Montessori-Förderverein erinnert an Professor Kurt Aurin – Ein Nekrolog

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Am 21.Juli 2017 verstarb der in Nordhausen geborene Professor Dr.Dr. h.c Kurt Aurin

Er war der einzige Sohn des Möbelfabrikanten Werner Aurin und dessen Ehefrau Margarete Aurin (geb. Schulze), einer direkten Schülerin Maria Montessori.

Seine Mutter, einigen älteren Nordhäuser Bürger noch bekannt, gründete Anfang 1933 in Nordhausen einer der ersten reformpädagogischen Kindergärten in Deutschland, deren Betrieb unter den damaligen herrschenden Erziehungsgeist äußerst schwierig war. Ihr pädagogisches Interesse vermittelte sie auch Ihren Sohn Kurt der nach dem Abitur ein Studium der Psychologie, Pädagogik und Philosophie an der Freien Universität Berlin aufnahm.

1957 promovierte Kurt Aurin – seine Dissertation verfasste er über: Die Bedingtheit der Schülerleistung durch die pädagogische Gestaltungsform. Anschließend arbeitete er einige Jahre an Schulen und Fachschulen für Sozialpädagogik. Aurin leitete 1964 bis 1969 im Auftrag des baden-württembergischen Kultusministeriums Untersuchungen, die Begabungen im ländlichen Raum ermitteln und erschließen sollten. Diese Arbeiten trugen wesentlich dazu bei, Bildungsbenachteiligungen auf dem Land abzubauen.

1969 nahm er einen Ruf als Professor an die damalige Technische Universität Hannover an. Dort baute er das Fachgebiet Erziehungswissenschaft neu auf.
Sechs Jahre später folgte er einem Ruf an die Albert-Ludwigs- Universität Freiburg. Von 1976 bis zur Emeritierung 1991 hatte er den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg inne.

Einen Namen machte Aurin sich mit seinen Schulvergleichsuntersuchungen für das Land Baden-Württemberg als Mittel der Politikberatung. Weitere Arbeitsfelder des Erziehungswissenschaftlers waren Probleme der regionalen Schulplanung und die wissenschaftliche Begleitung von Schulversuchen.

Die letzten Jahre seines Schaffens prägten Arbeiten zur „Guten Schule“, zu Themen wie Selbstverantwortung für Schulen oder Probleme und Widerstände innerhalb von Schulen. Somit forschte er schon früh zu diesen Themen, die heute die Diskussion über Veränderungen im Schulwesen prägen.

Professor Dr. Kurt Aurin blieb dem Thema Schule sein ganzes Leben lang treu und war stets darauf bedacht, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Praxis nutzbar zu machen. Sein Engagement für die Erziehungswissenschaft zeigte er auch als Mitglied vieler Kommissionen.

Schon früh setzte er sich für Gesamtschulen ein. Er gehörte der Projektgruppe „Gesamtschule“ der Bund-Länder-Kommission und dem Beirat für das Projekt „Ausbildung zum Beratungslehrer“ am Deutschen Institut für Fernstudien an. Er war Leiter des Arbeitskreises Berlin der Deutschen Montessori Gesellschaft und deren geschäftsführendes Vorstandsmitglied.

Auch nach seiner Emeritierung engagierte er sich für die Weiterentwicklung der Schulen und der Lehrerbildung.
In Thüringen beriet er Anfang 1990 das neugegründete Kultusministerium. Seit 1991 war er Mitglied der Gründungskommission der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, die ihm 2003 die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste verlieh.
Einer besonderen Hervorhebung bedarf Kurt Aurins reger Einsatz für die Montessori-Pädagogik. Er war Leiter des Arbeitskreises Berlin der Deutschen Montessori Gesellschaft (DMG).
Im Nordhäuser Montessori-Kinderhaus erinnert man sich dankbar an den Einsatz den er für den Kindergarten und insbesondere für die Gründung der Montessori-Schule leistete.

Vorstand des Montessori-Fördervereins, i.A. Martin Schulze

Foto: Privat

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