Rede des Präsidenten der Hochschule Nordhausen, Prof. Dr. Jörg Wagner, zum Neujahrsempfang 2020

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Nordhausen, 22.01.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
zu unserem diesjährigen gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Hochschule Nordhausen begrüße ich Sie zusammen mit dem Oberbürgermeister, Kai Buchmann, herzlich im Audimax der Hochschule Nordhausen, unserer guten Stube. Ihnen allen wünsche ich im Jahr 2020 viel Gesundheit, Glück und Erfolg.
Es ist mir eine besondere Freude, als Ehrengäste den Ministerpräsidenten und die Landtagspräsidentin des Freistaats Thüringen zu begrüßen und im Anschluss an meine Worte um ein Grußwort zu bitten. Herzlich willkommen, Bodo Ramelow und Birgit Keller!
Weiterhin begrüße ich
aus dem Thüringer Landtag die Abgeordneten Katja Mitteldorf und Dorothea Marx,
die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind-Schneider,
den Landrat des Eichsfeldkreises, Dr. Werner Henning,
den Landrat des Landkreises Nordhausen, Matthias Jendricke,
den Präsidenten der Fachhochschule Erfurt, Professor Volker Zerbe,
den Präsidenten und den Hauptgeschäftsführer der HWK Erfurt und die Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt, Stefan Lobenstein, Thomas Malcherek und Cornelia Haase-Lerch,
den Präsidenten der Ingenieurkammer Thüringen, Elmar Dräger,
die Bürgermeister der Städte Sondershausen und Ellrich, Steffen Grimm und Henry Pasenow,
den Vorstandsvorsitzenden der Thüringer Aufbaubank, Matthias Wierlacher,
den Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Nordhausen, Karsten Froböse,
den Vorstandsvorsitzenden des TÜV Thüringen, Volker Höhnisch,
und stellvertretend für die hiesigen Unternehmerinnen und Unternehmer den Vorsitzenden des Nordthüringer Unternehmerverbandes, Niels Neu, sowie für den Bundesverband Mittelständische Wirtschaft Volker Beiersdorf.
Seien Sie mir herzlich gegrüßt, sehr geehrte Professorinnen und Professoren, alle Beschäftigten der Hochschule Nordhausen, Stadträtinnen und Stadträte, Vertreter der Schulen, der Gerichtsbarkeit, der sozialwirtschaftlichen Organisationen, ehrenamtlich Engagierte und die Presse.

Die Hochschule Nordhausen blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Wir konnten unsere Studierendenzahlen in einem schwierigen Umfeld leicht ausbauen und unseren guten Ruf in der Lehre weiterentwickeln. So konnten wir unser Drittmittelvolumen nochmals ausweiten und liegen jetzt bei über 3 Millionen. Mit über 60.000 Euro pro Professor sind wir in der deutschlandweiten Spitzengruppe der Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Mittlerweile holen wir zusätzlich zur Landesförderung noch etwa 30 % Drittmittel an die Hochschule. Wir lehren und forschen auf hervorragendem Niveau.
Die Hochschule Nordhausen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Nicht nur, dass über 200 Beschäftigte hier lehren und arbeiten, auch über 2500 Studierende der Hochschule und des Studienkollegs leben und konsumieren hier. Damit werden auch viele Arbeitsplätze in der Region gesichert.
Ein besonderer Erfolg des zurückliegenden Jahres ist unser erster englischsprachiger Master-Studiengang Renewable Energy Systems. Über 200 junge Menschen, die einen Ingenieur-Bachelor bereits erfolgreich erworben haben, viele von ihnen aus Indien, sind an unsere Hochschule gekommen. Bestimmt haben Sie es im Stadtbild gesehen. Alle diese Menschen haben ein erhebliches Potenzial und stehen auch den Unternehmen sowie Organisationen in Nordthüringen perspektivisch als Arbeitskräfte zur Verfügung. Begrüßen Sie sie mit offenem Herzen und wenn Sie negative Kommentare ob ihres fremd erscheinenden Aussehens hören, treten Sie dem offen entgegen. Die Region Nordhausen kann erfolgreich weiter gedeihen, wenn wir zusammenarbeiten und sie gemeinsam voranbringen.
In diesem Jahr ist auch unser Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe an den Start gegangen. Gemeinsam sind wir Ihr Partner für alle Fragen des Recyclings. Lassen Sie uns gemeinsam neue Projektansätze generieren und Nordhausen als erfolgreichen Forschungsstandort für dieses wichtige Zukunftsthema etablieren. Ein großes Projekt in diesem Rahmen ist auch das WIR-Projekt „Gipsrecycling“, welches wir als Konsortialführer an die Hochschule Nordhausen holen konnten.
Ebenfalls war unser Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Jahr 2019 in der Lehre und der Forschung erfolgreich. In seinen Forschungsschwerpunkten „Management und Governance“ sowie „Soziale und gesundheitliche Dienstleistungen“ konnten wir eine Reihe von Projekten und Entwicklungsvorhaben begleiten, zum Beispiel zu den Themen Kinder-Frühförderung, sensorische Produktforschung und neue Steuerungsmodelle. Ein toller Erfolg war das Projekt „HIKE, das für StartUps aus der Hochschule künftig moderne Arbeitsfläche und gute Betreuung an der Hochschule Nordhausen sichert, um neue Unternehmen in der Region anzusiedeln. Vielen Dank hier an Professor Lutz Göcke und alle, die ihn unterstützt haben.

