Nichts für schwache Nerven

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In einem spannenden Spiel gewann der Thüringer HC gegen die HSG Bad Wildungen Vipers knapp mit 31:30 (15:14). Bis zur letzten Sekunde wehrten sich die Gäste gegen eine Niederlage und hatten es sogar in der Hand, die Punkte aus der Salza-Halle zu entführen. Dem Kampfgeist und der eigenen Risikobereitschaft ist es zu verdanken, dass der THC als Sieger gegen ein nie aufgebendes Gästeteam von der Platte gehen konnte.
Beste Werferin beim Thüringer HC war einmal mehr Marketa Jerabkova, die 12 Tore erzielte. Für die Vipers war Jana Scheib mit neun Treffern beste Schützin. Kerstin Kündig holte sich das Lob ihres Trainers Herbert Müller als herausragendste Spielerin.

Nach der schnellen Führung des Thüringer HC startete Torfrau Marie Skurtveit Davidsen mit einer starken Parade in das letzte Spiel der Saison. Dafür lief es für die sonst an der Strafwurflinie starke Marketa Jerabkova nicht so gut, ihr erster Siebenmeter wurde von Manuela Brütsch im Tor der Vipers pariert. Nach fünf gespielten Minuten lag der THC mit 3: 2 vorn. Die früh in der Abwehr störenden Gäste vereitelten einige Chancen. Der THC musste sich die Lücken erarbeiten, die Kerstin Kündig dann fand und im Doppelpack zum 5:2 einnetzte. Die Gäste aus Hessen hielten dem zunehmenden Druck stand und antworteten auf die Tore des THC. Nach 10 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein 7:5. Für den THC lief Marketa Jerabkova zu Höchstform auf, um den Ligarekord zu knacken und um als beste Werferin der HBF die Saison zu beenden. In der 16. Minute traf sie von der Strafwurflinie zum 10:7, es war bereits ihr fünfter Treffer. Zu Beginn der Schlussphase der ersten Halbzeit lag der Gastgeber mit drei Toren vorn – 13:10. Der THC war bemüht, das Tempo hochzuhalten, die Angriffe wurden erfolgreich abgeschlossen, doch die Vipers hielten dagegen und nutzten ihre Chancen gleichwertig. In der 25. Minute reagierte Herbert Müller beim Stand von 14:11 und bat zur Auszeit. Die Vipers legten mit zwei schnelle Toren nach und erzielten den 14:13 Anschlusstreffer. Beim Pausenstand von 15:14 gingen die Mannschaften in die Kabinen.

Die Vipers kamen mit einem Torerfolg aus der Pause, Annika Ingenpaß traf wenige Sekunden nach Wiederanpfiff zum 15:15. Petra Blazek war zu verdanken, dass die Vipers nicht in Führung gingen. Josefine Huber legte vor, Munia Smits netzte zum 16:16 ein. Nach dem 17. Treffer der Gäste durch Jana Scheib zu Beginn der 34. Minute zog Herbert Müller sichtbar unzufrieden die grüne Karte und bat zum Gespräch. Der Thüringer HC durchlebte eine schwere Phase, die Vipers legten nun vor, der THC musste den Ausgleich erzwingen. Das Tor von Marketa Jerabkova zum 19:18 war dann ein besonderes, noch keine Handballerin hat in der HBF je mehr Tore geworfen. Dies war ihr 247. Tor der laufenden Bundesligasaison. Emma Ekenman Fernis entschärfte die Situation mit dem 20. Treffer für ihre Mannschaft und brachte die Gastgeberinnen wieder zwei Tore vor. Die Vipers kämpften verbissen und jede sich bietende Chance nutzend, um das Spiel offen zu gestalten und selbst vorzulegen. Der THC machte es ihnen mit einfachen technischen Fehlern und ungenauem Passspiel im Angriff leicht. Mitte der 2. Spielhälfte lagen die Gäste mit zwei Toren vorn- 22:24. Das Spiel entwickelte eine eigene Dramatik und wogte hin her. In der 47. Minute der 24:24-Ausgleich durch den THC. Dem Ausgleich der Gäste zum 25:25 folgte die 25:27-Führung, das war nichts für schwache Nerven. Noch vier Minuten zu spielen, Lydia Jakubisova gleicht zum 28:28 aus, Maxi Struijs bringt die Vipers erneut in Führung. Kerstin Kündig mit ihrem neunten Tor zum 29:29, die Vipers vergaben und Nina Neidhart legte in der 59. Minute zum 30:29 vor. Die Vipers versuchten es mit der Brechstange, der THC verteidigt vehement. Alle Register in der THC-Abwehr und im Vipers-Angriff wurden gezogen, für die Gäste mit Erfolg. Fünf Sekunden vor Schluss der Strafwurf für den THC. Marketa Jerabkova netzte mit ihrem 12. Tor nach Ablauf der regulären Spielzeit zum 31:30-Endstand ein und erzielte damit das 250. Tor in der Handball Bundesliga der Frauen.

Statistik:
Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman Fernis 1, Lucy Gündel, Nele Weyh, Klara Schlegel, Ina Großmann, Arwen Rühl, Kerstin Kündig 9, Lydia Jakubisova 3, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 2, Marketa Jerabkova 12/5, Josefine Huber 4.

HSG Bad Wildungen Vipers: Manuela Brütsch, Lea Schüpbach; Annika Ingenpaß 7, Munia Smits 3, Maxi Mühlner, Kira Schnack 5/3, Maria Ines Da Silva Pereira, Maxime Struijs 4, Jana Scheib 9, Marieke Blase, Anna Maria Spielvogel 2, Vanessa Plümer.

Strafwürfe: 5/7 – 3/4.

Zeitstrafen: 2 – 2.

Schiedsrichter: Christian Hannes/David Hannes.

Bericht: Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

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