Mein Weg zum Traum – die Anfänge eines Auslandsjahres

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Ein Auslandsjahr scheint für viele Eltern die perfekte „Erziehung“ ihrer Kinder zu sein. England, Irland, Schottland, Neuseeland, Australien oder lieber doch die USA? Hunderte Organisationen bieten den Traum. Die perfekte Chance, um den Kindern die Selbstständigkeit und die Erfahrungen zu geben, die sie ihnen wünschen. Dennoch scheitert es dann gleich am Anfang: dem Geld.
Viele Organisationen bieten das Paradies für utopische Preise und das lässt den Traum gleich im Anfangsstadium platzen. Meine Erfahrungen mit Education First, Partnership International, Education Travel & Culture, dem PPP und meine Einschätzungen gibt es in diesem Artikel, falls Sie gerade in einer ähnlichen Situation stecken, wie ich vor zwei Jahren.

Angefangen hat meine Reise nicht im Reisebüro. Es war mein Vater, der mir schon in jüngeren Jahren immer wieder gesagt hat, ich müsse später ins Ausland:” Danach stehen dir alle Türen offen!”, pflegte er zu sagen. Ich selbst habe mir nie wirklich Gedanken gemacht, ich habe seine Träume für mich lediglich angenommen. Im Frühjahr 2016 hatte ich dann ein Gespräch mit Bekannten, die mir zu einem Stipendium des Deutschen Bundestages geraten haben. PPP, das Parlamentarische Partnerschaftsprogramm gefiel mir – der Gewinner bekommt ein volles Stipendium für das Auslandsjahr, das ohnehin mehrere tausende Euro kosten würde. Somit habe ich mich gleich eine Woche später darauf beworben und sofort eine Rückmeldung bekommen: Einen Haufen Papierkram. Durch meine Recherche im Internet habe ich aber schon vorher gewusst, dass das PPP auf gute Noten und vor allem auf Engagement zählt. Somit habe ich all meine Aktivitäten zusammengestellt, mir Empfehlungen schreiben lassen und sie mitgeschickt. Ich war Klassensprecher, unterstütze Vereine, hatte Praktika in Kindergärten und Schulen. Im November 2016, ein halbes Jahr später, habe ich dann eine Rückmeldung erhalten: Ich bin in der nächsten Runde! In einem Gruppeninterview sollte ich mich als ein guter Vertreter Deutschlands beweisen und das musste mir nicht zweimal gesagt werden. Tage vor dem Interview habe ich gebüffelt: amerikanische und deutsche Geschichte, Politik, Geografie, Bevölkerung – ich habe alles in mich aufgesaugt.
Tage später saß ich dann mit 5 anderen Mitstreitern in einem Raum und wir wurden zu all diesen Fakten ausgefragt – ich hatte ein gutes Gefühl. Im Februar 2017 kam die nächste Rückmeldung: noch eine Runde weiter! Jetzt ist es nur noch zwischen mir und einem unbekannten anderen Bewerber. Dieses Mal standen hohe Hausbesuche an: ein Politiker des deutschen Bundestages würde uns gern kennenlernen und selbst sehen wollen, ob wir uns für dieses Stipendium eignen. Leider war ich nach dieser Runde raus – sie haben sich für den Unbekannten entschieden und die Enttäuschung meinerseits war groß. Ich habe aber in diesem Jahr so viel Gefallen an dem Gedanken “Auslandsjahr” gefunden, dass ich mich nicht mehr stoppen lassen und mich bei Education First (EF) beworben habe. Diese meldeten sich auch sofort zurück: eine Broschüre hier, ein Treffen da, eine Bewerbung dort – ich empfand es als sehr herzlich und habe mich sofort wohlgefühlt. Jedoch meldete sich das PPP zurück und versprach mir einen Rabatt, wenn ich mit Partnership International (PI) in das Ausland gehe. Die Entscheidung fiel nicht sehr schwer, da es geldlich große Unterschiede gab. Somit habe ich zum dritten Mal die gleiche Bewerbung ausgefüllt und war froh, dass jetzt alles in geregelten Bahnen lief und ich mich ohne Stress auf das kommende Schuljahr vorbereiten kann. Bevor ich gegangen bin, gab es noch ein Vorbereitungsseminar, dass uns auf verschiedene Dinge hingewiesen hat.

So viel zur Organisation; es gab noch viele eigene Überlegungen vorher und nebenbei, wie zum Beispiel das “wann”: Ich bin nach der 10. Klasse gegangen. Für viele ist dies keine Möglichkeit, da sie das Jahr zwischen der Mittel- und Oberstufe nicht haben möchten. Ich habe es aber nicht ganz so gesehen. Für mich war es eine Möglichkeit, extra Wissen zu sammeln, Dinge aufzuholen, ein Jahr Pause vom deutschen Schulsystem zu haben und die englische Sprache letztendlich besser zu beherrschen. Ich malte mir aus, dass es besser für das Abitur sei, da ich in Englisch dann “sowieso besser bin” und daher das Englisch-Abi nicht so schwer werden wird. Bis ich zurück bin, malte ich mir aus, werde ich auch mental fortgeschrittener sein: sehen, worauf es ankommt, meine Ziele ausmalen und sie ohne Umschweif verfolgen. Nicht zu vergessen die Selbstständigkeit, die mir in der Oberstufe hoffentlich noch zu Gute kommen wird. Ich dachte es tut gut, mein Leben von außen zu betrachten.

Eine andere Frage war auch welches Land, denn die Auswahl ist groß. Ich habe mich für Amerika, das mit Abstand beliebteste Land, entschieden. Der Gedankengang dazu war sehr einfach: Australien und Neuseeland haben einen sehr starken und vor allem eigenen Akzent, den ich mir nicht aneignen wollte. England/Schottland/Irland war mir zu nah an Zuhause dran und wenn man schon mal die Möglichkeit hat in Amerika zu leben, dann nehme ich diese doch dankend an – es lockte einfach sehr.

Nun bin ich noch unter 2 Monate hier in den Staaten und kann jetzt schon sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich jemals getroffen habe. Meine Erwartungen haben sich gerade in den mentalen Punkten sehr bewährt: Ich habe mein Zuhause aus einer anderen Perspektive kennengelernt, meine Sprache erheblich verbessert und meine Traumarbeit gefunden, auf die ich hier ohne Zeitdruck schon hinarbeiten konnte.

Somit waren das die Anfänge für mein Auslandsjahr. Falls Sie weitere Fragen zum Thema haben, kontaktieren Sie mich auf Facebook !

Franziska Hübner

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