NABU Thüringen: Geflügelpest mit Ursprung Massentierhaltung

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Jena – Derzeit tritt in Deutschland wieder die hoch pathogene H5N8-Variante der Geflügelpest auf. Das ursprünglich aus Ostasien stammende Vogelgrippevirus war zuletzt vor zwei Jahren in Deutschland nachgewiesen worden. Wissenschaftler sind sich einig, dass die hoch-krankheitserregenden Vogelgrippe-Viren in den großen kommerziellen Geflügelbetrieben entstehen, von dort in die Natur gelangen und auf Wildvögel übertragen werden. Zu Tage tritt die Infektion dann vor allem an den Hotspots des Vogelzuges, zum Beispiel an Rastgewässern, wo viele Vögel Nahrung aufnehmen und sich gegenseitig anstecken können.

„Die Leittragenden der Massentierhaltung sind zum einen unsere Wildvögel und zum anderen die vielen kleinen Geflügelhalter im ländlichen Raum, die wieder von den Behörden aufgefordert werden ihre Tiere einzusperren“, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen, der selbst Hühner zuhause hält. „Die Kleinen dürfen wieder den Kopf hinhalten, damit einzelne Große mit Massentierhaltung viel Geld verdienen. So lange im Supermarkt das billige Geflügelfleisch angeboten wird und die Verbraucher es, weil es doch so billig ist, im Übermaße kaufen, so lange werden die Betreiber der Massentierhaltungen auf einen angeblichen Bedarf und den Willen des Kunden verweisen. Dass dieses Modell noch lange tragbar ist, möchte ich bezweifeln“, so Jessat. Ob das Virus, mit Ursprung Geflügelbetriebe, auch in Thüringen festgestellt wird, kann nicht vorausgesagt werden. Der NABU ist mit vielen ehrenamtlichen Vogelkennern an den Beobachtungen des Vogelzuges beteiligt. Wenn ein Vogelsterben zu erkennen ist, müssen die Behörden das Einsammeln und Entsorgen der Kadaver organisieren, damit sich die Vogelgrippe nicht weiter ausbreitet. „Am besten dämmt jedoch die Natur eine solche Ausbreitung ein, denn meist unbemerkt verenden die infizierten Vögel und werden von der Natur entsorgt. Kranke und geschwächte Tiere werden von Prädatoren als erste ausgelesen, so dass die Wahrscheinlichkeit eine Übertragung von Krankheiten geringer wird“, erklärt Jessat. „Gerade wo tausende Wasservögel an unseren Gewässern rasten, finden sich Prädatoren und Aasvertilger ein. Die Natur löst diese Probleme selbst. Für die Probleme der Massentierhaltung ist der Mensch verantwortlich. Hier erwarte ich Entscheidungen durch die Politik“, meint der NABU- Landesvorsitzende.

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