Lange Paroli geboten

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In einem lange umkämpften Spiel unterlag der Thüringer HC gegen den BVB 09 Dortmund mit 27:32 (13:14). Die Gäste aus Thüringen hielten lange mit und verhinderten eine schnelle Führung der Gastgeberinnen. Die Führung wechselte mehrfach, die Torhüterinnen beider Mannschaften und die offensiven Abwehrreihen hielten das Spiel über mehr als 45 Minuten offen. Erst in der Schlussphase der Begegnung zog der BVB das Tempo an, der THC konnte da nicht mehr mithalten und musste die Punkte in Nordrhein-Westfalen lassen. Elf Tore erzielte Frida Rønning für die Borussen. Beste Werferinnen des THC waren Kerstin Kündig mit acht und Jennifer Rode mit sieben Treffern.

Das Nachholspiel des 13. Bundesligaspieltages war gleichzeitig das Spitzenspiel, der Tabellenzweite traf auf den aktuellen vierten der Handball Bundesliga. Für den Thüringer HC war es das zweite Spiel nach der langen Quarantänepause. Der BVB muss ebenfalls auf Leistungsträger wie Alina Grijseels verzichten, trotzdem waren die Dortmunderinnen der Favorit.

Der THC legte vor, Jennifer Rode netzte in der 2. Spielminute zur Führung ein. Laura van der Heijden glich im folgenden Angriff aus. Bei beiden Mannschaften sah man im Verlauf der ersten Spielhälfte so einige technische Fehler. Nach fünf Minuten führten die Gastgeberinnen mit 2:1, der Ausgleich folgte sofort. In den ersten zehn Minuten tasteten sich beide Teams noch vorsichtig ab-5:4. Die Verteidigung stand auf beiden Seiten gut und so führten die Angriffe nicht immer zum gewünschten Erfolg. Gegen den Tempogegenstoß von Jaqueline Moreno hatte der THC keine Chance. Madita Kohorst vereitelte mit einigen Paraden den Torerfolg des THC. Mitte der ersten Halbzeit lag der BVB mit 8:6 vorn. Doch Kerstin Kündig verkürzte von der Strafwurflinie sicher zum 8:7 und hielt den THC auf Tuchfühlung. Laura Kuske zeigte in der ersten Spielhälfte einige Male sehenswerte Paraden, den Abschluss des Tempogegenstoßes durch Merel Freriks zum 9:7 konnte sie dann doch nicht verhindern. Der THC kämpfte und Kerstin Kündig erzielte knapp zehn Minuten vor dem Pausenpfiff den 9:9-Ausgleich. Knapp zwei Minuten später führte der Gast mit 9:10. In der 23. Minute bat Herbert Müller sein Team zum Gespräch an die Seitenlinie. Mia Zschocke tankte sich mit hohem Tempo durch die Lücke und erzielte den Ausgleich zum 11:11. Lydia Jakubisova brachte den THC wieder in Führung. Das Spiel blieb umkämpft und beide Teams ließen der gegnerischen Mannschaft wenig Raum. Dem Führungstreffer folgte der schnelle Ausgleich. Mit einem erfolgreichen Siebenmeter brachte Frida Rønning den BVB mit 13:12 nach vorn, der THC glich aus (29.). Mit dem schnellen Umschaltspiel der Borussen hatte der THC seine Probleme. Madita Kohorst verhinderte Sekunden vor der Pause den Ausgleich des THC, mit einem Tor Vorsprung für die Dortmunderinnen ging es in die Halbzeitpause – 14:13.

Der Thüringer HC verkaufte sich in der ersten Halbzeit teuer und hielt das Spiel bislang offen. Kaum 35 Sekunden waren gespielt, als der THC in Überzahl agieren konnte. Nach 53 Sekunden erwischte es eine weitere BVB-Spielerin. Zwar erzielten die Thüringerinnen den Ausgleich zum 14:14, trotz der doppelten Überzahl gelang dem THC nicht der erwünschte Erfolg aus der Situation. Im direkten Duell musste sich Kerstin Kündig gegen Yara ten Holte geschlagen geben, die BVB-Torhüterin parierte den Strafwurf auf ihr Tor. Auf den Führungstreffer von Laura van der Heijden hatte Anika Niederwieser die richtige Antwort – 15:15 nach 35. Minuten. Mit zwei Treffern in Folge setzten sich die Borussen etwas ab, zudem kassierte Jennifer Rode eine Zeitstrafe. Im ersten Anlauf nutzte der BVB die Überzahl nicht zu seinen Gunsten. Die kurzen Tempoverschärfungen konnte der THC nicht mitgehen. Der BVB baute den Vorsprung auf zwei Tore aus – 20:18. Wieder stand der THC mit einer Spielerin weniger auf der Platte, Anika Niederwieser musste zwei Minuten vom Feld. Nach 45 gespielten Minute lagen die Gastgeberinnen mit 23:20 vorn. Der THC blieb auf Schlagdistanz und dem BVB gelang es nicht sich deutlicher abzusetzen. Ex-Dortmunderin Jennifer Rode netzte zum 24:22 ein, es war ihr sechstes Tor. Nach dem nächsten Treffer des EHF Champions League-Teilnehmers zog Herbert Müller die grüne Karte, noch dreizehn Minuten waren zu spielen. Knapp drei Minuten später verkürzte Kerstin Kündig sicher zum 25:24, wieder waren die Gäste dran. Es entwickelte sich eine spannende Schlussphase. Dem Gegentreffer beantwortete Lydia Jakubisova mit ihrer ganzen Erfahrung – 26:25. Zweimal verhinderte Laura Kuska den 29. Treffer des BVB eh Laura van der Heijden den Ball glücklich im Tor unterbrachte. Für den sichtlich unzufriedenen Herbert Müller der Anlass seine Mannschaft in der 56. Minute an die Seitenlinie zu beordern. Als erfolgreichste Werferin der Partie legte Frida Rønning zum 30:25 vor, damit war die Entscheidung gefallen. Mit der siebten Feldspielerin versuchte der THC das Ergebnis in Grenzen zu halten. Über den gesamten Spielverlauf kämpfte der THC auf Augenhöhe und musste erst in der Schlussphase, als die Kraft merklich nachließ, den Tabellenzweiten davon ziehen lassen. Mit 32:27 gewann der BVB das Nachholspiel gegen den Thüringer HC.

Statistik:
BVB Dortmund: Madita Kohorst, Yara Ten Holte; Amelie Berger 1, Mie Sando, Mia Zschocke 4, Tessa van Zijl, Jacqueline Moreno 2, Fatos Kücükyildiz, Tina Abdulla 2, Jennifer Gutierrez Bermejo 2, Merel Freriks 3, Laura van der Heijden 7, Frida Rønning 11/3, Paulina Uścinowic.

Thüringer HC: Laura Kuske, Carmen Berndt; Annika Meyer 3, Yuki Tanabe, Dominika Zachova 1, Asli Iskit 1, Anika Niederwieser 3, Lamprini Tsakalou, Kerstin Kündig 8/3, Lydia Jakubisova 3, Johanna Reichert 1, Kim Braun, Jennifer Rode 7, Miranda Schmidt-Robben.

Strafwürfe: 3/3 – 3/4.

Zeitstrafen: 2 – 3.

Zuschauer: 270.

Schiedsrichter: Frederic Linker/Sascha Schmidt.

Bericht: Bernd Hohnstein

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