Maßnahmen am Oberlauf der Salza abgeschlossen

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Nordhausen (psv) Heute konnte ein weiterer Bauabschnitt an der Salza abgeschlossen werden. Erneut wurde dieses Vorhaben mit Fördermitteln des Landes Thüringen aus dem Förderbudget „Nachhaltige Regionalentwicklung der Biosphärenregion Südharz/Kyffhäuser/Hohe Schrecke“ im Umfang von 169.000 Euro (90 % Förderung) umgesetzt.
„Stück für Stück und mit jeder Maßnahme heben wir die Einzigartigkeit der Salzaquelle als größte Karstquelle Thüringens hervor und machen das Naturdenkmal noch attraktiver. Dank der Förderung des Landes und der Umsetzung durch die Beteiligten erfolgen diese naturschutzfachlichen Aufwertungen immer im Hinblick auf die langfristige Erhaltung dieses Kleinods. Ganz besonders danke ich den Mitgliedern des Salzaer Heimatvereins, die sich ehrenamtlich um die Verbesserung der Pflege und Ausstattung an der Salzaquelle kümmern“, so Oberbürgermeister Kai Buchmann.

Langfristige Erhaltung und Wandlung der Gehölzstruktur

Auch bei diesem Projekt hat die Stadt Nordhausen den Gewässerunterhaltungsverband (GUV) „Harzvorland“ mit der Umsetzung des Vorhabens beauftragt. „Ein erstes Ziel dieser Maßnahmen war die langfristige Erhaltung bzw. Wandlung der Gehölze entlang des Oberlaufs der Salza. Der Gehölzbestand der Salza ist stark überaltert und dadurch bruchgefährdet. Die Schnittmaßnahmen zur Erhaltung und die zwingend notwendigen Fällungen der vom Feuerschwamm befallenen Bäume waren Anfang des Jahres weitestgehend abgeschlossen, als zwei Winterstürme weitere Schnittmaßnahmen erforderlich machten“, erläutert Kerstin Windisch vom GUV „Harzvorland“. Auch eine stark überalterte Pappel musste gefällt werde.

Um das markante Erscheinungsbild des Salzaquellbereich zu erhalten wurde 3 Stück Schwarzpappeln in Pyramidenform gepflanzt sowie weitere 40 Bäume und 45 Großsträucher. Auch in den nächsten Jahren wird die Stadt Nordhausen weitere Pflegemaßnahmen zum langfristigen Erhalt der Ufergehölze an der Salza durchführen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vorhabens war die Entfernung und Entsorgung von 205 m3 Betonteilen aus der Salza. Diese Entsiegelung diente nicht nur dem Bodenschutz, sondern verbessert auch die Lebensqualität. Es wird jedoch sehr lange dauern, bis sich die Bodenfauna, welche eine wichtige Funktion für den Erhalt und die Neubildung von fruchtbaren Böden erfüllt, wieder einstellt.

Überlaufbereich führt zu wechselfeuchten Biotop

Die Salzaquelle bringt im Frühjahr oder Frühsommer den höchsten unterirdischen Zufluss aus dem Winterhalbjahr zu Tage. Genau zu diesem Zeitpunkt wachsen auch die Bestände der Wasserpflanze Berla (Billern). Dadurch steigt der Wasserspiegel und es tritt Wasser über die Ufer. In jedem Jahr musste der Aufwuchs in der Salza gemäht werde, um dieses „Auslaufen“ der Salza zu verhindern. Dies war ein enormer Eingriff in die Flora und Fauna des Gewässers. Daher wurde ein Experiment in Abstimmung mit den Unteren Behörden umgesetzt. Nun kann an einem Überlaufbereich das Wasser der Salza gezielt in eine Mulde fließen. Die dadurch gezielte vorübergehende Flutung der Wiese führt langfristig zur Entwicklung eines wechselfeuchten Biotops. „Der Spitzenpegel der Salza wird geregelt und im Sinne einer naturnahen Entwicklung des Gewässers kann die Unterwassermahd der Berle reduziert oder sogar ganz vermieden werden. Dieses Experiment wird in Absprache mit den Behörden von der Stadt über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert“, so Kerstin Windisch vom GUV „Harzvorland“.

Für die Besucher des Salzquellbereiches wurde oberhalb des Salzbades unter einer neu gepflanzten Linde eine weitere „Waldschenke“ zum Verweilen errichtet. Weitere Informationstafeln, zum Beispiel für das sich zu entwickelnde Biotop „Feuchtwiese“ und Nisthilfen, werden in den nächsten Tagen noch angebracht.
Beauftragtes Büro:
 Büro für Grün- und Landschaftsplanung Ines Andraczek, Mihla,
 Firma für Abriss- und Baumaßnahmen: GAI mbH, Niedersachswerfen,
 Firma für Gehölzpflege und Pflanzmaßnahmen: Benjamin August, Ellrich.

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