Naturwälder wichtig für Klima und Artenschutz

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Abschlussveranstaltung zum bundesweiten SpeicherWald Projekt in Erfurt und Nationalpark Hainich

Jena/Berlin – Mit einer Abschlussveranstaltung in Erfurt und einer Exkursion in den Nationalpark Hainich endet das bundesweite SpeicherWald-Projekt von NABU und Klima-Bündnis. Mit dem SpeicherWald-Projekt haben die Projektpartner Klima-Bündnis und NABU die Bedeutung unbewirtschafteter Wälder für den regionalen Klimaschutz stärker ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit gerückt.

„Mit dem Entschluss der Landesregierung, 5 Prozent des Landeswaldes in Thüringen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, leistet auch Thüringen seinen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Wir brauchen die unbewirtschafteten Wälder als Klimaschutzwälder, die Wasser und Kohlenstoff speichern. Die Entwicklung der Urwälder von morgen ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Dirk Hofmann, Waldexperte und stellvertretender Vorsitzender des NABU Thüringen. „In Bezug auf den Waldnaturschutz müssen wir in Zukunft aber noch mehr leisten. Vor allem der Umgang mit unserem Wirtschaftswald muss sich stark ändern. Es ist längst überfällig, den Einsatz von Großmaschinen im Wald zu reduzieren. Harvester schädigen den Waldboden für sehr lange Zeit. Die Böden werden verdichtet, die biologische Aktivität beeinträchtigt, das Wachstum der Bäume eingeschränkt und Erosion wird gefördert. Holzerntetechniken, wie zum Beispiel leichtere Maschinen, Seilzug oder Rückepferde sollen verstärkt zum Einsatz kommen. Ebenso stehen wir Wiederaufforstungsmaßnahmen eher kritisch gegenüber. Bäume aus Naturverjüngung sind besser an ihren Standort angepasst. Vor allem aber sollte man nicht den Fehler machen und nichteinheimische Gehölze wie Douglasie anpflanzen. In starken Trockenjahren gab es bei dieser Baumart verstärkt Ausfälle. Beispiele aus Österreich und Bayern zeigen dies deutlich“, so Dirk Hofmann.

Die Veranstaltung in Erfurt schließt mit der Ehrung der Gewinner-Cartoons des Wettbewerbs „Je wilder, desto wertvoller“ und einer Ausstellung von Waldbildern von Malaktionen an einer Erfurter Schule. Am zweiten Tag wird der Nationalpark Hainich – UNESCO-Weltnaturerbe und das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands besucht. Eine Exkursion führt durch besonders alte Wälder mit hoher Dynamik sowie von Dürre betroffene Bereiche. Themen, wie zum Beispiel inwieweit Naturwälder einen Beitrag in der Klimakrise leisten können, werden an diesem Tag diskutiert. Zur Veranstaltung wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger, Waldbesitzerinnen und -besitzer sowie politische Entscheidungsträger geladen. Zu den Gästen gehören unter anderem: Olaf Möller, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz; Olaf Tschimpke, NABU-Präsident; Andreas Wolter, Bürgermeister der Stadt Köln und Vorstandsvorsitzender des Klima-Bündnis; Martin Schmidt, Landesvorsitzender NABU Thüringen; Dirk Hofmann, Waldexperte und stellvertretender Landesvorsitzender NABU Thüringen; das Cartoonisten-Duo Hauck & Bauer und die Sieger*innen des Cartoon Wettbewerbs „Je wilder, desto wertvoller!“

Weitere Infos zum Projekt: www.speicherwald.de

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