Neue Kabinettausstellung im Museum Flohburg

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„Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens digital. Jüdische Friedhöfe im 19. Jahrhundert im Landkreis Nordhausen“

Nordhausen (psv)
Die neue Ausstellung „Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens digital. Jüdische Friedhöfe im 19. Jahrhundert im Landkreis Nordhausen“ ist ab Donnerstag, 26. August 2021, im städtischen Museum „Flohburg“ zu sehen. Sie wurde im Rahmen eines von der Thüringer Staatskanzlei geförderten Projekts der Hochschule Nordhausen zur Digitalisierung der jüdischen Friedhöfe im Landkreis gestaltet und fügt sich in das Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ ein. Die Hochschule Nordhausen ist im Rahmen des Themenjahres Träger des Projekts unter der Leitung von Dr. Marie-Luis Zahradnik.
„Ohne die Unterstützung auch des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. und der städtischen Museen Nordhausen wäre die Ausstellung wohl kaum möglich gewesen,“ so Dr. Marie-Luis Zahradnik. Es ist wichtig Geschichte zu reflektieren, eine Diskussion darüber auszuhalten und mitzugestalten. Deshalb nahm sich die Regionale Arbeitsgruppe vom Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. des Themas an und ermöglichte die Finanzierung der Banner, Plakate und auch eines Heftes aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“. Das Heft wird im Herbst erscheinen und allgemeine Informationen über die Friedhöfe und das jüdische Leben im 19. Jahrhundert im Landkreis Nordhausen bieten.
Im Grünen Salon der Flohburg sind Banner mit Informationen über Tod und Bestattung im Judentum und natürlich auch über die jüdischen Friedhöfe in Bleicherode, Ellrich und Nordhausen mit ihren Grabmalen, Symbolen und Grabinschriften sowie über geschichtliche Ereignisse zu sehen. Auch die nicht mehr existierenden jüdischen Friedhöfe in Sülzhayn und Werna werden auf einem Banner thematisiert. Wenn Orte mit ihrer Geschichte nicht mehr sichtbar sind, so redet man nicht mehr aktiv über sie, dann verblasst die Erinnerung. Wohl bei jedem einzelnen als auch im Judentum ist dies weniger schön noch gewollt, wie es ein jüdisches Sprichwort sagt: „Man stirbt zweimal: Einmal, wenn man stirbt und ein zweites Mal, wenn man vergessen wird.“ „Gegen das Vergessen hilft nur das Erinnern, das Sehen, das Nachdenken und das Reden darüber. Vor dem Tod gab es ein Leben. Daher wird sich der zweite Teil der Sonderausstellung „Leben – Wirken – Glauben. Jüdisches Leben in Nordhausen im 19. Jahrhundert“ mit der jüdischen Bevölkerung, ihren Lebensmittelpunkten und religiösen Orten in der Stadt befassen“, so die Dr. Zahradnik weiter. Der zweite Teil der Ausstellung wird am 6. November 2021 eröffnet werden. Führungen durch die Ausstellung werden auf Anfrage organisiert.
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Thüringer Landesprogrammes für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“ des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport gefördert.

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