Mehr als 15 Mal ausgerückt

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Kinder schlüpften in die Rolle von Berufsfeuerwehrleuten
Einen Tag wie bei der Berufsfeuerwehr verbrachten die Kinder am vergangenen Wochenende. Um 16 Uhr trat die Mannschaft am Freitagnachmittag in der Fahrzeughalle an, um ihren Dienst zu übernehmen. Für die nächsten 24 Stunden schlüpften sie in die Rolle von Berufsfeuerwehrmännern und –frauen. Nachdem die Fahrzeuge überprüft und die Betten für die Nacht vorbereitet waren, ertönte bereits zum ersten Mal der Alarmgong. Eine Person war bei der Firma „Technik in Form“ von einer Maschine überrollt und eingeklemmt worden. Mit Hebekissen befreiten die Kinder und Jugendlichen den fiktiven Patienten und brachten ihn in Sicherheit – für die Besucher beim Tag der offenen Tür auf dem Betriebsgelände ein echtes Highlight. Auch der Geschäftsführer war von der Jugendarbeit begeistert und kündigte an, das Geld der Tombola für die Jugendfeuerwehr zu spenden.
Viel Zeit zum Verschnaufen blieb den Kindern nicht, denn die Einsätze folgten Schlag auf Schlag. Absturzgefährdete Teile mussten mit der Drehleiter geborgen werden, eine Ölspur am Busbahnhof galt es zu beseitigen, Sturmschäden mussten gesichert werden und eine ausgelöste Brandmeldeanlage entpuppte sich als Fehlalarm. In der Zwischenzeit bereitete das Küchenteam das Abendessen zu, damit sich die Mannschaft stärken konnte. Direkt im Anschluss brannte der Anbau eines Hauses. Nachdem das Feuer gelöscht und die Kräfte auf dem Rückweg waren, erreichte sie die Meldung über einen schweren Verkehrsunfall auf der A38. Hierbei diente die Start- und Landebahn des Flugplatzes in Günterode als Fahrspuren der fiktiven Autobahn. Die Einsatzfahrzeuge mussten sogar eine Rettungsgasse durchfahren, um an die Unfallstelle zu gelangen. Dort versorgten sie den eingeklemmten Fahrer und suchten mit Hilfe der Drehleiter und Wärmebildkamera einen geflüchteten Beifahrer. Kurz vorm Schlafengehen mussten die Löschfahrzeuge nochmal los. Auf der alten Burg brannte ein Pkw. Mit Hilfe des neuen Feuerlöschtrainers und einer Nebelmaschine schufen die Vorbereiter eine optisch realistische Brandsimulation.
Nach einer einsatzfreien Nacht weckte der Alarmgong die Kinder in den frühen Morgenstunden. Eine Person war im Wald spazieren und wurde nun vermisst. Die Feuerwehrmänner und –frauen fanden den verletzten Wanderer und übergaben ihn dem Rettungsdienst. Nach dem Frühstück stand dann der Dienstsport auf dem Plan. Im Schwimmbad zogen die Kameraden ein paar Bahnen, um wach zu werden und sich fit zu halten. Ein Highlight des Tages war ein Großbrand bei der Möbelbörse in der Hospitalstraße. Bereits auf Anfahrt sah der Einsatzleiter, wie dichter Qualm aus dem Gebäude drang. Zudem erfuhr er, dass noch mehrere Personen vermisst werden. Zwei Trupps

gingen unter Atemschutz in die verrauchten Räume, um die Menschen zu retten und das Feuer zu löschen. Mit der Drehleiter gingen die Kinder gegen den simulierten Brand von außen vor.
Mehr als 15 Einsätze arbeiteten die Kinder und Jugendlichen während der 24 Stunden ab, darunter auch ein Gefahrgutunfall am Ostbahnhof. Hier trat Benzin aus einem Kesselwagen aus. Um 16 Uhr übergaben die Feuerwehrleute dann ihren Dienst an die nächste Schicht und konnten in ihren wohlverdienten Feierabend gehen. Für die Kinder endete ein Tag mit viel Spaß, Aufregung und Anstrengung. Sie freuen sich jetzt schon auf ihre nächste Feuerwehrschicht.

Text: Johannes Lurch

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