Kämpfen und campen

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Am vergangenen Wochenende trafen sich wieder 222 Karatekämpfer aus dem gesamten Bundesgebiet zum jährlichen Lehrgang in Kelbra. Für die Kämpfer des Nordhäuser Karate-Do-Kwai wie immer nur ein Katzensprung und natürlich ein Pflichttermin.

Nun schon zum 25. Mal fand dieses überregional geschätzte Event am Fuße des Kyffhäusers statt. Verbunden war es auch diesmal mit dem Camping am nahe gelegenen idyllischen Stausee. Und anders als im letzten Jahr hatte der Wettergott Erbarmen und verzichtete ausnahmsweise auf Sturm und Regen.

Aufgeteilt in vier nach Leistungsstufen gestaffelte Gruppen, konnte ab Freitagabend jeder Teilnehmer bei den erfahrenen Thüringer Karate-Lehrern (Sensei) Lothar Ratschke aus Erfurt, Frank Pelny aus Nordhausen, Veit Nebelung aus Sömmerda und Thomas Budich aus Jena trainieren. Es ist immer gut, ein paar andere Sichtweisen zu erfahren um sich so sein eigenes Bild zu machen und abzurunden. Das eingespielte Trainerensemble führte die Karateka an einem roten Faden entlang nacheinander durch die drei Hauptbereiche des Karate: die Grundschule (Kihon), die Formen (Kata) und die Anwendungen (Kumite).

Wie es sich für ein silbernes Jubiläum gehört, war die Lehrgangszeit wieder gespickt mit zusätzlichen Veranstaltungen. Neben dem in der Früh angesetzten Qi-Gong am Strandbad, war der mit viel Ehrgeiz ausgetragene Gaudi-Wettkampf am späten Nachmittag ein mit Spannung erwarteter Höhepunkt. Nach dem Grundprinzip des Spieles „Vier gewinnt“ gab es eine sportliche Variante, bei der Gleichgewicht, Geschicklichkeit und Grips gefragt waren. Schnell zeigte sich, dass alle Teams sehr eng beieinander lagen und daher die Regeln geändert werden mussten, um überhaupt einen Sieger zu ermitteln. Leider fehlte dem Nordhäuser Team ein Quentchen Glück und so reichte es nur für sehenswerten Spaß ohne Platz auf dem Treppchen.

Überhaupt sorgten wieder die mitgereisten Eltern und alle anderen Angehörigen dafür, dass besonders für die jüngeren Kämpfer das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Kleine Zeltstädte der verschiedenen Vereine, kochen über offenem Lagerfeuer, Leckeres vom Grill und auch Stockbrot gab es. Wem das noch nicht Unterhaltung genug war, konnte abends zuerst bei der Kinder–Disco und dann bei der Lehrgangsparty das Tanzbein schwingen. Besonders gut an kam dabei der angepriesene Überraschungsgast. Niemand anderes als Meister Veit Neblung erwies sich zur Freude aller nicht nur als guter Trainer, sondern auch als begnadeter Entertainer. Mit Liedern zum Tanzen, Mitsingen und auch zum Lachen unterhielt er mit seinem Kollegen das Publikum bis spät in die Nacht.

Nichtsdestotrotz trafen sich am Sonntag früh alle Teilnehmer wieder zum Abschlusstraining – wenn auch mit einem Schmunzeln auf den Lippen und einem Lied im Sinn. Für einige wurde es dann aber ab Mittag noch einmal richtig ernst. Prüfungen standen auf dem Plan! So lange hatten sie fleißig darauf hingearbeitet und mussten nun das Gelernte präsentieren. Am Ende bestanden 28 Nordhäuser die Anforderungen für die nächsthöhere Graduierung und dürfen sich beim nächsten Training stolz den neuen Gürtel umbinden.

Allen Interessierten bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein 4-wöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, Erwachsene und auch eine eigene Senioren-Gruppe. Für Kobudô (Waffenkarate) und SaCO-Selbstverteidigung muss man das 14. Lebensjahr schon erreicht haben. Karate-Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal für die Verbesserung der Fitness geeignet. Außerdem gibt es noch eine Übungsgruppe Qi-Gong. Die Kleinsten (4-7 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt.

Information bekommt man im Internet unter www.karate-nordhausen.de, per Telefon NDH 60 47 36 oder einfach mal zu den Trainingszeiten in der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums (Oberstufe) in der Blasiistraße vorbeischauen.

Sven Schröter (Karate-Do-Kwai Nordhausen e. V.)

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