Nach dem “Befreiungsschlag” nun in Zwickau als Favorit punkten

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Nach dem „Befreiungsschlag“ gegen Bayer 04 Leverkusen geht der Blick des THC weiter nach vorn. Mit Siegen beim Neuling BSV Sachsen Zwickau und am Samstag in der Salza-Halle gegen den VfL Oldenburg soll eine kleine Serie gestartet werden, auch um im darauffolgenden Auswärtsspiel in Metzingen gerüstet zu sein. Am Mittwoch geht es nun in dieser „englischen Woche“ erst einmal in Zwickau weiter (19:30 Uhr – Zuschauer sind zugelassen, Karten gibt es noch ausreichend an der Abendkasse).

Rückblick: Das war ein „Befreiungsschlag“, sogar ein Paukenschlag, denn dass der THC nach zwei ärgerlichen, vermeidbaren Niederlagen so die Wende einleiten würde, hatte nicht mal der Trainer auf dem Schirm. Der wusste selbst nicht so richtig, wo das Team nach den Corona-Verwirbelungen nun steht. Zunächst wurde erst mal wieder der Start ins erste Heimspiel im Jahr 2022 vermasselt, geriet die Mannschaft wegen eigener Ballverluste in Rückstand. Nach 20 Minuten hatte man ins Spiel gefunden, merkten die Zuschauer schon, diesem Spiel drücken Kreisläuferin Annika Meyer, Linksaußen Yuki Tanabe und die Spiel-Regisseurin und sichere Strafwurf-Vollstreckerin Kerstin Kündig ihren Stempel auf. Asli Iskit übernimmt immer mehr Verantwortung und Lara Kuske stand sicher im Tor, hielt mit ihren Paraden die Mannschaft im Spiel. Dann folgten starke 10 Minuten in Halbzeit eins. Nur in der letzten Minute ließ man durch fehlende Aufmerksamkeit noch zwei unnötige Gegentreffer zu, um den Finger auf eine kleine Wunde zu legen. Das Positivste: die Deckung hielt Stand! Mit 15 zu 10 war eine Grundlage für den Sieg gelegt, der Drops aber längst nicht gelutscht. Doch dieses Mal zeigte das Team ein anderes Gesicht als zuletzt. Der Vorsprung wurde Schritt für Schritt ausgebaut, bis auf 12 Tore zog man dem Gegner davon. Eine Viertelstunde vor dem Ende war das Spiel praktisch gewonnen. Es wurde am Ende der höchste Sieg in dieser Saison. Alle Spielerinnen bekamen eine Einsatzzeit. Kim Braun machte nach monatelanger Verletzungspause ihre erste Spielminute für den THC und warf gleich in ihrem ersten Angriff ein Tor von Linksaußen. Was für eine Geschichte. Die Krone aber setzte dem Ganzen Lydia Jakubisova auf, Nemo, wie wir sie liebevoll mit Spitznamen rufen. Nemo warf in den letzten sieben Minuten noch zwei Tore, zwei besondere Tore, denn das letzte war ihr 1.000. Tor für den THC, was sie in den Pflichtspielen in der Bundesliga, in den EHF-Wettbewerben und im DHB-Pokal geworfen hat. Nemo, das Phänomen Handballfrau, die Frau, die immer gewinnen will – ein Vorbild an Einsatzwillen, im Spiel wie im Training, die Dienstälteste beim THC, in der 11. Saison, mit 40 Jahren.

Zum Spiel: David gegen Goliath? Auf dem Papier, ja. Der THC ist in Zwickau Favorit, muss die Favoritenrolle annehmen und punkten. Doch Respekt vor dem Neuling. “Wir haben vor jedem Gegner Respekt”, betont auch hier Herbert Müller, um fortzufahren “Zwickau ist in der Liga angekommen, die Mannschaft hat mit überzeugenden Leistungen das Tabellenende abgegeben. Unter ihrem Trainer Norman Rentsch hat sich das Team Spiel für Spiel bundesligareif entwickelt. Wer nach der Halbzeit der Saison vor der HSG Bad Wildungen Vipers steht, darf darauf stolz sein. Wir freuen uns auf das Spiel, nach Halle (115 km) eine weitere kurze Auswärtsreise für uns (135 km). Nicht nur deshalb wünschen wir den sympathischen Sächsinnen, dass sie den Klassenerhalt schaffen.” Im Team steht mit Ela Szott eine ehemalige THC-Nachwuchsakteurin im Tor, auf die wir uns freuen. Und Achtung, Zwickau hat den letzten Gegner des THC, die Bayer-Elfen, im Heimspiel mit 29:22 deutlich besiegt und hat auch im Abstiegskampf gegen Buchholz 08-Rosengarten mit Stehvermögen bestanden. Das mitteldeutsche Derby hält deshalb auch etwas Spannung im Vorfeld. Die THC Frauen müssen den Kampf annehmen, das Spiel suchen und werden sich akribisch und taktisch klug auf dieses Auswärtsspiel vorbereiten.

Zum Kader: Der hat sich offenbar nach dem Verletzungsausfall von Mannschaftsführerin Josefine Huber wieder gefunden. Die Deckung ist wieder stabilisiert, Yuki Tanabe brilliert auf Linksaußen, Annika Meyer stößt in die Lücke, die Josefine Huber hinterlassen hat. Kim Braun kommt von der Bank ins Spiel. Die Mannschaft wird in Zwickau so, wie zuletzt auflaufen.

Bericht: HaJo Steinbach

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