Saltatio Mortis sind „Für Immer Frei“

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Mittelalterrockbands gibt es viele, aber so richtig erfolgreich sind wirklich nur eine Handvoll.
Was sicher auch seinen Grund hat, wenn man einmal genauer hinschaut bzw. hinhört, weil laut und heftig ist nicht Qualität, gesungene Texte noch keine Aussage!

Denn da trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen, wie der Volksmund sagt.

Saltatio Mortis – eine Band, die um das Jahr 2000 gegründet wurde, ist eine und das ganz zu Recht der erfolgreichsten Formationen in der Mittelalter /Deutschrock/ Musikszene dieses Landes.

Ihre Anfänge nahmen die „Spielleute“ auf vielen Mittelaltermärkten, als sie begannen sich die Gunst der Zuhörer mit ihrer ganz besonderen Mischung aus hartem Rock – Pop – Folk und natürlich mittelalterlichen Elementen zu erspielen.
Aber nicht nur mit ihrer Musik zogen und ziehen die Vollblutmusiker das Volk immer wieder auf ihre Seite, sondern auch mit jeder Menge Unterhaltung, wie es sich für Spielmänner des Mittelalters eben gehört.
Dabei zelebrieren sie nicht nur wie viele andere Bands dieser Szene, die Zeit des Altertums und schwelgen in der Vergangenheit, sondern haben neben viel Spaß an ihrem Tun, durchaus mit gesellschaftlich kritischen eigenen Texten etwas zu sagen.
So auch auf ihrer neusten extrem rockenden CD „Für Immer Frei“.

Wie es sich für Gaukler und Spielleute gehört teils überspitzt, teils sehr direkt und respektlos offen, tun sie auch diesmal ihre Meinung lautstark kund.

Dabei blicken die acht Vollblutmusiker, rockend mittelalterlich und kritisch fragend auf unsere Welt und unsere Gesellschaft.
Neugierig und unbefangen toben sich Saltatio Mortis kunstvoll mit ihren mittelalterlichen Instrumenten und gepaart mit einer richtig fetten Portion Rock durch ihre Songs und sind dabei ohne ihre eigentlichen Qualitäten zu verachten und zu vergessen ein ganze Spur – Richtung Deutschrock gehend härter geworden.

So ist der Song „Löwenherz“ mit Sicherheit der, welcher am harmonischsten und mit dem größten Ohrwurmpotential herausstricht aus den neuen Album und zeigt, das die Band ihre krankheitsbedingte Pause nach dem Unfall ihres Sängers Alea und die Konzertabsagen durch Corona gut genutzt hat.

Auch bei „Loki“, dem Stück über den mythologischen Gott des Feuers und des Schabernacks, merkt man die Band hat hier den Fokus in eine andere neue Richtung gelenkt, denn hier sind die Gitarren härter und treibender als man es bisher von der Band gewohnt war.

So ziehen sich schneidende Gitarrenriffs und wummernde Bässe gepaart mit Dudelsäcken und Flöten und auch Aleas Gesang eine Spur kraftvoller und wütender wie ein roter durch die neuen Stücke.
Was die Weiterentwicklung und die Offenheit der Band für verschiedene Einflüsse eindrucksvoll dokumentiert.


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„Für immer Jung“ oder auch „Mittelfinger Richtung Zukunft“ sind dafür sicher gute Beispiele. Für letzt genannten Song haben sich Saltatio Mortis übrigens die Unterstützung von u. a. Henning Wehland von H-Blockx mit ins Boot geholt um diesem Stück voller Aussagekraft eine Menge stimmliche Power mit auf den Weg zu geben.

Fazit: Rundum Saltatio Mortis – (latein. Totentanz) wissen auch auf ihrem neusten Werk genau was sie wollen und nehmen dabei verpackt in eingängige ans Mittelalter angelehnte gehaltvolle Rocksongs zum Teil auch mal mit einer ganzen Schippe Härte und Wut obendrauf und einer nicht zu vergessenden wunderschöne Ballade („Rose im Winter“) kein Blatt vor dem Mund.

So sind die Texte immer ehrlich und glaubwürdig auch mal politisch und kritisch hinterfragend, aber nicht ohne dabei den Spaß und auch das gewohnt listige Augenzwinkern und die teils ironischen Botschaften zu vergessen.

Oder anders ausgedrückt, hier kommt geballter fetter Spielmannsrock –(oder vielleicht auch schon geballter krachender Deutschrock mit einem Hauch Mittelalter + Dudelsack und Flöten???) der Extraklasse frei nach dem Motto der Band „ Wer tanzt stirbt nicht“, der sicher auch live – wenn es denn wieder möglich ist richtig Spaß macht.

Text + Foto Stefan Peter

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