Mit Waffengewalt gegen Wölfe

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Wolfsgegner fordern Abschuss der Wölfin von Ohrdruf – NABU startet Onlinekampagne gegen die geplante Gesetzesänderung den Abschuss von Wölfen zu vereinfachen

Jena – In Bezug auf den Änderungsentwurf des Bundesnaturschutzgesetzes den Abschuss von Wölfen zu vereinfachen, appelliert der NABU an die Mitglieder des Bundestages, im Plenum gegen den Entwurf zu stimmen. Stattdessen sind mehr konkrete Hilfen in der Praxis von Weidetierhaltern einzusetzen. Der beste Schutz vor Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere ist effektiver Herdenschutz, so die Naturschützer.

„Viel zu leichtsinnig fordern Wolfsgegner den Abschuss von Wölfen. Schnell werden die Tiere zu „Problemwölfen“ erklärt, um zur neuerlichen Jagd auf eine streng geschützte Art zu blasen. Häufig stehen aber kleinteilige jagdliche Interessen hinter der Lust an der Wolfsjagd, nicht das Interesse, den Schäfern wirklich helfen zu wollen“, sagt Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs im NABU Thüringen. „Aktuell erleben wir hierzulande Bemühungen die Ohrdrufer Wölfin loszuwerden, eben aus den Kreisen derer, die auch in der Vergangenheit wenig für die Rückkehr von Wölfen nach Deutschland übrig hatten. In einem aktuellen Beitrag der „Thüringer Allgemeinen“ fordert ein Jagdfunktionär sogar den Abschuss der Wölfin. Im Text wird Professor Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, Zoologe und ehemaliges Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes Brandenburg, zitiert. Auch Volker Emde (CDU), Vize-Vorsitzender des Umweltausschusses im Thüringer Landtags fordert das Erlegen, also den Tod der Wölfin.

„Hier werden klar die falschen Signale gesendet. Anstatt anzupacken und konstruktive Lösungen für die Weidetierhaltung und den Artenschutz zu finden, wird wieder nur auf billige und stumpfe Gewalt mit der Waffe gesetzt“, so Tamás.

Um die Gesetzesänderung im Bundestag zu stoppen, hat der NABU eine Online-Mobilisierungsaktion „Hände weg vom Wolf!“ gestartet, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern an die Politikerinnen und Politiker zu appellieren, gegen die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zu stimmen und sich endlich für praktische und echte Lösungen für die Koexistenz von Mensch, Weidetier und Wolf einzusetzen. Nähere Infos unter www.NABU-Thueringen.de

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