Ordnungsamt untersucht Verkehrsaufkommen

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Nordhausen (psv) Derzeit wird das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Nordhäuser Altstadt diskutiert. Um die subjektiven Empfindungen der Anwohnerinnen und Anwohner Rechnung zu tragen, wurde durch das Ordnungsamt der Stadt Nordhausen im Bereich der Altstadt im vergangenen Monat eine Verkehrserhebung durchgeführt. Die Auswertung der Ergebnisse aus dem September liegen nun vor.

Die Verkehrszählung ergab einen durchschnittlichen Verkehr von ca. 1.900 Kfz pro Tag. Im Vergleich zu einer Messung im Jahr 2018 ist das eine Erhöhung um ca. 80 Prozent. Damals lag das durchschnittliche Verkehrsaufkommen noch bei ca. 1050 Kfz pro Tag. Dies kann durchaus auf die derzeit laufenden Baumaßnahmen, vor allem die Komplettsanierung in der Grimmelallee, zurückgeführt werden. „Ergänzend möchte ich erwähnen, dass selbst die derzeitigen Verkehrszahlen im Rahmen normal verträglicher Werte für die Straße liegen und nicht von hohen Verkehrsmengen ausgegangen werden kann“, so Christian Kowal, Leiter des Ordnungsamts. Die Verkehrszählung betrachtete auch im Bereich der Barfüßerstraße die Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit von 20 km/h. „Die Verkehrsuntersuchung im September zeigt uns, dass die Verkehrsteilnehmer in der Regel nicht schneller als 26 km/h fahren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 21 km/h. Grundsätzlich lässt sich also erkennen, dass bei der erlaubten Geschwindigkeit die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit in einem durchaus verträglichen Rahmen liegt,“ so Kowal weiter.

Das Ordnungsamt kommt anhand der ausgewerteten Ergebnisse zum Schluss, dass eine zunehmende Gefahrenquelle durch die Fahrzeuge in den Straßen der Altstadt nicht erkennbar ist. So sind zum einen keine Gefährdungen bekannt und zum anderen sind die Gehwege in der Regel 2,50 m breit, auf denen sich Fußgänger ausreichend bewegen können. Auch mehrere durchgeführte Geschwindigkeitsmessungen im dortigen Bereich zeigten ein ähnliches Ergebnis. Die Verstoßquote lag bei ca. fünf Prozent und die festgestellten Höchstgeschwindigkeiten bei unter 40 km/h, also lediglich im Verwarnungsgeldbereich. „Es besteht aktuell kein akuter Handlungsbedarf bezüglich weiterer verkehrsrechtlicher Maßnahmen“, zeigt sich Christian Kowal abschließend überzeugt. Die Ordnungsbehörde rechnet zudem damit, dass sich das Verkehrsaufkommen in der Altstadt nach Abschluss der zahlreichen Baumaßnahmen im Umfeld auch wieder deutlich reduzieren wird.


Hintergrund Verkehrsberuhigung Altstadt:

Am 8. Februar 2012 hat der Stadtrat das „Verkehrskonzept 2025 für die Altstadt Nordhausen“ beschlossen (BV/0531/2011). Darin enthalten sind 17 Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation wovon einige bereits realisiert wurden und andere aktuell geplant werden. Die Maßnahmen zielen überwiegend darauf ab, das Straßensystem um die Altstadt zu verbessern und damit den Durchgangsverkehr durch die Altstadt „unattraktiv“ zu gestalten. Daran will die Stadtverwaltung auch für die Zukunft festhalten. So wurde im Bereich der gesamten Altstadt (Blasiistraße, Barfüßerstraße, Elisabethstraße, Altendorf, Rosengasse, Wiedigsburg, Am Alten Tor sowie Bingerhof) durch Anordnung einer Tempo-20-Zone ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich eingerichtet. Ferner verhindern wechselseitige Parkmöglichkeiten wirkungsvoll mögliche Geschwindigkeitsüberschreitung.

Der Einbau von Bremsschwellen wurde ebenfalls geprüft aber für nicht zielführend bewertet. Denn die Schwellen erzeugen nicht nur mehr Lärm und verringern das Ansehen der Straßen, sondern führen zusätzlich zu einer weiteren Verkehrsgefährdung für zweirädrige Fahrzeuge wie Motorräder oder Fahrräder.

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