Pulteney Destillerie – Whisky aus dem hohen Norden

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Die Pulteney Destillerie liegt in der Hafenstadt Wick, in der schottischen Grafschaft Caithness. Bis zur Eröffnung der Wolfburn Destillerie im Jahr 2013 in benachbarten Thurso war sie die nördlichste Destillerie des schottischen Festlands.
Die Brennerei liegt in Mitten eine Wohnsiedlung. Das Viertel entstand Anfang des 19. Jahrhunderts nachdem das Fischereiministerium beschlossen hatte den Hafen von Wick zum größten Heringshafen Schottlands auszubauen. Leiter der Unternehmung, Namensgeber des Stadtteils und letztendlich der Destillerie, war Sir William Pulteney. Unterstützt wurde dieser u. a. von Thomas Telford (*9. August 1757, †2. September 1834). Stringenz bestimmt das Viertel. Leider lassen die Wohngebäuden und die Brennerei jeden Ortsbezug vermissen. Der einzige Lichtblick, der Hafen und das Meer sind durch die Geradlinigkeit der Straßenführung immer präsent. Mit anderen Worten: Sowohl die Umgebungsbebauung als auch das äußere Erscheinungsbild der Destillerie sind langweilig.
Wick erlangte im 20. Jahrhundert – aus Sicht von Whiskyliebhabern – traurige Berühmtheit. Zwischen 1922 und 1947 war der Verkauf und Genuss von Alkohol untersagt. Dies führte dazu, dass sowohl das Schwarzbrennen als auch der -handelt von Alkohol wieder eine Hochkonjunktur erlebte.
Die 1826 von James Henderson gegründete Brennerei kam dabei auch nicht schadlos davon. Zwischen 1930 und 1951 stand Pulteney still. 1955 übernahm James & George Stodart Ltd. die Brennerei, Tochtergesellschaft des kanadischen Getränkekonzerns Hiram Walker & Sons. Nachdem 1961 James & George Stodart Ltd. von Allied Breweries (später Allied Domecq) übernommen wurde, trennte sich dieser 1995 von der Brennerei und verkaufte sie an Inverhouse Distillers – in dessen Eigentum diese noch heute steht.
Bis 1997 produzierte Pulteney seinen Whisky fast ausschließlich für die schottische Blend-Industrie, allen voran für den Blend Ballantine’s. Der unabhängige Abfüller Gordon & MacPhail durfte aber schon in den 1970er Jahren den Whisky als Single Malt unter dem auch heute noch verwendeten Namen Old Pulteney vertreiben. Dabei handelte es sich um eine 8-jährige Abfüllung, welcher im eigentlichen Sinne bzw. für schottische Verhältnisses nicht „alt“ ist. Die Marketingstrategen begründeten die Namensgebung damit, dass der Whisky an sich sehr schnell reift. Da heute die Abfüllungen mit einem Mindestalter von 12 Jahren vertrieben wird und Jim Murray vor einigen Jahren eine 21-jährige Abfüllung prämiert hat, bleibt jedem selbst überlassen dies zu glauben

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Was weit weniger bekannt ist, dass auch Wm. Cadenhead als unabhängigen Abfüller den Malt abfüllte und zwar noch vor der Dumpy Bottles-Serie. Diese aus den frühen 1970er Jahren stammende, alterslose Abfüllung, wird heute für etwa 1.800 € gehandelt. Später wurde 1985 aber auch in der Dumpy-Reihe ein 17-jährige Abfüllungen veröffentlicht, welche derzeit für etwa 700 € eingepreist wird.
L. E.

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