen.

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