Mehr als nur Bauchschmerzen

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Wenn ein Bauchwandbruch droht muss operiert werden

Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens – egal ob Jung oder Alt – mindestens einmal Bauchschmerzen. Meist besteht kein Grund zur Sorge, denn die Ursachen können vielfältig sein. Gehen Bauchschmerzen allerdings mit einer Verformung der Bauchwand einher, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Fritz Woehe, leitender Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der HELIOS Klinik Sangerhausen, spricht am Dienstag, den 6. September 2016 ab 19 Uhr im Rahmen der Patientenakademie „Gesund im Südharz“ in der HELIOS Klinik Bleicherode zum Thema: „Bauchwandbrüche – Wann muss operiert werden?“

Herr Woehe, was genau ist ein Bauchwandbruch?

Ein Bauchwandbruch ist eine Ausstülpung des Bauchfells durch angeborene oder erworbene Lücken der Bauchwand, des Zwerchfells oder des Beckenbodens. Der medizinische Fachausdruck für einen Bauchwandbruch ist „Hernie“ abgeleitet vom griechischen Wort „Hernos“ = Knospe.

Wie entsteht eine Hernie und welche Symptome gilt es zu beachten?

Es gibt viele verschiedene Ursachen für die Entstehung eines Bauchwandbruchs. Neben individueller Veranlagung, zum Beispiel aufgrund einer Bindegewebsschwäche, oder bestimmten Begleiterkrankungen, wie Diabetes, Tabakkonsum, Mangelernährung oder einer chronischen Bronchitis, sind vorausgegangene Bauchoperationen häufig die Ursache von Bauchwandbrüchen. Grundsätzlich kann jeder Mensch einen Bauchwandbruch im Laufe seines Lebens entwickeln, wobei statistisch gesehen Männer im Schnitt neun Mal häufiger betroffen sind, als Frauen.

Die Symptome sind sehr unterschiedlich und abhängig von der Ursache, der Lokalisation und der Größe des Bruchs. Manche Patienten haben keine Schmerzen, andere klagen über gelegentliche oder dauerhafte Schmerzen und wiederum gibt es Patienten, die nur der kosmetische Aspekt stört. Durch die Einklemmung von Baucheingeweiden kann es unter Umständen aber auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.

Wie wird ein Bauchwandbruch diagnostiziert?

Die Diagnose wird in aller Regel durch die Erhebung der Krankengeschichte und eine gründliche Untersuchung gestellt. Bei unklaren Befunden ist manchmal die Durchführung zusätzlicher Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen oder Kernspintomographie sinnvoll.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

In aller Regel sollten Bauchwandbrüche nach Diagnosestellung operativ behandelt werden. Dafür stehen heutzutage mehrere Operationsverfahren, mit und ohne Verwendung von Kunststoffnetzen, zur Verfügung, die für jeden Patienten in Abhängigkeit vom Befund

individuell eingesetzt werden. In einigen Fällen ist vor allem bei kleineren asymptomatischen Brüchen eine wachsame Beobachtung möglich.

Ihre Klinik trägt seit 2014 das Gütesiegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der deutschen Herniengesellschaft. Was ist das?

Dieses Siegel wird Kliniken und Praxen verliehen, welche in besonderem Maße Qualitätssicherung bei der Therapie von Bauchwandbrüchen betreiben. Voraussetzung für die Verleihung sind unter anderem die Teilnahme an der Qualitätssicherungsstudie „Herniamed“ für ein bundesweites Hernienregister, die Durchführung einer strukturierten Nachsorge über 10 Jahre sowie bestimmte Mindestmengen an Operationen. Das Team der HELIOS Klinik Sangerhausen behandelt pro Jahr derzeit circa 200 Patienten mit Bauchwandbrüchen, vom „einfachen“ Leistenbruch bis zum komplexen Narbenbruch. Dabei kommen alle gängigen OP-Verfahren, einschließlich endoskopischer Techniken zum Einsatz. Dies gewährleistet für die Patienten ein individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept.

Nähere Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei einer Hernie erfahren alle Interessierten am Dienstag, den 6. September um 19 Uhr im Café Barbara der HELIOS Klinik Bleicherode. Der Eintritt ist frei.

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