Nordthüringer Gewerkschaften werben für Europawahl

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Nordhausen. Am gestrigen Abend trafen sich rund 80 Gewerkschafter*innen der Nordthüringer IG Metall, der IG BAU, der ver.di, der IG BCE, der NGG, der DGB Rechtsschutz GmbH und der EVG zu einer Fishbowl-Diskussion mit Vertreter*innen der Parteien.

Den Auftakt machte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandmitglied der IG Metall. Lemb ging bei seinem Impulsreferat u.a. auf die drängendsten Fragen europäischer Arbeitnehmerrechte ein. Sein Verweis auf die Situation in Ungarn, wo Arbeitnehmer*innen zukünftig rund 400 Überstunden per Gesetz leisten sollen, oder in Österreich, wo der 12 Stunden-Tag und die 60 Stunden-Woche wieder eingeführt wurde, machte das Publikum sichtbar betroffen. „Fazit der IG Metall ist, wer rechts wählt, erntet arbeitnehmerfeindliche Politik.“, sagt Alexander Scharff von der IG Metall Geschäftsstelle Nordhausen. Wolfgang Lemb warb ferner um ein soziales Europa und eine faire europäische Industriepolitik.

Zur Fisbowl-Diskussion, eine Form der Podiumsdiskussion in dem das Publikum aktiv an der Diskussion der Politiker*innen teilnehmen kann, erschienen Frau Dr. Babette Winter (SPD), Michael Mohr (Linke), Marion Walsmann (CDU), Rüdiger Neitzke (Bündnis 90 / Die Grünen) und Robert-Martin Montag (FDP). Dem Moderator, Theaterintendant Daniel Klajner, gelang es neben den gemeinsamen Bekenntnissen aller Parteien zu Demokratie und Frieden auch die deutlichen Unterschiede herauszukehren. Knackpunkte waren hier die Arbeitnehmer*innenrechte, Demokratiedefizite in Europa, die Transparenz europäischer Politik, aber auch dem Umgang mit Staaten wie Griechenland. Die Gewerkschaftsmitglieder, die den Weg in die Runde der Diskutanten fanden, interessierten sich insbesondere für die Sicherung von guter Arbeit in einem Europa konkurrierender Modelle. Die Forderung, endlich die Seenotrettung geflüchteter Menschen auf dem Mittelmeer erneut aufzunehmen, sorgte für eine breite Diskussion.

Bernd Spitzbarth (IG Metall Nordhausen) zeigte sich mit dem Abend sehr zufrieden. Gemeinsam mit Uta Zaspel-Bornemann (DGB), stellten beide fest, dass es gut war eine derartige Veranstaltung für die Mitglieder der DGB Gewerkschaften anzubieten. „Die Beteiligung war gut und ein klares Bekenntnis für ein vereintes soziales Europa, indem Arbeitnehmerrechte gestärkt werden müssen.“

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