Reallohnindex 2021 in Thüringen um 0,2 Prozent gestiegen

0

Der Reallohnindex 2021 lag nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 0,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nach endgültigen Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung stieg der Nominallohnindex gegenüber dem Jahr 2020 um 3,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum war ein Anstieg der Verbraucherpreise von 3,2 Prozent zu beobachten.

Im Produzierenden Gewerbe (+4,7 Prozent) stiegen die Verdienste stärker als im Dienstleistungsbereich (+2,6 Prozent). Die Verdienste unterschieden sich in den einzelnen Branchen stark voneinander. Den höchsten Anstieg des Nominallohnindex im Jahr 2021 wies der Wirtschaftsbereich „Grundstücks- und Wohnungswesen“ mit 6,2 Prozent aus. Im Jahr 2020 wurde hier noch ein Rückgang um 3,8 Prozent beobachtet. Danach folgten die Wirtschaftsbereiche „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (+6,0 Prozent) sowie das „Gastgewerbe“ (+6,0 Prozent). Auch im Bereich „Gastgewerbe“ war im Jahr 2020 noch ein massiver Rückgang von 17,9 Prozent zu erkennen. Negative Entwicklungen wiesen im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr die Bereiche „Erbringung von sonstigen Dienstleistungen“ (-1,3 Prozent) sowie „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (-1,0 Prozent) aus.

Eine positive Entwicklung ergab die Betrachtung des Nominallohnindex nach Leistungsgruppen. Den höchsten Anstieg erreichten „angelernte Arbeitnehmer“ (+4,9 Prozent), „ungelernte Arbeitneh- mer“ (+4,2 Prozent) sowie „Fachkräfte“ (+3,6 Prozent). Verdienstrückgänge wurden nicht verzeich- net.

Im bundesweiten Vergleich konnte in Thüringen eine überdurchschnittliche Entwicklung der Nominallöhne beobachtet werden (+3,4 Prozent). Der durchschnittliche Anstieg aller Bundesländer betrug 3,1 Prozent. Hamburg (+4,4 Prozent), Berlin (+3,8 Prozent) und Baden-Württemberg (+3,8 Pro- zent) verzeichneten bundesweit die höchsten Steigerungen.

Bitte beachten:
Der Nominallohnindex spiegelt die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich der Son- derzahlungen der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich wider. Aus dem Nominallohn- index sowie dem Verbraucherpreisindex wird zusätzlich eine reale Variante, der Reallohnindex, berechnet. Hierbei wird die Entwicklung der Verdienste der Preisentwicklung gegenübergestellt. Der Reallohnindex gibt somit Hinweise zur Entwicklung der Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Ar- beitnehmer.
Bei der Interpretation der Daten sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu berücksichtigen. Die zur Berechnung der Nominallohnindizes verwendeten Bruttomonatsverdienste beinhalten ausschließlich die von der Arbeitgeberseite gezahlten Verdienste. Kurzarbeitergeld (KuG) ist eine Lohn- ersatzleistung, die von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt wird, und ist in den hier ausgewiesenen Bruttomonatsverdiensten nicht enthalten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von Kurzar- beit betroffen sind, wurden mit den entsprechend gekürzten Verdiensten und gekürzten Arbeits- stunden in die Datenmeldung der Verdienststatistik einbezogen. Die Angaben der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die für einen ganzen Kalendermonat ausschließlich Kurzarbeitergeld erhielten, wurden für den entsprechenden Monat nicht erfasst.

Share.

Leave A Reply

*