Mediziner für Osteologisches Schwerpunktzentrum zertifiziert

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HELIOS Klinik Bleicherode stellt neues Kompetenzteam vor

Bleicherode – Die Medizinerin Anke Graß, Oberärztin für Orthopädie und Rheumatologie, und Volker Nahmmacher, Facharzt für Orthopädie, wurden vom Dachverband Osteologie (DVO) als Osteologen zertifiziert und bilden unter Chefarzt Dr. Christian Meyer das neue Kompetenzteam im Osteologischen Schwerpunktzentrum der HELIOS Klinik Bleicherode. In Vorbereitung auf die kommende Patientenakademie nächsten Dienstag, die sich der Knochenkrankheit widmet, spricht Anke Graß über die Notwendigkeit dieser personellen Aufstockung für die Region und warum immer mehr Menschen unter Osteoporose leiden.

Frau Graß, Sie sind seit über zehn Jahren als Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie in der HELIOS Klinik Bleicherode tätig. Seit vergangenem Jahr wurden Sie von der DVO zur Osteologin zertifiziert. Wie kam es dazu?

Bevor ich in der HELIOS Klinik Bleicherode anfing, hatte ich mich in meiner früheren Klinik in Frankfurt/Oder bereits intensiv mit dem Krankheitsbild Osteoporose beschäftigt. Im November 2005 nahm ich meine Tätigkeit als Fachärztin für Orthopädie in Bleicherode auf. Anfang 2007 begann ich mit meiner wöchentlichen Sprechstunde für orthopädische Rheumatologie, die sehr gut angenommen wird. Viele Rheumapatienten leiden einerseits aufgrund ihrer Erkrankung, andererseits aufgrund von Medikamenten unter Osteoporose. Die Behandlung dieser Knochenerkrankungen ist für mich daher nicht neu – genau genommen beschäftige ich mich bereits seit fast 20 Jahren mit Osteoporose. Die HELIOS Klinik Bleicherode ist ein zertifizierte Schwerpunktzentrum für die Vorbeugung und Versorgung dieser Knochenerkrankung. Deshalb war die Zertifizierung ein wichtiger und notwendiger Schritt, um das Kompetenzteam professionell aufzustocken.

Ist der Bedarf für diese Aufstockung in der Region gegeben?

Unbedingt! Unser Schwerpunktzentrum genießt über die Landesgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf. Das spiegelt sich in unseren Qualitätskennzahlen wider, die HELIOS monatlich öffentlich macht. Zudem wird deutlich, dass die Zahl der Betroffenen, die unter Osteoporose leiden, weiter zunimmt. Dies ist auf den demographischen Wandel der letzten 20 Jahre zurückzuführen, denn Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die überwiegend in der 2. Lebenshälfte in Erscheinung tritt. Laut einer medizinischen Studie lebten im Jahr 2009 rund 6,3 Millionen Menschen mit einer Osteoporoseerkrankung in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen wird jährlich auf 885.000 Menschen geschätzt. Die Dunkelziffer derer, die unter der Knochenkrankheit leiden, ist aber wesentlich höher. Nicht jeder weiß, dass er von Osteoporose betroffen ist.

Wie kann man nicht wissen, dass man an Osteoporose erkrankt ist?

Der menschliche Knochen ist ein dynamisches Organ mit hoher Durchblutung und Stoffwechselaktivität, der einen ständigen Erneuerungszyklus durchlebt. Ab der zweiten Lebenshälfte wird diese Erneuerung jedoch verlangsamt. Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die durch niedrige Knochenmasse und eine Beeinträchtigung der Mikrostruktur des Knochengewebes charakterisiert wird. Betroffene erleiden häufiger bereits bei Bagatellverletzungen Knochenbrüche. Auch Wirbelkörperfrakturen sind häufig. Im Alter schmerzt es häufiger an verschiedenen Stellen, daher wird es nicht immer ernst genommen, wenn der Rücken mal weh tut. Daher werden nur 30 Prozent der Wirbelkörperfrakturen tatsächlich klinisch diagnostiziert, anders als zum Beispiel Schenkelhalsbrüche. Wenn also Schmerzen auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen und über einen längeren Zeitraum anhalten, sollte man zum Arzt gehen und es abklären lassen.

Wer ist von Osteoporose betroffen und wie wird sie diagnostiziert?

Zum Teil ist für den Substanzverlust des Knochens die Genetik verantwortlich. Treten bei Vater und/oder Mutter Brüche des Oberschenkelhalses auf, ist das Risiko für eine Osteoporose erhöht. Insbesondere für Frauen steigt das Risiko mit dem Östrogenmangel in der Menopause. Bei beiden Geschlechtern können Alterungsprozesse, Lebensstil oder auch andere Krankheiten bzw. die damit verbundenen Medikamenteneinnahmen zu Knochensubstanzverlust führen. Unserem Zentrum steht ein Gerät zur Knochendichtemessung zur Verfügung – das DPX, Goldstandard auf dem Gebiet!

Gibt es gegen Osteoporose eine Heilung?

Nur bedingt, denn wenn sich diese erst einmal durch Knochenbrüche manifestiert, muss man mehr oder weniger mit den Folgen leben. Aber man kann einerseits vorbeugen und Maßnahmen treffen, um trotz dieser Erkrankung ein Leben mit guter Lebensqualität bis ins hohe Alter zu führen. Das oberste Behandlungsziel ist die Vermeidung und Verminderung der Zahl weiterer Wirbelbrüche oder Frakturen des Schenkelhalses, des Unterarms etc., um eine gute Lebensqualität zu haben – keine oder wenig Schmerzen und Erhalt der Funktionen des Bewegungsapparates. Bei Menschen mit fortgeschrittener Osteoporose können bereits durch Alltagsbelastungen Brüche entstehen, bei denen gesunden Knochen nichts passieren würde. Zur Basistherapie gehört die Versorgung mit Vitamin D. Dieses wird zwar auch durch Sonneneinstrahlung auf der Haut durch den Körper selbst gebildet, in unseren Breitengraden muss jedoch durch eine Zugabe bei der Nahrungsaufnahme nachgeholfen werden, insbesondere im Winterhalbjahr. Auch eine kalziumreiche Ernährung ist eine wichtige Säule für die Knochengesundheit. In unserem Schwerpunktzentrum informieren wir über knochengesunde Ernährung und sprechen mit den Patienten alle Maßnahmen durch, damit sie sich zu Hause optimal auf ihre Erkrankung einstellen können, ohne sich krank fühlen zu müssen.

Außerdem ist ein gutes Maß an Bewegung für den Körper, aber auch für die Seele eine wichtige Voraussetzung um gesund und fit zu bleiben.

Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie für die Osteoporosebehandlung erfahren alle Interessierten am Dienstag, den 2. August um 19 Uhr im Café Barbara der HELIOS Klinik Bleicherode. Der Eintritt ist frei.

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