„Point“ – Das neue elektronische Klang- und Sound Meisterwerk von Yello

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Wie das Leben so spielt trafen sich zufällig zwei völlig unterschiedliche Personen zur selben Zeit am selben Ort in einem Testlabor für Autos.
Boris Blank und Carlos Peron, beide sind sie mit Geräten bewaffnet um Motorgeräusche aufzunehmen….
Durch dieses Treffen angespornt tun sie sich zusammen, experimentieren und fügen die aufgenommenen Geräusche mit Musik zusammen.
Weil die Beiden aber nun der Ansicht sind, dass ihre Musik auch stimmlich umgesetzt werden soll, suchen sie sich einen Vokalisten.
Fündig werden sie beim Profizocker, Maler und Aktionskünstler Dieter Meier, der von nun an dem Projekt, das sie kurzerhand auf seinen Vorschlag hin Yello nennen, seine Stimme leiht.
1979 veröffentlichen sie ihren ersten Song auf einem Schweizer Underground Label. Und bereits 1980 führt sie ihr Weg in die USA, wo sie geradezu hofiert werden.
In den Staaten feiert man gerade sehr ausschweifend die Discowelle und Yello lieferten auf ihre Weise dazu den Soundtrack. Nach dem dritten Album verlässt Peron das Projekt. Blank und Meier drehen nun richtig auf um sich und ihre Vision von Kunst und Musik zu verwirklichen.
Das ist mittlerweile Geschichte, denn Yello selbst haben mit ihrer ungewöhnlichen und avantgardistischen Art Musik und Geräusche zu ungewöhnlichen Sounds zu verbinden selbst musikalische Geschichte geschrieben. Und nicht nur das, viele Musiker und Soundtüftler, wie u. a., Depeche Mode oder auch DJ’s wie Bank & Jones oder David Guetta haben sich von der Musik der Schweizer Visionäre beeinflussen und inspirieren lassen.
Aber Yello sind, wie der Kenner weiß, noch nie ein reines Musikprojekt gewesen.
Schon zu Anfangszeiten drehen sie ihre Videos selbst experimentierten mit verschiedenen Techniken und entwickelten sich mit der Zeit immer mehr vom Insidertipp weg.
Schräg, mal komisch anmutend und immer unberechenbar, so präsentieren sich Yello der Öffentlichkeit. Als Begleitung zu Werbespots, als Titelmelodie für Musiksendungen man erinnere nur an „FORMEL EINS“ („The Race“), Yello-Songs finden immer mehr den Weg in die Charts und Hitparaden.

Dabei versucht das Duo stets, seine Eigenständigkeit zu bewahren. Die ungewöhnlichen Zwei ergänzen sich dabei hervorragend. Hier Boris Blank, der seinem Gegenpart Meier die Klangbilder quasi auf dem Silbertablett serviert, dort Meier, der mit seinem rhythmischen und sprachlichen Geschick, die Ideen seines Partners umsetzt.
Dem einen, Blank, kommen die Melodien im Traum…
„Wenn Boris in seiner Musik versunken ist, ist er wie ein Kind im Sandhaufen“, berichtet Meier mit liebevoller Bewunderung.
„Ich habe ein Dutzend Tricks entwickelt, wie ich dann das Studio betreten kann, ohne ihn zu Tode zu erschrecken.“
Und den anderen, Meier, bringen die Sounds in eine Art Rausch, der ihn wilde Geschichten in die Schreibmaschine hämmern lässt.

So auch auf ihrem neustem Werk „Point“, dass zeigt, das die beiden Künstler noch immer wegweisende Idee haben um sich musikalisch ins rechte Licht zu setzen.
Auf Blanks Elektro-Teppich wandelt Meier zielsicher mit durchdringender Stimme um seine Geschichten zum Besten zu geben oder einfach nur in eine Art Singsang zu fallen, um dann den Faden entweder allein oder unterstützt durch die eingängige weibliche Stimme, die von der Sängerin Fifi Rong stammt, wieder aufzunehmen um den Songs das gewisse Etwas zu geben.

So entsteht ein typisch lässiger Yellosound, mal poppig mal rockig, mit einem Hauch Jazz oder auch experimentell mit treibenden Beats avantgardistisch verspielt.
So ist und bleibt die Musik von Yello immer etwas Besonderes – nicht immer für jedermann gleich zugänglich, aber einmalig wegweisend, qualitativ hochwertig und alles andere als langweilig und alltäglich.
Den Beweis liefern sie selbst mit ihrem neuesten Werk „Point“ augenzwinkernd clever durchdacht und gestylt, nun selbst in neuen Klangwerken.

“So ist ein Yello-Album wie eine musikalische Fahrt ins Blaue und in ungewohnte Klang und bunte Soundwelten.
Wir wissen wo die Reise beginnt, aber wir haben keine Ahnung wo sie aufhören wird.“

Das war schon immer so und ist auch mit dem neuesten Werk nicht anders.
Mit dem letzten Album „Toy“ bewegten sich Yello noch extrem auf abgespacten Klangwellen. Nun sind sie wieder auf dem Erdboden gelandet.
Das freudvoll swingende „Waba Duba“ gibt den verspielten Ton an und ist angelehnt an die frühen Tage, genau so wie die gespenstische Geschichte vom verschwundenen „Peter Strong“.
„Arthur Spark“ schafft das typisch Yello-hafte Kunststück, Nonsens-Worte mit Dance-Beats und fernwehhafter Melancholie zu vereinen.
So bewegen sich die Ideen in viele Richtungen – und alles fügt sich fugenlos in den unverkennbaren Yello-Groove ein um schließlich ein gelungenes Gesamt – und Hörerlebnis zu werden.

Mit anderen Worten „Point“ ist wieder ein enorm interessantes Werk der Schweizer Pioniere der elektronischen Popmusik geworden und gleichzeitig ist ihr 14. Studioalbum im 40. Jahr des Bestehen von Yello, ein Geschenk für das Duo selbst und für die Fans des coolen Sounds der Beiden geworden.

Stefan Peter

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