Krankenstand bei Thüringens Frauen bundesweit am höchsten

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Erfurt, 4. März 2021 – In keinem anderen Bundesland waren Frauen vergangenes Jahr mehr krankgeschrieben als in Thüringen. Durchschnittlich 24 Tage fehlten sie krankheitsbedingt auf Arbeit. Der bundesweite Schnitt liegt bei 19,2 Tagen. Thüringer Männer waren 20 Tage arbeitsunfähig gemeldet. Das geht aus aktuellen Auswertungen der BARMER Thüringen hervor.

„Die Frauen in Thüringen sind keineswegs kränker als die Männer. Aber sie sind im Alltag in vielen Fällen wesentlich stärker belastet“, betont Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER Thüringen. Frauen trügen neben ihrer beruflichen Tätigkeit oft auch immer noch die alleinige Last des Haushalts, der Kinderbetreuung und der Behördengänge.

Frauen sind häufiger, aber nicht länger krankgeschrieben

Rund 62 Prozent der Thüringer Frauen waren voriges Jahr mindestens einmal krankgeschrieben. Bei den Männern liegt die Quote bei rund 55 Prozent. Eine einzelne Krankschreibung dauerte bei Thüringer Frauen im Schnitt 16,5 Tage, bei Männern hingegen 16,9 Tage.

Die Ursachen für die Unterschiede sind vielschichtig. „Einerseits arbeiten Frauen zum großen Teil in Berufen mit generell hohen Krankenständen wie Kranken- und Altenpflege, im Sozialwesen und im Verkauf. Andererseits haben Frauen im Erwerbsalter für viele Erkrankungsgruppen größere Risiken als ihre männlichen Kollegen“, sagt BARMER-Landeschefin Birgit Dziuk. So treten beispielsweise Krebserkrankungen wie Prostatakrebs bei Männern vorwiegend erst im Rentenalter auf. Mit Brustkrebs haben Frauen jedoch oftmals schon vor Eintritt ins Rentenalter zu kämpfen. In den jüngeren Altersgruppen erklären zudem Schwangerschaftskomplikationen den Geschlechterunterschied beim Krankenstand.

„Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren vom Verständnis für Geschlechterunterschiede und differenzierten Lösungen. Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung benötigen generell einen auf Zielgruppen ausgerichteten Zuschnitt. Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte immer auch geschlechtersensibel gestaltet sein. Ziel es, dass Angebote in der Realität ein Stück weiterführen“, so Birgit Dziuk. Die BARMER stehe interessierten Unternehmen in Thüringen gern helfend zur Verfügung.

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