OPER, MUSICAL UND PICKNICK

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Die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen – ein Gespräch mit Intendant Daniel Klajner

R.L.: Die Schlossfestspiele werden wieder stattfinden …

D.Kl.: Diese Hoffnung bestand immer, und in weniger als drei Wochen ist es soweit. Es ist eine berauschende Aussicht, das Publikum wiederzusehen und nach drei Jahren Abstinenz wieder im Schlosshof, sozusagen in unserem »Wohnzimmer«, für unsere Gäste wieder spielen zu dürfen!

Sie legen nach dem letzten Jahr in Heringen, in dem lediglich Konzerte gespielt wurden, wieder ein üppiges Programm auf.

Wir schließen damit an die vergangenen Jahre im Lustgarten an und bieten mit »The Addams Family« ein kultiges Musical an. Zwei Wochen später zeigen wir Giacomo Puccinis großes Operndrama »Tosca« und auf der Theaterwiese haben wir die Familienoper »Bastien und Bastienne« von Mozart im Programm.

R.L.: Werden Sie auch wieder die »Heringer Sommernächte« parallel anbieten, die bei den Gästen so gut ankamen?

D.Kl.: Leider haben wir dazu die Kapazitäten nicht. Aber eine der Attraktionen der »Heringer Sommernächte«, die zum deren großen Erfolg beigetragen hat, retten wir auch in dieses Jahr: die Picknick-Atmosphäre.

R.L.: Was meinen Sie damit?

D.Kl.: Wie letztes Jahr müssen wir Pandemie-bedingt den Schlosshof in Parzellen aufteilen, um die Publikumsströme zu minimieren und kontrollieren. Um genügend Gäste zu empfangen, bieten wir neben den wenigen Tribünenplätzen, die wir wegen der Abstandsregeln nur vorhalten können, auch Tischplätze an. An diesen kann zusätzlich zum Theatererlebnis passend zum Schloss-Ambiente fürstlich getafelt werden. Unser Publikum ist dazu eingeladen, wieder ihre Speisen und Getränke selbst mitzubringen und sich nicht nur von uns künstlerisch verwöhnen zu lassen, sondern sich selbst einen zusätzlichen Genuss mit Pasteten, Käseplatten, Fleischbällchen und einem guten Wein zu gönnen.

R.L.: Ein Catering wird also wie in den Vorjahren nicht vorgehalten?

D.Kl.: Tobias Schneegans, der seit Jahren für das leibliche Wohl der Besucher sorgte, musste mir für dieses Jahr schweren Herzens absagen. Denn leider ist es ihm aufgrund des ausgearbeiteten Hygienekonzeptes nicht möglich, ein ebenso reichhaltiges wie qualitativ hochstehendes Angebot zu machen. Nächsten Sommer wird er wieder mit uns am Start sein.

R.L.: Es soll hinter der Tribünenrückwand eine LED-Wand für die Tischplätze aufgestellt werden. Wie muss man sich das vorstellen?

D.Kl.: Das wird so sein wie beim Public-Viewing oder im Autokino. Die Gäste lassen es sich an ihren Tischen gut gehen und verfolgen auf der riesigen LED-Wand das szenische Geschehen in Echtzeit mit. Da der Schlosshof insgesamt akustisch beschallt wird, hören alle die Musik gleichzeitig und in derselben Qualität. Da macht es keinen Unterschied, wo man sitzt. Aufgrund dieses Konzeptes wird in diesem Jahr ein noch gemeinschaftlicheres Erlebnis im Publikum erzeugt werden.

R.L.: Neben all den guten Nachrichten, mit welchen Einschränkungen hat das Publikum Pandemie-bedingt zu rechnen?

D.Kl.: Wir haben versucht, unser Konzept so einfach wie möglich zu stricken: Es wird auf dem Schlosshof drei Parzellen geben. Die Gäste, die Tribünenplätze erstanden haben, können nur durch das Eisentor aus Richtung Marktplatz kommen. Die Gäste, die einen »Tischplatz rechts« haben, betreten den Schlosshof über den Lustgarten durch das Vestibül. Hier befindet sich auch die einzige Abendkasse für Vorstellungen im Schlosshof. Der Eingang zu einem »Tischplatz links« führt durch die Tordurchfahrt. Ob die Gäste sich als getestet, geimpft oder genesen ausweisen müssen, hängt von den Inzidenzzahlen ab. Da wären wir dankbar, wenn sich unsere Gäste die tagesaktuellen Informationen auf unserer Homepage holten. Sonst gibt es nur Gutes anzukündigen: Oper, Musical und Picknick!

Das Gespräch führte Renate Liedtke

©Foto: Marco Kneisel

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