Auch im Jahr 2020 haben wir große Ziele. Die Hochschule Nordhausen hat sich mittlerweile überregional durch ihre hervorragende und anwendungsorientierte Ausbildung einen sehr guten Ruf erworben. Viele Unternehmen fragen uns direkt nach unseren Absolventinnen und Absolventen an. Wir ruhen uns aber nicht darauf aus, sondern entwickeln unsere Hochschule beständig weiter. Gerade in der letzten Woche haben wir uns intensiv mit der Strategie der Hochschule für die kommende Dekade beschäftigt und viele neue Anregungen für die weitere Entwicklung der Hochschule erarbeitet.
Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Ein Thema wird die Region im Besonderen betreffen: Durch den Kohleausstieg der Bundesrepublik Deutschland fallen ca. 6 Millionen Tonnen Gips aus der Rauchgasentschwefelung weg. Wir haben die Chance, durch die Gründung eines Instituts für Ressourcenmanagement und Nachhaltiges Bauen in Nordhausen mit etwas Vorlauf die Forschung zu den Themen
Gipsersatzstoffe,
nachhaltiges Bauen,
umweltgerechter Gipsabbau,
modulare Bauweisen und
Rohstofferkundung außerhalb des Gipskarstgebietes
auf den Weg zu bringen, um zeitnah Lösungen zu entwickeln, welche die Region Nordthüringen nicht über Gebühr belasten. Die Hochschule Nordhausen möchte sich gemeinsam mit ihren Forschungspartnern, dem Institut für angewandtes Bauen und der Bauhaus Universität Weimar diesem Thema stellen. Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Bundeskanzlerin diesbezüglich angeschrieben, ich habe mit Minister Peter Altmeyer das Thema erörtert, zudem Minister Horst Seehofer angeschrieben und Minister Wolfgang Tiefensee hat die Bundesumweltministerin Svenja Schulze angeschrieben. Auf der Ebene des Bundestages unterstützt uns zudem der Abgeordnete Manfred Grund. Wir wollen dieses wichtige Zukunftsthema mit einer breiten Koalition nach vorne bringen und ich bitte Sie alle hier um Ihre Unterstützung auf Ihren Kanälen.

Wir sind Ihre Hochschule im Norden Thüringens. Wir bilden hervorragend qualifizierte Absolventinnen und Absolventen für Sie aus. Nutzen Sie dies, arbeiten Sie mit uns zusammen und empfehlen Sie uns in Ihrem Familien- und Bekanntenkreis weiter, damit wir weiter stark und leistungsfähig bleiben. Dabei bieten wir Ihnen auch duale Studienformate an über Traineeprogramme und Teilzeitstudienmöglichkeiten. Der Freistaat Thüringen unterstützt dies durch das Thüringen-Stipendium Plus auch in erheblichem Maße finanziell. Sprechen Sie mich hierzu an.

Mit Engagement, Innovationskraft und Kooperation bringen wir unsere Region Nordthüringen weiter nach vorne. Lassen Sie uns gemeinsam für die weitere positive Entwicklung in Nordthüringen einsetzen.

Auf ein friedvolles und erfolgreiches Jahr 2020!
Für heute Abend wünsche ich Ihnen gute Gespräche und viel Spaß!

Ihr
Prof. Dr. Jörg Wagner

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