Niederlage haut uns nicht um

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Der Thüringer HC musste sich in eigener Halle dem TSV Bayer 04 Leverkusen mit 33:28 (14:17) geschlagen geben. Die Gäste nutzten zum Ende der zweiten Halbzeit die Unkonzentriertheiten der Thüringerinnen und drehten in der Schlussphase das Spiel zu ihren Gunsten. Beste Torschützinnen für den THC waren Kerstin Kündig und Marketa Jerabkova mit je sieben Toren. Zoe Sprengers und Mia Zschocke erzielten jeweils neun Treffer für die Handballelfen..

Herbert Müller war trotz seiner Knieoperation im Rollstuhl in der Salza-Halle, um seine Frauen zu unterstützen. Leverkusens Trainer Michael Biegler blieb nach einem Coronafall in seinem Umfeld zu Hause. Torwarttrainer Andreas Thiel vertrat ihn an der Seitenlinie.

Die Gäste starteten mit zwei schnellen Toren. Erst Beate Scheffknecht konnte nach zwei Minuten von der Strafwurflinie den ersten Treffer erzielen. Am Anfang glich das Spiel einer wilden Torehatz, jeder Angriff führte zum Erfolg. Leverkusen verteidigte die Führung. Den ersten Strafwurf der Elfen vergab Svenja Huber, trotzdem führten die Gäste nach fünf Minuten mit 3:5. Der THC hatte zu Beginn der Partie Probleme, ins Spiel zu kommen. Einzig Kerstin Kündig gelang es, mit drei Treffern in Folge die Gastgeberinnen auf Tuchfühlung zu halten. Nach zehn Minuten betrug die Führung der Gäste 8:6, der Thüringer HC bekam den schnellen Angriff der Handballelfen nicht in den Griff. Zu viele eigene Fehlwürfe verhinderten die erfolgreiche Aufholjagd. Helfried Müller zog in der 18. Minute die grüne Karte, um das Spiel seiner Frauen zu ordnen. „Macht ruhig und besonnen, wir sind im Spiel.“, motivierte er seine Mannschaft. Eine Minute später traf Josefine Huber zum 10:10-Ausgleich, Leverkusen antwortete umgehend. Beate Scheffknecht netzte zur nächsten THC-Führung ein (13:12). Andreas Thiel reagierte und nahm eine Auszeit. Nach ihrer Verletzungspause wieder auf dem Spielfeld erzielt Emma Ekenman-Fernis den ersten drei Tore Vorsprung zum 16:13. Den verteidigten die Thüringer Frauen bis zur Halbzeitpause. In die Kabinen ging es beim Stand von 17:14.

Den Schwung aus den letzten Minuten der ersten Halbzeit konnte der THC zu Beginn der zweiten Spielhälfte nicht auf die Platte bringen. Leverkusen kämpfte und hielt das Spitzenspiel offen. Vor allem die Tore von Mia Zschocke hielt die Gäste auf Schlagdistanz. Erst Meike Schmelzer erzielte mit ihrem Treffer zum 20:17 wieder einen Vorsprung von drei Toren. Den Gastgeberinnen gelang es nicht, diesen zu verteidigen. Andreas Thiel nahm die nächste Auszeit und forderte, den THC nicht davonziehen zu lassen. Leverkusen schaffte in Unterzahl, Führungsspielerin Mia Zschocke musste auf die Bank, den Anschluss zum 20:18. Unnötigerweise erhielt Nina Neidhart wegen Meckerns eine Zeitstrafe für den THC. Nach einer weiteren Zeitstrafe für Josefine Huber. Zoe Sprengers verwandelte von der Strafwurflinie sicher und Bayer blieb dran – 21:19. Die Abwehr der Handballelfen stand stabil, vorn machten sie einfache Tore. Nach 50 Minuten gelang den Elfen der 23:23-Ausgleich. Der THC hatte Mühen, sich überzeugend in Szene zu setzen, das Spiel in Überzahl mit dem Emty Goal war da keine Lösung. Die Gäste kamen so zu einfachen Toren, sodass es sieben Minuten vor Spielende plus eins für Leverkusen stand. Helfried Müller nahm die nächste Auszeit, beim THC passte im Angriff und in der Abwehr nichts mehr zusammen. Noch fünf Minuten waren in der Salza-Halle zu spielen, als Leverkusen mit 27:28 die Führung übernahm. Auf der Gegenseite schien das Tor wie vernagelt. Leverkusen spielte wie aus einem Guss, der THC hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Andreas Thiel nahm seine letzte Auszeit und machte eine klare Ansage: „Es ist eine geile Situation, wir nehmen heute zwei Punkte mit.“. Das kam bei seinen Damen an. Der THC wehrte sich bis zum Schluss und versuchte es mit allen Mitteln. Durch die gewählte Manndeckung taten sich noch größere Löcher auf, die Leverkusen für sich nutzte. Der Sieg der Gäste konnte nicht mehr verhindert werden. Am Ende war Leverkusen mit 28:33 verdienter Sieger. Die Fehler der Thüringerinnen waren in der zweiten Spielhälfte einfach zu viel des Guten.

Bericht: Martin Holzheier/Bernd Hohnstein

Stimmen nach dem Spiel:
Helfried Müller (THC): Leverkusen hat heute verdient gewonnen. Wir haben den Anfang verschlafen, sind dann aber durch Kampf ins Spiel gekommen. Leider haben wir es dann nicht geschafft, uns entscheidend abzusetzen. Auch in der 2. Halbzeit sind wir nicht richtig ins Spiel gekommen. Neben unglücklichen Zeitstrafen waren wir auch nicht mehr erfolgreich im Angriff. Die Niederlage haut uns aber nicht um, wir müssen jetzt weiterarbeiten und wieder mehr Gas geben.

Andreas Thiel (TSV): Wir haben heute nicht unverdient gewonnen und mit viel Leidenschaften gespielt und mit Herz verteidigt. Auch nach drei bis vier Toren Rückstand sind wir wieder zurückgekommen. Ich bin sehr froh und glücklich, dass wir gewonnen haben. Danke an Thüringen und das faire Publikum. Das Glück, dass wir heute hatten, wird der THC auch wieder haben und meines Erachtens auch noch um den Titel und die europäischen Startplätze mitspielen.

Statistik:
Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Mariana Ferreira Lopes 1, Emma Ekenman-Fernis 1, Beate Scheffknecht 3, Asli Iskit 1, Meike Schmelzer, Arwen Rühl, Kerstin Kündig 7, Lydia Jakubisova 4, Nina Neidhart, Marketa Jerabkova 7/3, Josefine Huber 4.

TSV Bayer 04 Leverkusen: Vanessa Fehr, Kristina Graovac 1; Zivile Jurgutyte 7, Kim Lara Hinkelmann, Zoe Sprengers 9/6, Mia Zschocke 9, Lilli Matilda Holste, Jennifer Souza, Jennifer Kämpf, Annefleur Bruggemann 1, Fanta Keita 1, Hildigunnur Einarsdottir 2, Svenja Huber 3/1.

Strafwürfe: 3/3 – 8/7.

Zeitstrafen: 5 – 1.

Zuschauer: 500.

Schiedsrichter: Steven Heine/Sascha Standke.

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