Renaissance der Wirbelsäulenendoskopie! Minimal-invasives OP-Verfahren hilft bei Bandscheibenvorfällen

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Eine kurze Bewegung und schon ist es passiert. Jede Bewegung schmerzt am Rücken. Nur ein Hexenschuss oder gar ein Bandscheibenvorfall? Zwar löst der Hexenschuss auch einen akuten, starken Rückenschmerz aus, aber nur beim Bandscheibenvorfall kommt es gleichzeitig zu neurologischen Ausfallerscheinungen, wie Beinkribbeln oder Lähmungserscheinungen. Auch Sven Bauschke (42) aus Ziegelroda in Sachsen-Anhalt verspürt einen starken Schmerz. Von einem Tag auf den anderen kann er sich kaum bewegen, kann keine langen Strecken mehr gehen oder etwas heben. „Auf einer Skala von 1-10, litt ich unter einer klaren 10. Ich hatte unerträgliche Schmerzen“, sagt Sven Bauschke. Sein Orthopäde rät ihm, den Weg bis in die HELIOS Klinik Bleicherode auf sich zu nehmen. Die dortige Vorstellung bei Dr. Andreas Ubl, Oberarzt des Neurochirurgischen Wirbelsäulenzentrums in der Bleicheröder Fachklinik für Orthopädie, bestätigt den Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall.

Operieren oder nicht? Diese Frage stellen sich vielen Betroffene. Oft bessern sich die Schmerzen von selbst. Hierbei helfen schmerzlindernde Medikamente sowie physiotherapeutische Behandlungen. Bei langanhaltenden Beschwerden sollte jedoch über eine Operation nachgedacht werden. „Verursacht der Bandscheibenvorfall höhergradige Lähmungen oder Inkontinenz, ist eine Operation unumgänglich. Zu groß ist die Gefahr einer bleibenden Nervenschädigung“, erklärt Dr. Ubl. Bewährt hat sich hierfür die mikrochirurgische Vorgehensweise. Dabei operieren Neurochirurgen durch einen rund drei Zentimeter langen Schnitt mit mikrochirurgischen Instrumenten unter dem Mikroskop.

Eine gute Alternative kann die endoskopische Bandscheibenoperation sein, die Dr. Ubl seit nunmehr über einem Jahr erfolgreich in der Fachklinik für Orthopädie durchführt. Das Prinzip der Behandlung besteht, ebenso wie bei der mikrochirurgischen Operation, in der Entfernung von Bandscheibengewebe, wodurch es zu einer Druckentlastung des Nervens kommt. „Der Vorteil der endoskopischen Operation ist die deutlich geringere Invasivität mit weniger Narbenbildung“, weiß Dr. Ubl. „Hierbei handelt es sich um ein sehr elegantes OP-Verfahren, mit dem gewisse Krankheitsbilder an der Wirbelsäule, insbesondere verschleißbedingte Nervenbedrängungen außerhalb und innerhalb der Nervenaustrittsöffnung gut und schonend behandelt werden können“, erklärt Dr. Ubl. Für den Eingriff bedarf es umfangreicher Erfahrungen in der Wirbelsäulen-Endoskopie, über die der Neurochirurg verfügt, der bereits über viele Jahre die intrakranielle Endoskopie am HELIOS Klinikum Schwerin durchgeführthatte. Allerdings sei die Methode nicht für jedes Krankheitsbild geeignet, gibt der Neurochirurg zu bedenken. „Die Wahl der Operationsmethode richtet sich sehr stark nach der Form und Lage des Bandscheibenvorfalls. Wir besprechen die Wahl des operativen Vorgehens ausführlich mit unseren Patienten im Vorfeld der Operation und wägen die Möglichkeit eines endoskopischen Vorgehens ab“, so Ubl.

Im Rahmen der Voruntersuchung in der HELIOS Klinik Bleicherode wird klar, Sven Bauschke ist für den endoskopischen Eingriff geeignet. Der Bandscheibenvorfall, der den quälenden Schmerz verursachte, wird von Dr. Ubl in der Nervenaustrittsöffnung der Lendenwirbelsäule endoskopisch operiert – mit großem Erfolg. „Unmittelbar nach der Operation, war ich die Beschwerden zu 60 Prozent los. Nach einem Tag konnte ich wieder problemlos laufen“, zeigt sich der Ziegelrodaer überrascht und glücklich. Mittlerweile sei er zu 100 Prozent beschwerdefrei.

Über zwanzig Patienten wurden von Dr. Andreas Ubl im vergangen Jahr erfolgreich mittels der endoskopischen Bandscheibenverfahrens operiert. Patienten, die unter akuten Schmerzen leiden, können jederzeit sofort notfallmäßig in der HELIOS Klinik Bleicherode vorgestellt werden, um von den erfahrenen Wirbelsäulenspezialisten untersucht zu werden. Bei weniger akuten und chronischen Beschwerden ist die neurochirurgische Facharztsprechstunde der Bleicheröder Klinik erster Ansprechpartner.

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