Junge Wildkatzen im Wald lassen!

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NABU sieht hohe Altersklassen- und Totholzbestände im Wald als wichtigen Bestandteil der Lebensraumausstattung für seltene und ruheliebende Arten, wie die Wildkatze

Jena – Am 05. Juni 2020 wurde dem NABU Thüringen ein schönes Foto mit einer kleinen Katze, die in einer Baumhöhle sitzt, übermittelt. Nach Einschätzung von Silvester Tamás, NABU-Wildkatzenexperten und Leiter des Wildkatzennachweisprojektes des NABU Saale-Holzland-Kreises, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine junge Wildkatze. „Solche Bilder sind im Mai und Juni schon etwas Besonderes. Sie lassen das Herz eines jeden Naturfreundes höher schlagen, denn jetzt erblicken die ersten Wildkatzen das Licht des Waldes“, berichtet Silvester Tamás. „Die kleine Wildkatze, im Alter von maximal drei Wochen, saß in einer Baumhöhle, um offenbar auf ihre Mutter zu warten.“

Das Bild der jungen Wildkatze wurde den Naturschützern von Thomas Ullrich aus Kleinschmalkalden übermittelt. Er entdeckte das Kätzchen zufällig währen eines Spaziergangs durch den Wald. Einen Tag später kam Herr Ullrich abermals an der gleichen Stelle vorbei und konnte das Tier leider nur noch tot vorfinden. „Vermutlich ist die Katzenmutter nicht mehr zurückgekommen. Der Totfund soll nunmehr ins Phyletischen Museum nach Jena überführt und durch Matthias Krüger, dem Präparator am Museum, genauer untersucht und anschließend präpariert werden.

„Der Nachweis eines jungen Wildkätzchen in der Baumhöhle eines alten großen Baumes zeigt, dass Wildkatzen auf strukturreiche Wälder mit hohen Altersklassen und auf alte Bäume mit großen Baumhöhlungen angewiesen sind. Die Tiere nutzen diese gerne auch als Verstecke für ihre Jungenaufzucht. Im vorliegenden Fall jedoch ist unklar, warum das junge Wildkätzchen alleine in der Baumhöhle zurückgelassen und nicht mehr durch ihre Mutter versorgt wurde. Dennoch ist es wichtig, Funde von kleinen Katzen im Wald an Ort und Stelle zu belassen. In der Regel werden Wildkatzenjunge nur kurze Zeit allein von der Mutter in ihren Verstecken zurückgelassen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Meist kehrt die Wildkatzenmutter schon nach wenigen Minuten an den Versteckplatz zurück, um ihre Jungen zu säugen oder mit Nahrung zu versorgen“, erklärt Silvester

Meldungen zu Wildkatzenbeobachtungen nimmt der NABU dankend entgegen.

Kontakt: Silvester Tamás, Tel. 0177 – 557 34 34, E-Mail: Wildkatze@NABU-Thueringen.de

https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wildkatze/wildkatzen-auf-der-spur/index.html

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